Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2005-04-09

"Brief aus der Wüste "- JOURNALE, Nr. 86

LUFTSCHLÖSSER

Es ist kaum zuviel verlangt, wenn die Bürger Europas als dem ersten und edelsten Bestandteil des vorliegenden EU-Grundgesetzes absolute Wahrheit verlangen. Ganz besonders gilt dies hinsichtlich der einleitenden Hinweise auf die so genannten „ethischen Werte". Wenn die EU-Konstitution erklärt, dass bei den Moralbegriffen des Kontinents auf den geistlichen Hintergrund Europas zurückgegriffen wird, kann nur von der christlichen Lebensanschauung die Rede sein. Nur einige wenige Male gebraucht die Verfassung das Wort „geistlich" – und hier deutlicherweise als eine Dimension, die über dem Kulturellen, Philosophischen und Seelischem steht. Deshalb ist die Erklärung unwahr. Die EU-Verfassung identifiziert sich nicht mit Europas geistlichem Erbe…

Die „gemeinsamen Werte" für das neue Europa, so wie sie in der Einleitung zur Unionscharter definiert werden, sind deshalb eine dicke Lüge! Da dies nun einmal der Fall ist, muss das EU-Machtzentrum in Brüssel damit rechnen, dass die Bürger es danach nicht mehr wagen, dem übrigen Teil des Grundgesetzes Vertrauen entgegen zu bringen. Die Verantwortlichen müssen sich darauf einstellen, dass ein Dokument, das mit einer solchen Lüge beginnt, auch weiterhin lügnerische Angaben macht und mit Lüge endet. Deshalb sollte es in Stück gerissen und für ungültig erklärt werden…

Die Lüge lautet wie folgt: „Die Union, die sich ihres geistlichen und ethischen Erbe bewusst ist,…" (Präambel zur Charter, Abschnitt 2). Das „geistliche Erbe" Europas ist jedoch nur eins: Die 1000-jährige Verkündigung des Evangeliums durch die christliche Kirche! Europas ethische Prinzipien können alle auf diese Quelle zurückgeführt werden! Wenn die EU-Verfassung sich weigert, diese unumstößliche, geschichtliche Tatsache mit einem einzigen Wort zu erwähnen, ist es eine Lüge zu behaupten, dass sie sich „seines geistlichen und ethischen Erbes bewusst ist. Im Gegenteil: Sie rühmt sich eines Erbguts, das sie offen verleugnet!

Geistliche und ethische Begriffe wie z.B. „Frieden und Gerechtigkeit" fordern nämlich das Zeugnis der Vergangenheit. Ohne eine solche Definition hängen sie in der Luft. Deshalb müssen sie dem Volk – wenn möglich – in einer feinen Verpackung präsentiert werden. Dies, und nichts anderes, enthält die neue EU-Konstitution. Aufgrund der augenblicklichen Not und der unsicheren Zukunft lässt sich das Volk leider alles gefallen. In seiner himmelschreienden Unwissenheit kauft es, was ihm angeboten wird. Hingerissen stieren die Menschen auf die Verpackung und machen sich nicht die Mühe, den lügenartigen Inhalt der so genannten „Werte" zu untersuchen.

„Es ist ein Teil der großen Maskerade des Bösen", schreibt der evangelische Pastor der Widerstandsbewegung, Dietrich Bonhoeffer in seinem Buch „Widerstand und Ergebung"… „dass alle ethischen Begriffe durcheinander gewirbelt werden! Für den Christen", fährt er fort, „der mit seiner Bibel lebt, ist gerade dies das Zeichen dafür, dass der Böse nun mit seiner ganzen abgrundtiefen Bosheit unterwegs ist!" Bonhoeffer musste sein Leben für dieses Bekenntnis lassen… Nazideutschland ermordete ihn wegen dieser Worte!

„Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist", fragt der Prophet, als er über die echten Werte des Lebens spricht. Er fährt fort: „und euren Verdienst für das, was nicht sättigt. Hört doch auf mich!" schließt er mit dem Wort des Herrn, „und esst das Gute!" (Jesaja 55:2-3). Glaube nicht der Lügengeschichte der EU-Verfassung. Sie ist sich ihres schönen, freiheitsliebenden, geistlichen Erbes nicht bewusst. Im Gegenteil, sie hat sich darauf eingestellt, dieses Erbe zu bekämpfen. Die Verfassung ist dem christlichen Evangelium gegenüber feindlich gesinnt; sie ist in Grund und Boden antichristlich.


Wichtige Mitteilung:

Morgen, Sonntag, werden sechs Briefe aus der Wüste unter dem Titel: „Errichtung und Fall des Imperiums" veröffentlicht. Diese können dann gesammelt ausgedruckt und als kleines Heft verschickt werden…