Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-11-13

"TODESSTRAFE"-JOURNAL
Nr.5

DER SCHRECK DER ÜBELTÄTER
… die letzten dreizehn Stufen!

Als die deutschen Kriegsverbrecher am 1.Oktober 1946 in Nürnberg durch das Militärgericht der Alliierten zum Tode durch Erhängen verurteilt wurden, wussten sie, dass ihnen nur noch wenige Stunden verblieben, bevor sie die letzten 13 Schritte ihres Lebens tun mussten. Diese führten sie eine Treppe hinauf, an deren Ende ihnen ein Strick um den Hals gelegt werden sollte, um das Todesurteil zu vollstrecken. Bevor sie aufs Schafott steigen, hatte ein amerikanischer Militärgeistlicher die Verurteilten in ihren Zellen besucht. In einem Buch erzählte dieser Geistliche später, dass die meisten der zum Tode Verurteilten ihn abwiesen, doch drei wünschten, ihre Sünden zu bekennen, und Gott um Vergebung zu bitten!

Auf der Schwelle zur Ewigkeit können selbst die härtesten Herzen angerührt und zerbrochen werden. Der baumelnde Strick spricht eine deutlichere Sprache als viele wohlgemeinte Predigten. Einer der zum Tode verurteilen Verbrecher, der neben Jesus gekreuzigt wurde, bat darum, nach seinem Tod Gnade zu finden. Jesus antwortete ihm: "Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein!" Mit der Ewigkeit vor Augen erweist man einem reuigen Sünder einen schlechten Dienst, wenn er nicht zu sehen bekommt, dass die Schwelle zur Ewigkeit nur dreizehn Schritte entfernt liegt…

Der Apostel schreibt in diesem Zusammenhang über die staatliche Macht: "Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst".

"Wozu soll dieses Schwert gebraucht werden? fragen einige. Das Neue Testament antwortet: Es soll zur Strafe angewandt werden "für die, die Böses tun!" (Römer 13:4). Der Bibelkommentator F. Godet beschreibt das "Schwert der Obrigkeit" als einen Krummsäbel, der bei Enthauptungen gebraucht wurde. Godet weist u.a. auf den Krummsäbel hin, der im griechischen Text von Homers Illiade angewandt wurde, um Verbrecher hinzurichten…

"Ja, aber das Schwert ist doch nur ein symbolisches Zeichen für die staatliche Macht", werden manche einwenden. "Der Apostel meint damit nicht, dass das Schwert wirklich gebraucht werden soll, um die Todesstrafe an Verbrechern zu vollziehen!"

Darauf kann ich nur sagen: Wäre dies der Fall, dann kann der Apostel es auch nur symbolisch meinen, wenn er den Gläubigen rät, der Obrigkeit Steuern zu zahlen (so wie er im folgenden Vers schreibt: Denn deshalb entrichtet ihr auch Steuern!" (Römer 13:6)…

"Ja, aber du kannst doch wohl nicht behaupten, dass die Todesstrafe des mosaischen Gesetzes z.B. auch an Homosexuellen vollstreckt werden soll?

Nein, hier muss aufgrund der "Herzenshärtigkeit" (Matth. 19:8) von den strengen Forderungen des mosaischen Gesetzes abgesehen werden. Jesus sagt, dass in bestimmten Fällen Abweichungen erlaubt sind. Doch Er fügt hinzu: "Von Anfang an aber ist es nicht so gewesen" (Vers 8). Jesus erklärt hiermit, dass sich die Zustände so sehr verschlimmern können, d.h. die Menschenherzen sich dermaßen verhärten, dass die Handhabung des Gesetzes geändert werden muss. Doch Jesus hält an der Anfangsgrundlage fest und wiederholt, dass es keine schwächere Verurteilung der sündigen Handlung geben wird (Vers 9). An diesem Punkt "entgleist" die EU-Verfassung, denn sie beharrt darauf, dass "niemand zum Tode verurteilt werden kann" und dass "keine Hinrichtungen stattfinden dürfen". Damit entreißt sie nicht nur dem Obersten Gericht das Schwert ("Keiner darf zum Tode verurteilt werden") sondern beraubt der ausübenden Macht ihre mächtigste Waffe im Kampf gegen das Verbrechen (Es dürfen keine Hinrichtungen vorgenommen werden). Das neue EU-Grundgesetz leistet auf diese Weise der Gesetzlosigkeit Vorschub! Dadurch dass der strengste Paragraph des Gesetzes aus dem Gesetzbuch herausgerissen wurde, werden alle anderen Strafmaße gemildert, sodass selbst der Verbrecher das Rechtssystem lächerlich findet. Dass aufgrund der "Herzenshärtigkeit" ein milderer Kurs eingeschlagen wird, zeigt Jesus als eine Möglichkeit auf. Dies betrifft den Umgang mit dem Gesetz. Doch selbst die Anfangsgrundlage zu entfernen, sodass "die Regenten keinen Schrecken mehr für das böse Werk darstellen" (Römer 13:3) bedeutet, sich auf die Seite des Bösen zu stellen und den Unschuldigen Schutz und Sicherheit zu rauben!