Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-11-10

"TODESSTRAFE"-JOURNAL
Nr.2

DER "HOCHMUTSPARAGRAPH"
… der den Mörder mehr verteidigt als dass er für sein unschuldiges Opfer eintritt!

Als - dem biblischen Bericht zufolge - acht Menschen nach der katastrophalen Sintflut die neue Erde betraten, erteilte Gott ihnen folgendes Gebot: "Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden, denn nach dem Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht" (1.Mose 9:6).

Das neue EU-Grundgesetz glaubt nicht an Gott, und erst recht nicht daran, dass "der Mensch nach dem Bilde Gottes gemacht ist". Auch glaubt die neue EU-Verfassung nicht an die Autorität der Bibel und hat deshalb nur ein Lächeln übrig für den Bericht über die Sintflut. Aus diesem Grund akzeptiert sie auch nicht das biblische Gebot und erst recht nicht das Gebot der Todesstrafe. Deshalb wird die Verfassung auch im gleichen Maße den Menschen verteidigen, der nachweisbar durch Gewalt und Mord "das Blut eines Menschen vergossen hat", als das Opfer, das blutüberströmt und erschlagen auf der Erde liegt, von wo aus der Ruf von Millionen Unschuldiger zum Himmel steigt.

Dies ist der traurige Hintergrund des "Hochmutsparagraphen": "Keiner darf zum Tode verurteilt werden". Dieser wird Europas Schicksal besiegeln. Einige werden einwenden: "Hochmutsparagraph"? Es ist doch ein Verfassungsparagraph, der "die menschliche Würde" propagiert. Gut! Dazu möchte ich folgendes bemerken:

Es ist nicht von geringem Interesse, Auszüge aus der heißen Debatte zu lesen, die vor einem halben Jahrhundert die USA in Aufruhr versetzte, als es um die Frage ging, ob die Todesstrafe berechtigt sei oder nicht. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist eine vom biblischen Standpunkt abweichende Haltung in der Gemeinde Jesu erkennbar. Der Grundstein wurde hauptsächlich durch den Gedanken an "die Würde des Menschen" gelegt, der nun in der EU-Verfassung gesetzlich verankert werden soll: "Todesstrafe und Hinrichtungen sind verboten!" (Artikel II-2.Stck.2).

In der im Jahre 1958 stattfindenden Baptistenkonferenz wurden z.B. folgende Resolutionen vorgelegt:

1. Menschliche Gerichte können irren; dadurch werden unschuldige Menschen hingerichtet.

2. Der Christ glaubt an die göttliche Natur als Erbe für alles Leben. Sie ist Gottes Gabe…

3. Es gibt keinen ausreichenden biblischen Beweis, der die Todesstrafe rechtfertigt.

4. Im modernen Strafmass wird Wert gelegt auf die Erlösung und Wiederherstellung durch den Schöpfer, und nicht auf primitive Rachegedanken.

5. Deshalb empfehlen wir die Abschaffung der Todesstrafe in den Staaten, in denen sie immer noch gilt…

(aus dem "Report of the Committee of Resolutions, the yearbook of the American Baptist Convention, 1958).

Der Inhalt dieser Resolution wurde seither viele Male in veränderter Form wiedergegeben, bis sie schließlich zum neuen EU-Grundgesetz erhoben wurde. Das europäische Rechtswesen hat sich damit auf die Seite der Übeltäter gestellt, denn von jetzt an wird man mehr Rücksicht auf den Verbrecher nehmen als auf sein Opfer, dessen Blut Tag und Nacht zum Himmel schreit. Dass "der Mensch nach dem Bilde Gottes erschaffen wurde" wird aus dem Verfassungstext gestrichen. Die Machtausübenden werden durch diese im neuen EU-Grundgesetz verankerte theologisch-ethische Menschenauffassung in einer Weise geschwächt, die Mörder und Verbrecher dazu ermutigt, ihr zerstörerisches Werk fortzusetzen! Es ist eine Lüge, (was ich im Folgenden beweisen will) dass die Todesstrafe nicht biblisch begründet werden kann. Die neue "Ethik" ist in der Newage Philosophie zu finden, die die Bibel nicht als das Wort Gottes anerkennt. Das Grundgesetz des neuen Europas wird danach nicht mehr zwischen den Begriffen: Hinrichtung und Mord unterscheiden können! Das neue Rechtswesen wird keinen Unterschied mehr sehen zwischen dem "Vollziehen einer Strafe" und "dem Begehen eines Verbrechens"…

Ich behaupte, dass alle ethischen Regeln immer und überall in einer Philosophie oder Theologie (oder einem Gottesglauben) begründet sind. In Europa zweifelt man jetzt an der Autorität der Bibel. Dass der Name Gottes und die Heilige Schrift in der vorgelegten EU-Verfassung nicht erwähnt werden, zeigt in aller Deutlichkeit, wo die herrschende EU-Elite sich befindet! Der politisch kluge Schachzug, durch den erklärt wird, dass "die Todesstrafe jetzt abgeschafft ist" wird die Wähler in Scharen an die Urne bringen. Doch gleichzeitig wird Gottes Zorn über diejenigen hervorgerufen, die "die Wahrheit durch Ungerechtigkeit unterdrücken" (Römer 1:18).