Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-09-27

"TEMPELPLATZ"-JOURNALE
Nr. 2

DAS SPOTTLIED
… die Christen müssen die Handlungsweise Gottes erkennen!

Das Prinzip, das im christlichen Evangelium vorherrscht, ist die Wahrheit darüber, dass Gott dem Menschen dort begegnet, wo er sich befindet! Gott begegnet dem Maffia-Boss, der Prostituierten, dem Drogenhändler, dem untreuen Ehemann, dem anständigen gesetzestreuen Bürger, dem Steuerhinterzieher und dem frommen Pfarrer dort, wo sich die betreffende Person befindet. Keiner muss zuerst eine Stufe hinauf- oder herabsteigen, um dem Allmächtigen zu begegnen (Römer 10:6-7). Gott ist nahe und legt seinen Arm um den jeden Einzelnen, dort wo er oder sie sich aufhalten…

Das gilt gleichermaßen für Israel!

Den letzten flüchtigen Blick, den die Bürger Jerusalems auf den öffentlichen Dienst Jesu werfen konnten, war der Augenblick, als ER den Tempel verließ! "Von jetzt an werdet ihr mich nicht mehr sehen, " rief er aus, "bis ihr mich willkommen heißt!" (Matthäus 23:39 - 24:1)

Bald wird wieder ein politisch-religiöser Sturm über den Tempelplatz in Jerusalem hereinbrechen. Wenn die Gläubigen Europas darüber nicht in Kenntnis gesetzt worden sind, werden sie sich verleiten lassen, den Namen zu verleugnen, den Gott sich selbst gegeben hat, nämlich: "der Gott Israels". Mehr als jemals zuvor ist es wichtig für die Christen zu verstehen, dass der Gott Israels seinem Volk dort begegnet, wo es steht. Er begegnet ihm genau an der Stelle, an der Er es verließ: nämlich im Tempel von Jerusalem.

Sobald der Dritte Tempel mit seinen mächtigen, weißen Mauern und Säulengängen, Nebengebäuden und Vorhöfen wieder als Heiligtum des Gottes Israels auf dem Tempelberg erstrahlt, wird die heidnische Gesellschaft neue Anklagen vorbringen. Denn mit der Errichtung des Tempels gehen Tieropfer einher, und die jahrhundertealte jüdische Tradition wird mit Sicherheit wieder eingeführt.

Die weltlichen Politiker Europas und der übrigen Welt werden leider nicht verstehen können, was hier vor sich geht. Aber es scheint, als ob auch die christliche Kirche in ihrer Abgestumpftheit Gottes Handlungsweise gegenüber seinem jüdischen Volk nicht begreift. Sie erfasst nicht die Dimensionen des Tempelopfers. Deshalb werden die nationalen Kirchen aufgrund ihres Mangels an Offenbarung zusammen mit den weltlichen Medien und den Tierschutzvereinen überall auf der Welt ein Spottlied anstimmen…

Im Zusammenhang mit der Haltung der Gläubigen gegenüber der vorgelegten EU-Verfassung muss daher diese Frage erörtert werden. Es muss nämlich ganz klar herausgestellt werden, dass bedauerlicherweise einer der Hauptgründe für die Zunahme des Antisemitismus in Europa (und anderen Ländern der Erde) die mangelhafte Lehre und Verkündigung christlicher Leiter ist, und zwar insbesondere im Hinblick auf die biblischen Aussagen, die den Christen nicht nur eine Verantwortung gegenüber Israel und dem jüdischen Volk auferlegt, sondern auch die Verpflichtung, dieses Volk zu lieben.

Eine der Stellen finden wir bei Jesaja im 53. Kapitel, wo der Prophet die Bedeutung des "stellvertretenden Opfers" unterstreicht. Wenn den Christen gerade dieser Begriff in seiner ganzen Tiefe, Spannweite und Umfang erklärt worden wäre, hätten sie keine Schwierigkeiten damit, zu verstehen, dass der zukünftige Tempeldienst in Jerusalem genau dort wieder beginnen muss.

"Er wurde misshandelt", erklärt der Prophet, als er auf den Messias hinweist, "aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf" (53:7).

Während der Film von Mel Gibson "Die Passion Christi" siegreich Einzug hielt in den arabischen Ländern, in denen die Zuschauer weinend zusammenbrachen, als ihnen "das stellvertretende Opfer" vor Augen gemalt wurde, so ist sowohl Israel als auch ein Großteil der christlichen Welt blind im Hinblick auf das mächtige Zeugnis dieses Opfers! Der Film wird mit dem Wort aus dem Buch Jesaja eingeleitet: "Er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen…" (Vers 5).

"An jenem Tage", erklärt der Prophet Sacharja, "gieße ich über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint" (12:9-10). Wenn die Opferung im Tempel wieder beginnt, wird Israel mehr als jemals zuvor anfangen zu begreifen, auf wen diese Opfer hinweisen…

Diejenigen, die einen Zusammenhang zwischen oben erwähntem und der EU-Verfassung sehen können,
sollten sich bei www.YES-to-GOD.com melden.