Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-06-29

Tempeljournal Nr. 6

DER SINN DES SEGENS
... Juden und Nichtjuden in einem Leib zu vereinen.

Ich glaube, es gab einen ganz bestimmten Grund dafür, dass der auferstandene Herr sich in der Nacht an Paulus wandte, als sich dieser in Korinth aufhielt. Es war kein Zufall, dass ihm gerade an diesem Ort gesagt wurde: "Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!" (Apostelgeschichte 18:9). Und mit einem ganz bestimmten Ziel vor Augen gab der Herr der Gemeinde seinem Diener diese besondere Verheißung: "Niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden..." (V. 10).

Der Grund für diese Verheißung war die Tatsache, dass Juden und Heiden in Korinth (das ja im gegenwärtigen Europa liegt) zum ersten Mal in einem Leib zusammengeführt wurden. "Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt," sagte der Herr in der nächtlichen Offenbarung (Apostelgeschichte 18:10). Dieses Volk bestand aus Juden und Heiden. "Der Synagogenvorsteher kam zum Glauben an den Herrn mit seinem ganzen Hause ... und ließen sich taufen" (V. 8) Diejenigen, die in ihrem Dienst ‚der gleichen Spur folgen' werden die gleichen Verheißungen und Segnungen empfangen...

Als Jesus die Zwölf aussandte, gab er ihnen genaue Anweisungen: "Geht nicht zu den Heiden," sagte er, "geht nicht zu den Samaritern!" Und fuhr fort: "sondern gehet hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel!" (Matthäus 10:5-6)

Als eine Samariterin (Heidin) ihn später verzweifelt um Hilfe bittet, sagt Er: "Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!" (Matthäus 15:24).

Zu einem Zeitpunkt erklärt er Apostel jedoch, dass sich diese Umstände geändert haben. Als die Juden in einer Synagoge in Antiochia der Botschaft von Paulus und Silas widerstanden und lästerten, gibt der Apostel folgende Erklärung ab: "Euch musste zuerst das Wort Gottes gesagt werden; nun ihr es aber von euch stoßet und achtet euch selbst nicht wert des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden" (13:46).

Die große neue Aufgabe, die auf die Gemeinde zukommt, wird durch die Erklärung der beiden Apostel untermauert: "Denn so hat uns der Herr geboten: Ich habe dich den Heiden zum Licht gesetzt, dass du das Heil seiest bis an das Ende der Erde (V. 47). Mit dem Beginn dieser Teilaufgabe in Übereinstimmung mit Gottes ewigem Ratschluss brach Jubel und Segen aus: "Da das die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn und wurden gläubig, wie viel ihrer zum ewigen Leben verordnet waren. Und das Wort des Herrn ward ausgebreitet durch die ganze Gegend" (Apostelgeschichte 13:47-49).

Die weitere Entwicklung des göttlichen Planes wird uns durch die dramatischen Begebenheiten in Korinth geschildert. Obwohl Paulus auf eine seiner vorhergehenden Reisen nach Antiochia bekannt gab, dass er sich "nun an die Heiden wenden wolle", und obgleich ganz deutlich aus den neutestamentlichen Berichten hervorgeht, dass ihm ein besonderer Dienst für die Heidennationen anvertraut worden war, so erfahren wir über seinen Besuch in Korinth folgendes: "Paulus richtete sich ganz auf die Verkündigung des Wortes und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus sei" (18:5).

Doch weiter heißt es: "Da sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt; rein gehe ich von nun an zu den Heiden" (V. 6)

Um den Ernst seiner Worte zu unterstreichen, "machte er sich von dannen". Das heißt, dass er die Synagoge verließ! Doch er ging nicht weit weg! "Er ging in das Haus eines Mannes mit Namen Titius Justus, der gottesfürchtig war; dessen Haus war neben der Synagoge" (V. 7) Dem nachfolgenden können wir entnehmen, dass der Heilige Geist jedoch sein Wirken in der Synagoge nicht beendet hatte, denn: "Krispus, der Vorsteher der Synagoge, kam zum Glauben an den Herrn mit seinem ganzen Hause und viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen" (V. 8).

Hiermit begann das neue und große Werk, das bis heute für das Wirken des Herrn in den Nationen und Israel Gültigkeit hat: Der auferstandene Herr sammelt ein Volk aus Juden und Heiden, damit sie gemeinsam in einem Leib Gott anbeten können!