Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-06-28

Tempeljournal Nr. 5

DER JUDE ZUERST
... eine Ordnung, auf der Segen liegt.

Es muss sich irgendetwas ändern, damit die Gemeinde Jesu verstehen lernt, welche Prioritäten Gott gesetzt hat. In einigen Gemeinden wird immer noch gepredigt, dass "wir erst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit trachten sollen, so wird euch solches alles zufallen" (Matth. 6:33). Ganz sicher liegt darauf Gottes Segen, doch scheint man im Allgemeinen in den europäischen Gemeinden vergessen zu haben, dass die Juden und Israel im Hinblick auf die Verkündigung der Gerechtigkeit Gottes durch das Evangelium an erster Stelle stehen!

In vielen Gemeinden Europas wird dieser Aufgabe keine Beachtung geschenkt; sie wird bei der Programmgestaltung nicht mit berücksichtigt. Dabei denke ich nicht daran, dass zwischendurch einmal ein wohlgemeintes Gebet für Jerusalem mit in den Gottesdienst eingeflochten wird. Nein, ich denke hier an die gewaltige Aufgabe, die der Herr der Gemeinde seiner Kirche im Hinblick auf die Verbreitung des Evangeliums aufgetragen hat: Die Juden zuerst!

Wenn wir voller Freude über die Glaubensgerechtigkeit sprechen, die uns in den Heidennationen geoffenbart wurde - und ganz besonders auf dem europäischen Kontinent - dürfen wir für keinen Augenblick vergessen, dass der Apostel, der das Geheimnis erklärt, unablässig an das jüdische Volk dachte. Nachdem er erklärt hat, dass die Gerechtigkeit Gottes jetzt offenbar ist, fügt er hinzu: "bezeugt durch das Gesetz und die Propheten" (Römer 3:21). Damit weist er auf das gewaltige Werk zurück, das der Gott Israels durch viele Generationen am jüdischen Volk vollbracht hat. …"ihnen gehört der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen" (9:4). Hieraus geht hervor, dass bevor die Gerechtigkeit an anderen Orten verkündigt wird, diese zuerst Jerusalem verkündigt werden soll! Aus diesem Grund wird das erste Kapitel der großen reformatorischen Erlösungsschrift, der Brief an die Römer, mit folgender apostolischen Erklärung eingeleitet: " Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben,, die Juden vornehmlich und auch die Griechen." Viele sind der Meinung, der Apostel hätte sich darauf beschränken können zu sagen: "Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben ... Juden sowie Griechen; doch er fügt das Wort "vornehmlich" bzw. "zuerst" hinzu (womit er auf die Juden hinweist). Dadurch hat er Gottes eigene Priorität bezüglich der Verkündigung des Evangeliums für das jüdische Volk bekannt gegeben.

Wäre dies die einzige Stelle im Brief an die Römer, an der die Vorrangstellung des jüdischen Volkes Erwähnung findet, könnten wir sie vielleicht übersehen, doch die Forderung nach "zwei oder drei Zeugen" kann gleich erfüllt werden, denn bereits im nächsten Kapitel wird das anspruchsvolle Wort "zuerst" wieder im Zusammenhang mit dem jüdischen Volk angewandt. In Bezug auf das zukünftige Gericht schreibt der Apostel: "Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses tun, zuerst den Juden und dann den Griechen" (2:9). Im Hinblick auf die kommende Belohnung und den gegenwärtigen Segen fügt er hinzu: "Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes tun, den Juden zuerst und auch den Griechen" (2:10).

Wenn der Apostel mit den Worten: "Denn es ist kein Ansehen der Person von Gott" abschließt (v. 11), abschließt, so gilt dies einzig und allein der Frage der Erlösung. Dabei gibt es keinen Sonderweg; die Seele eines Juden wird auf die gleiche Weise errettet wie die eines Nichtjuden, doch die Reihenfolge ist eine anderen Ordnung unterworfen. Da gilt es überall, zu jeder Zeit und unter allen Umständen: Die Juden zuerst!