Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-06-27

Tempeljournal Nr. 4

DIE BRIGADE DER ‚VERGESSENEN'
... in Jerusalems letzten Tagen!

Wenn der Apostel im Brief an die Römer so eingehend erklärt, dass die Juden "danach trachten, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten," (10:3), so spricht er u.a. über den erbitterten Widerstand, den das Evangelium der Gnade Gottes in Jesus, dem Messias, in den letzten Tagen in Israel auslösen wird! Und wenn er hinzufügt, dass die Kinder Israels "der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan sind" (V. 3) - so will er damit zum Ausdruck bringen, dass in den äußerst dramatischen Verhältnissen der letzten Tage in Israel die Offenbarung des Neuen Bundes mit großen Schwierigkeiten einhergeht. Die Gläubigen in Europa und weltweit müssen sich darüber im Klaren sein. Wenn nicht, werden sie den größten Kampfplatz der Weltgeschichte einem unbedeutenden Regiment ausgesandter Zeugen überlassen, und diese wiederum werden aufgrund ihres fehlenden Verständnisses über den Ernst der Situation das Feld räumen, um es "der vergessenen Brigade" zu überantworten. Die Zeit ist nun gekommen, dass sich der Leib Christi auf dem europäischen Kontinent und in der westlichen Welt in den letzten geistlichen Kampf um Jerusalem hineinbegibt!

Der vierte Punkt des "Wochenprogramms" für das Jerusalem der letzten Tage, der uns mehr als alles andere das Ziel für den Dienst des Neuen Bundes vor Augen führt, lautet folgendermaßen: "es wird eine ewige Gerechtigkeit gebracht". Was ist das für eine Gerechtigkeit? Die "ewige Gerechtigkeit" ist Gottes Gerechtigkeit! Wodurch unterscheidet sie sich von der menschlichen Gerechtigkeit? Darüber will ich im Folgenden versuchen eine Erklärung abzugeben. Als Ausgangspunkt werde ich die Haltung Israels und des jüdischen Volks zu der im Neuen Testament genannten Gerechtigkeit Gottes anführen. Der Apostel schreibt hierzu: "Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die Gottes ist, und trachten, ihr eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind so der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan..." (Römer 10:3).

Die Gerechtigkeit Gottes kann man nur durch eine Offenbarung erfahren oder erleben. Europas Berufung in dieser Angelegenheit liegt auf der Hand. Es heißt ja im Brief an die Römer: "Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart (3:21). Wir sehen hier, dass hier ganz eindeutig von der "Gerechtigkeit Gottes" die Rede ist, und wir verstehen, dass sie sich von aller anderen Gerechtigkeit dadurch unterscheidet, dass sie geoffenbart wird. Sie kann nicht durch das Gesetz erreicht werden, d.h. durch die Einhaltung des mosaischen Gesetzes, denn die Schrift sagt, dass diese Gerechtigkeit "ohne das Gesetz" geoffenbart wird... Diese Bedingung ist absolut; wenn wir von daher versuchen sollten, uns Gottes Wohlwollen und seinen ewigen Segen dadurch anzueignen, dass wir uns auf die Einhaltung oder Erfüllung eines noch so kleinen Teils des Gesetzes oder Gebotes berufen, dann kann dies nicht als eine vor Gott gültige Gerechtigkeit angesehen werden. Die Bedingung für die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes ist die Annahme derselben ohne das Gesetz.

Was dies für das Jerusalem der letzten Tage bedeutet, in denen der dritte Tempel errichtet, und die ewige Gerechtigkeit "eingeführt wird", werden viele verstehen können! In der kommenden Zeit wird man aufgrund des Kampfes, der im Heiligen Land stattfinden wird, auch ermessen können, welche Bedeutung dies für den gegenwärtigen Dienst in Israel und unter dem jüdischen Volk in der Diaspora hat. Die Botschaft der "ewigen Gerechtigkeit" wird nämlich nicht mit offenen Armen aufgenommen werden. Bis zuletzt wird für eine durch das Gesetz erworbene Gerechtigkeit gekämpft werden.