Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-06-25

Tempeljournal Nr. 2

DIE GRENZÜBERSCHREITUNG
... der Abstand zwischen Europa und dem Ort der Schandtat wird gemessen.

Eine passive Haltung ist der Vorhof des Todes! Von hier aus führen die versteinerten Korridore der Stagnation direkt hinunter in die Kammern der Verführung, und von dort aus ist der ungehinderte Fall in den Abgrund vorprogrammiert.

Der Abstand zwischen Europa und Jerusalem ist nicht groß! Diejenige, die wissen, was in dieser Zeit in der Heiligen Stadt vor sich geht, und die die gefährliche Entwicklung in Europa wahrgenommen haben, werden zur Verantwortung gezogen, wenn sie sich schweigend und passiv verhalten.

Im Gesetz ist folgendes festgelegt: Sollte man einen Toten auf dem Feld liegen sehen, "so sollen deine Ältesten und Richter hinausgehen und den Weg abmessen von dem Erschlagenen bis zu den umliegenden Städten" (5. Mose 21:2) - "und sie sollen ihre Hände waschen über einer jungen Kuh und sagen: Unsere Hände haben dies Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben's nicht gesehen! (Vers 6)

Alle diejenigen in Europa, die ein solches Bekenntnis aussprechen können, werden nicht vor den Richter geführt. Dies ist jedoch nicht der Fall bei den geistlichen und politischen Leiter (ebenso wie bei den Gläubigen, die den wahren Stand der Dinge kennen), die trotz allem ihre Hände in Unschuld waschen und erklären: wir haben nichts gesehen!" Der Abstand zwischen ihnen und ihren offenen Bibeln und den Fernsehapparaten in ihren Wohnzimmern (wo die Ereignisse direkt in ihr Leben eintreten) werden gemessen, und je nach Abstand (durch das Blut Christi sind wir, die wir weit entfernt waren, nahe herzugekommen) wird die Sache entschieden ...

Der zweite Programmpunkt in dem 70-wöchigen Krieg, der in und um Jerusalem wüten wird, lautet so: "Die Sünde wird abgetan" (Dan. 9:24). Das soll erstens heißen, dass Gott eine Grenze gesetzt hat. Wenn Paulus im sechsten Kapitel des Römerbriefes die Frage stellt: "Was sollen wir hierzu sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, auf dass die Gnade desto mächtiger werde? so lautet die Antwort: Das sei ferne! (Römer 6:1-2) Obwohl ein solcher Gedanke niemals aufkommen sollte, lebt er in den Herzen einiger Gläubigen und wird leider auch von ihren geistlichen Leitern verkündigt. Sie behaupten, dass Gottes Gnade unbegrenzt ist! Wenn wir in der Sünde verbleiben, so vergibt er grenzenlos. Seine Gnade deckt über die kontinuierliche, vorsätzliche Übeltat. Er vergibt Rebellion und Abfall, egal wie weit diese reichen! Seine gnadenreiche Vergebung ist unendlich ...

Wie schön dies auch klingen mag, und wie gut es auch zur gegenwärtigen Theologie passt, so gibt es nichts was verkehrter wäre. Der Apostel ruft aus: "Das sei ferne!" Das heißt: "Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt!"

Dies trifft ganz besonders auf das heutige Jerusalem zu. Hier wird zu einem bestimmten Zeitpunkt "das Maß der Sünde erfüllt sein", d.h. der durch die Sünden verursachten Verwüstung ist eine Grenze gesetzt. Was liegt in dem Ausdruck: "das volle Maß der Sünde"?

Persönlich glaube ich, dass Jerusalem eine Wahl zwischen dem alten und dem neuen Bund treffen muss. Dem alten Bund mit Moses und dem neuen mit Jesus. "Abraham hatte zwei Söhne," erklärt der Apostel (Gal. 4:22), "den einen von der Magd, den anderen von der Freien. In Vers 24 heißt es weiter: Diese Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente."

Im Grunde genommen geht es nur um diese zwei Testamente. Bei der Erbauung des Tempels in Jerusalem muss die Wahl zwischen diesen zwei Bünden getroffen werden. Soll der dritte Tempel ein Tempel nach der Ordnung des alten Bundes sein oder ein Messias-Tempel nach der neuen Ordnung? Soll er der Verheißung des Propheten Jeremiah folgen, der sagt: "Siehe es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen." (Jer. 31:31 und Hebr. 6:8). Leider sieht es so aus, als ob man den alten Bund dem neuen vorzieht. So wird durch die Errichtung eines solchen Tempels "das Maß der Sünde vollendet". Ich glaube, dass Israel damit an die letzte von Gott gesetzte Grenze gekommen ist!