Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-12-30E

"STREIFLICHTER"- JOURNAL
Nr.4

"DAS MISSTRAUENSTRAKTAT"
… das die Gläubigen nicht mit einem wohlgesinnten Bündnis verwechseln sollten

Die Gläubigen in Europa können der EU-Verfassung kein Vertrauen schenken. Sie dürfen die vorgelegte Konstitution niemals als "einen Bund" betrachten. Sie sollten keinesfalls davon ausgehen, dass dieses EU-Grundgesetz als ein gegenseitiges Bündnis nur das Beste für sie im Sinne hat…

Das EU-Gesetz gibt der europäischen Polizei das Recht, Personen in Gewahrsam zu nehmen, die in Verdacht stehen, das Gesetz übertreten zu haben oder bei denen die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie in Zukunft das Gesetz übertreten werden. Dieser Paragraph wurde übrigens u.a. bereits gegenüber Fußballhooligans angewandt. Doch so bald dieser Paragraph institutionalisiert ist, kann er bei Leuten angewandt werden, die möglicherweise die EU Regeln auf andere Weise missachten! Eine gewisse Tendenz im Leben eines Menschen, eine besondere Lebensführung oder leidenschaftliche Überzeugung, die besagt, dass gemäß EU-Gesetzgebung eine noch nicht geschehene Übertretung stattfinden wird, reichen aus, um Handschellen anzulegen!

Anders verhält es sich mit dem Bund, den der Gott Israels mit seinem Volk unter den Nationen geschlossen hat.

Nachfolgend möchte ich den Unterschied zwischen einem Bund und einem Vertrag (oder einer Verfassung) herausstellen:

"Woran soll ich erkennen, dass ich dieses Land in Besitz nehmen werde? fragte Abraham, als Gott mit ihm über das Land sprach, das danach die Bezeichnung "Verheißenes Land" erhielt.

Statt Abraham eine längere Erklärung abzugeben, befahl Gott, ein Opfer zuzubereiten. "An jenem Tag schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen habe ich dieses Land gegeben, vom Strom Ägyptens an bis zum großen Strom, dem Euphratstrom" (1.Mose 15:18). Mit anderen Worten: Die Antwort auf Abrahams zweifelnde Frage war ein Bund! "Woran soll ich erkennen?" hatte Abraham gefragt. Wie konnte er sicher sein, dass die Verheißung, die er empfangen hatte, auch erfüllt würde? Indem er auf den Bund vertraute, den der Herr mit ihm geschlossen hatte. Die Sache wurde durch ein Opfer entschieden! Abraham hatte nicht darum gebeten, das Land sofort in Besitz zu nehmen; er suchte nur nach der Herzensgewissheit. Es vertraute darauf, dass Gott sich selbst verbürgte und sicherstellte, dass die Verheißung keine leeren Worte waren, die im Sand verliefen…

"Denn Menschen schwören bei einem Größeren", erklärt der Verfasser des Hebräerbriefes, "und der Eid ist ihnen zur Bestätigung ein Ende aller Widersprüche" (6:16). Das heißt, dass vom Augenblick der Ablegung eines Eides die Sache sicher und "bestätigt" ist. Eine unerschütterliche Gewissheit kann sich von da an in dem fragenden, ängstlichen Herz ausbreiten. "Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst und sprach: Wahrlich, reichlich werde ich dich segnen!" Zur gleichen Stunde kam eine vorher nicht gekannte Ruhe über Abraham! Kein weiteres Mal stellte er die Frage: "Woran soll ich erkennen?" Stattdessen heißt es: "Und so erlangte er, indem er ausharrte, die Verheißung"…

Der Unterschied zwischen einem "Bund" und einem "Vertrag" (oder einer "Verfassung) ist dieser: Der Bund zwischen zwei ‚Bundesgenossen' beruht auf gegenseitigem Vertrauen! Der Vertrag (oder die Verfassung) baut auf gegenseitiges Misstrauen. Er soll die Bündnisgenossen gegen Übergriffe sichern! Seine Paragraphen zielen nicht nur auf Verdachte und Ängste gegenüber stattgefundenen Übergriffen ab sondern auch noch nicht begangenen "Verbrechen"! Darin liegt für die Gläubigen Europas die größte Gefahr…