Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-12-23

„SCHWARZ AUF WEISS" – JOURNALE
Nr. 7

DAS ENDERGEBNIS DES GANZEN (Prediger 12:13)
… findet nicht hier auf Erden statt!

Es stimmt nicht, wenn die Gründer der EU-Verfassung behaupten, dass die Frage, welchen Platz Gott in der vorliegenden Konstitution einnehmen sollte, nur von untergeordneter Bedeutung ist! Bei den Presseerklärungen der Kardinäle und Bischöfe stand diese Frage bis „Redaktionsschluss" zur Diskussion. In Schrift und Sprache wurde seit langem – auch von politischer Seite – betont, dass „das europäische Werteverständnis niemals das europäisch-christliche Erbe ausklammern kann". Repräsentanten verschiedener Nationen haben bis zuletzt bemüht, „Gott in der Verfassungspräambel die Ehre zu geben". Einige Parlamente haben immer wieder auf Europas geistliche Wurzeln hingewiesen; eine Forderung nach einem Gottesbekenntnis hat niemals gefehlt! Bei Kirchenkonventen und Bischofskonferenzen wurden Forderungen als Resolutionen vorgelegt, die besagten, dass bei der Ausfertigung einer neuen politischen Ordnung ein gottesfürchtiger Hinweis auf den Schöpfer nicht fehlen dürfe! Erst im Dezember 2002 waren diese Worte in Brüssel zu hören: „Die europäischen Werte sind an die christlichen Überlieferungen geknüpft; sie sind deshalb nicht als eine kulturhistorische Nebenbemerkung anzusehen (Manfred Koch, Köln).

Deshalb haben die für den EU-Konvent verantwortlichen Personen die größte Schuld; aber auch diejenigen, die sie stützen und ihren Verfassungsvorschlag akzeptieren. Ja, alle Länder und Nationen werden in der kommenden Zeit an diesem einen wichtigen Punkt geprüft werden: Werden sie ja oder nein zu einer Verfassung sagen, die sich ganz offen gegen ein Gottesbekenntnis und gegen die Ewigkeitswerte des Evangeliums ausspricht?

Man sagt, dass der Unterschied zwischen einem Politiker und einem Staatsmann folgender ist: Ein Politiker denkt an die nächste Wahl. Ein Staatsmann an die nächste Generation.

Das heißt, man kann kurzsichtig oder langsichtig handeln. Es gibt jedoch Politiker und Staatsmänner, denen das Wohl des Landes so sehr am Herzen liegt, dass sie nicht nur an die nächste Wahl denken oder an die nächste Generation, sondern an das ewige Wohl des Einzelnen! Sie wissen, dass es nach diesem irdischen Dasein ein ewiges Leben gibt und achten darauf, die menschliche Gesellschaft so zu leiten, dass die Bevölkerung ausreichend Möglichkeit erhält, das Evangelium über IHN zu hören, der sagte: „So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe" (Johannes 3:16).

Staatsmänner dieser Art, die „wohl bewandert im Geist" sind, braucht Europa in dieser Stunde. Männer, die nicht nur langsichtig sind, sondern nach dem Ewigen streben; Männer und Frauen, die weiter denken als an den Preis für Butter und Speck. Sie lassen sich vom Geist Gottes leiten und suchen das Beste zum Wohl des Volkes für Geist, Seele und Leib…

Einige werden sich darüber wundern, dass ich in meinen Betrachtungen über das Schicksal Europas – denn wir leben wahrhaftig in einer schicksalsträchtigen Zeit – den Blick über unsere irdischen Verhältnisse hinaus richte. Die Umstände zwingen mich dazu. Wir sollten uns stets an die traurige Tatsache erinnern, dass die verantwortlichen, vom Volk gewählten Männer – trotz inständiger Bitten von Seiten der Länder – den letzten Rest Gottesfurcht über Bord geworfen haben, indem sie das christliche Bekenntnis in der vorgelegten EU-Verfassung ablehnten.

Jesus sagt in diesem Zusammenhang: „Wundert euch nicht darüber!" (Johannes 5:28). Weiter sagt er: „denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, meine Stimme hören werden!" In dem Augenblick zählt nur eins: „die das Gute getan haben, werden hervorkommen zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts!" (Vers 29).

„Das Endergebnis des Ganzen", sagt der weise König Salomon (dessen Staatskunst alle anderen gegenwärtigen Regenten in den Schatten stellt) „lasst uns hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote. Denn das soll jeder Mensch tun. Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen" (Prediger 12:13-14).

„Das Endergebnis des Ganzen", lasst uns hören…" Es lohnt sich über diese Worte nachzudenken!