Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-10-06

THEMA: MITVERANTWORTUNG
Journal Nr. 5

EINE NEUE IDENTITÄT
... die den Gläubigen der Nationen neue Rechte verleiht!

Was ist damit gemeint, wenn das Neue Testament sich an die Völker (Nichtjuden) wendet und erklärt: "So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen"? (Eph. 2:19)

Das heißt, dass die Heiden (also die Gläubigen aus den Nationen) eine neue Identität bekommen haben! Sie sind in Israel nicht länger als "Ausländer"" zu betrachten, und in bezug auf Jerusalem sind sie auch nicht als "Fremdlinge" zu behandeln. Sie sind "Mitbürger" und besitzen dadurch die gleichen Erbrechte und den gleichen Status. Sie haben Zugang zu den wertvollsten
Verheißungen und einer Wohnstatt im Heiligen Land in gleicher Weise wie die eigenen Bürger des Landes! Die israelischen Behörden würden ein solches "Bürgerrecht in Israel" (Eph. 2:12) niemals anerkennen, doch aus dem Neuen Testament geht deutlich hervor, dass "den Fremden" dieses gottgegebene Recht verliehen worden ist.

Dies möchte ich näher erklären:

Das Geheimnis, das das große Thema des Apostel Paulus ist, und das die eigentliche Triebfeder in seinem Leben zu sein scheint, lautet wie folgt: "Die Nationen sollen nämlich Miterben und Miteinverleibte sein und Mitteilhaber der Verheißung (Eph. 3:6).

Diese Neuigkeit ist so überwältigend, dass sie noch nicht bis ins Bewusstsein der Gläubigen vorgedrungen ist. Sie sind immer noch der Meinung, dass die Sache mit Israel, Jerusalem und dem Erbe, das in diesem Zusammenhang ausgezahlt werden soll, ausschließlich eine jüdische Angelegenheit sei und dass die Gläubigen aus den Heidennationen nichts damit zu tun hätten.

Die Juden haben im großen und ganzen die gleiche Haltung. "Sie haben nicht mit unseren internen Angelegenheiten zu tun," sagen sie über "die Fremden" aus den Nationen. "Sie haben sich da gar nicht einzumischen; diese Angelegenheit können sie uns überlassen..."

Keiner der beiden "Parteien" scheint begriffen zu haben, in welchem Ausmaße sie voneinander abhängig sind; jeder behauptet von sich, dass er allein ans Ziel kommen kann; nur die wenigsten erfassen, dass gerade dies unmöglich ist!

Genau dies ist der Grund, weshalb Paulus in seinem Dienst alles daran gesetzt hat, den Heiden dieses Verhältnis zu erklären! In seinen Briefen wendet er sich überwiegend an Nichtjuden. Ja, er behauptet, dass sie einen Anteil haben am "Geheimnis Christi".

"Deshalb", erklärt Paulus, "denkt daran, dass ihr, einst aus den Nationen dem Fleisch nach ... zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheißung (Eph. 2:11-12). Danach fährt er weiter fort: "Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut Jesu nahe geworden (Vers 13)

Durch diesen starken Ausdruck: "Jetzt aber!" verstehen wir, dass die Sache sich geändert hat. Ein einschneidendes Ereignis hat dazu geführt, dass sich das Verhältnis der gläubigen Nichtjuden zu Jerusalem grundlegend geändert hat. Die historische Begebenheit und das mächtige Element, das den Status der Gläubigen aus den Nationen verwandelt hat, ist das Blut Jesu! Dieses Opfer hat die Gläubigen aus den Völkern, "die fern waren" mit einem Mal durch die Tore der Heiligen Stadt geführt. Sie sind so "nah gekommen", dass sie ganz und total in Gottes Hausstand "miteinverleibt" worden sind. Deshalb tragen sie - wie der Titel dieser Serie heißt - eine MITVERANTWORTUNG!