Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-07-18

Minister Journal Nr. 11

Einleitung: Eine der Freiheiten, die dem europäischen Volk in dem vorgelegten Verfassungsvorschlag versprochen wird, ist "die freie Meinungsäußerung und Informationsfreiheit" (Abschnitt 2, Artikel 2, Stück 1). "Jeder hat Recht auf freie Meinungsäußerung", heißt es. Dieses Recht beinhaltet neben der freien Meinungsäußerung auch die Freiheit, Mitteilungen zu empfangen oder weiterzugeben, ohne dass die Behörden sich einmischen.

Die Zukunft wird zeigen, ob diese Freiheit auch dem Recht gilt zu erklären, was das Neue Testament und das jüdische Gesetz zu der so genannten "sexuellen Orientierung" zu sagen haben, die die Union gerne fördern möchte, und worüber gesagt wird, dass jeglicher Widerstand gegen Homosexualität "verboten ist und bekämpft werden muss" (Abschnitt 3, Artikel 2, Stück 1).

Der dänische Außenminister, Per Stig Møller, hat diese freie Meinungsäußerung genutzt, als er im Januar 2004 in einer Predigt von einer hoch geachteten Kanzel aus durch Fernsehübertragung zur ganzen Nation sprach, um die Entsendung von zwei homosexuellen Diplomaten nach Jerusalem zu rechtfertigen. Im Folgenden 11. Abschnitt seiner EU-Predigt versuchte er - unter Missachtung der Heiligen Schrift - den Christen des Landes zu erklären, dass das Evangelium Frieden verspricht, und von daher keinerlei Gefahr zu befürchten ist…

GRAUENVOLLER IRRTUM
... nennt der Gemeindepfarrer die Rede des dänischen Außenministers

Sehr geehrter Herr Minister,

Unser dänischer Außenminister hatte nicht erwartet, dass der verstorbene Kaj Munk ihn an der Tür seiner Kirchengemeinde entgegentreten würde, bevor er seine Kanzel betrat! Es ist eine Überraschung, dass seine Neujahrspredigt vor 60 Jahren das gleiche Thema behandelte: "Die innere Kompassnadel". Diese Kompassnadel ist der Wegweiser des Heiligen Geistes, der ein Gleichgewicht schafft zwischen dem, was wir tun, und was wir sagen...

Nehmen Sie es mir nicht übel, Herr Minister, dass ich auf diesen Umstand so großen Wert lege! Die Wahrheit besteht nicht nur aus Worten, sondern auch aus Taten! "Wenn wir sagen," (heißt es in der Heiligen Schrift), "dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit" (1.Johannes 1:6).

An diesem Punkt muss die "innere Kompassnadel" gewaltig ausgeschlagen haben, da mit der Entsendung des homosexuellen Botschafterpaares das Gleichgewicht zwischen "Leben und Wahrheit" aufs Empfindlichste gestört war, vergleichbar dem Seismographen bei einem Erdbeben. Wenn "die innere Kompassnadel" in Ordnung ist, und sie nicht vom "EU-Wind" und "EU-Wetter" sowie der dünnen Luft auf dem "Ministerberg" unbrauchbar geworden ist, dann wird sie solange weiter klirren und Unruhe verursachen, bis das Gleichgewicht zwischen Handlung und Worten wiederhergestellt ist! Deshalb möchten wir unserem Außenminister raten, die zwei unwürdigen Gesandten von Tel Aviv zurückzubeordern!"

Sie sind hoffentlich der Auffassung, Herr Minister, dass meine an Sie gerichteten Briefe ein Ausdruck des wahren Evangeliums ist! Sind sie etwa zu hart und verurteilend? Meine Kommentare sind auf dem Hintergrund der Worte Jesu zu verstehen, dass "er nicht gekommen ist, um Frieden auf Erden zu bringen" Ich muss jedoch gestehen, dass es sich sehr wohlklingend und verführerisch anhört, wenn unser Außenminister in seiner EU-Verteidigungsansprache feierlich hinzufügt: "- "Er war der Stern von Bethlehem für die Weisen aus dem Morgenland. Sie folgten ihm, bis sie ihn fanden. Ihre innere Kompassnadel wird im Weihnachtsevangelium ein sichtbarer Wegweiser. Ein Wegweiser, der zum Frieden und zur Wahrheit führt, und der das Leben auf Erden lebenswert, erträglich und erfreulich macht."

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob er Recht hätte! In seiner Predigt vor 60 Jahren aber äußerte sich Kaj Munk folgendermaßen: "Der Friede sei mit Euch!" Es ist, als ob er sich an den neuen EU-Minister wendet, als er mit seinem Manuskript in der Hand zur Tür eintritt. Er ist nun auf dem Weg zur Kanzel, um über "den Wegweiser für den Frieden und die Wahrheit" zu sprechen. Wirklich ein gutes Thema! "Frieden und Wahrheit" sind fest miteinander verknüpft. Die Gemeinde folgt ihm mit den Augen. Dort sitzen einige wenige, die sich erinnern, was ihr Gemeindepfarrer 1944 sagte: "Dies ist ein Gruß von der Gemeinde für Euch!" Er fährt fort, während sein scharfer Blick den EU-Minister beobachtet, weil sowohl er, als auch seine Zuhörer wissen, dass das, was er über Frieden und Wahrheit zu sagen hat mit seinen Handlungen übereinstimmen muss! Er war es ja, der vor einigen Monaten zwei Homosexuelle nach Jerusalem geschickt hat. Kaj Munk fährt in seiner Neujahrspredigt über "Frieden und Wahrheit" fort, während unser Außenminister sich in dem gefüllten Kirchenraum auf die seine vorbereitet. "Die Lieder unseres Gesangbuches handeln vom Frieden Gottes, der mehr wert ist als Engelschutz," sagt der Gemeindepfarrer. "Jeden Sonntag erheben wir Pastoren unsere Hände vor dem Altar und breiten sie über der Gemeinde aus: Der Herr erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden"...

Die Stimme Kaj Munks nimmt einen scharfen Klang an. Es ist, als ob er den Minister und sein Manuskript (über der "inneren Kompassnadel") anstarrt: "Es ist ein grausamer Irrtum zu glauben, dass dieser "Friede" mit einem Lebwohl, Schlafgut und Mach's gut gleichzusetzen ist, oder mit einem "Gott wird schon dafür sorgen, dass man "keine nassen Füße bekommt". Nein, Gottes Frieden zu haben bedeutet, dass die Seele im Gleichgewicht ist, dass sie in der Wahrheit zur Ruhe gekommen ist, wie unruhig sie auch sonst sein mag oder gewesen ist. Ruhe ist ein schwieriger Begriff; die Wahrheit ist nämlich immer unterwegs, sie lebt. In diesem Sinne bedeutet Ruhe mit der Wahrheit zusammen unterwegs sein..."

Die "innere Kompassnadel" der EU-Predigt muss bei diesen Worten erzittern. Besteht eine Übereinstimmung zwischen dem ausgesprochenen Hohn gegenüber Israel sowie dem Glauben an die hebräischen Schriften und seiner angenehmen Verkündigung über "das, was das Leben auf Erden lebenswert, erträglich und erfreulich macht ... so dass es uns allen gut gehen kann?"

Die Predigt des Ministers ist in Übereinstimmung mit der neuen ‚Verfassungsbotschaft', die "Frieden und keine Gefahr" verkündet. Die Predigt zeichnet ein abenteuerliches Bild mit dem Weihnachtsstern und der Bethlehem-Gemütlichkeit, vergisst jedoch zu berichten, dass der Herodes der damaligen Zeit mit seinen blutigen Massakern an Kleinkindern bereits vor der Tür stand. Bevor der erwähnte betagte Pfarrer 1944 unter dem Kugelhagel seiner Mörder umfiel, rief er von der gleichen Kanzel die Worte, die wahrhaftig nicht voneinander zu trennen sind, nämlich: "der Weg, die Wahrheit und das Leben". Damit Europa gesegnet werden kann, muss die neue EU-Verfassung dahingehend geändert werden, dass sie nicht länger die Homosexualität verteidigt und jeglichen Widerstand bekämpft.