Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-07-07

Minister Journal Nr. 10

Einleitung: In meinem zehnten und letzten Brief an Sie, Herr Minister, in dem ich noch einmal auf den traurigen Vorfall zu sprechen kommen möchte, der sich ereignete, als Dänemark im Spätsommer des letzten Jahres einen homosexuellen Botschaft samt Partner nach Israel sandte, erlaube ich mir ohne Umschweife folgende Frage in den Raum zu stellen: "Wie konnte unser Außenminister, Per Stig Møller es wagen, kurze Zeit nach diesem Vorfall von der Kanzel einer Landeskirche aus seine Tat zu rechtfertigen? Mit großer Sorge und Trauer hörten die Christen unseres Landes, wie der Minister vor offenen Bildschirm mit der Bibel in der Hand (und ausgerechnet vom Predigtstuhl des vor 60 Jahren ermordeten Nationalhelden und Pfarrers Kaj Munk aus) nun das Evangelium verdrehte, um einen Paragraphen in der neuen EU-Verfassung zu verteidigen.

In diesen zehn Briefen habe ich versucht, die Predigten dieser zwei Männer miteinander zu vergleichen. Wenn Sie meine Kommentare gelesen haben, werden Sie verstehen, dass sich die Zeiten geändert haben. Das kraftvolle Evangelium, das vor 60 Jahren die damals Herrschenden vor der Sünde warnte, ist heute durch die Predigt unseres Außenministers (von der gleichen Kanzel ausgehend) zu einem verwässerten Wort über so genannte "Nächstenliebe" geworden, die mit aller Gemütsruhe die in der EU-Konstitution gesetzlich festgelegte Sünde akzeptieren kann…

EHEBRECHER
... eine Frage der persönlichen Auslegung?

Sehr geehrter Herr EU-Minister,

Im Hinblick auf die Kirchenansprache Ihres dänischen EU-Kollegen sollte dieser in aller Ruhe über die mahnenden Worte des Psalmisten nachdenken: "Was hast du von meinen Geboten zu reden und nimmst meinen Bund in deinen Mund, da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich? ... du hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern, deinen Mund lässest du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit!" (Psalm 50:16-19)

Die Rede des Herrn durch den Psalmisten geht weiter: "Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich sei so wie du. Aber ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen!" (Vers 21) "Begreift es doch, die ihr Gott vergesset, damit ich nicht hinraffe, und kein Retter da ist!" (Vers 22)

In meinem letzten Brief habe ich versucht, Ihnen zu erklären, mit welch einer Kraft Kaj Munk über die Worte Johannes des Täufers an den Herodes des ersten Jahrhunderts predigte. In diesem Brief möchte ich Ihnen einige Auszüge aus seiner Predigt zitieren. Sie wurde vor genau 60 Jahren gehalten, ebenfalls an Neujahr und auf der gleichen Kanzel, auf der der dänische EU-Minister seine Ansprache hielt. Die Aussendung eines homosexuellen Botschafterpaares könnte mit folgenden Worten des Psalmisten charakterisiert werden: "Du hast Gemeinschaft mit Ehebrechern".

Es war sehr weise vom Minister, dass er in seiner Predigt nur allgemeine Redewendungen benutzt hat. Auch war es sehr klug von ihm zu erklären, dass "es immer schwierig sei zu wissen, was recht ist". Ein gescheites Beispiel, das er geben könnte, ist, dass "man die Geschichte erst kennt, wenn die Erzählung zu Ende ist". Die Christenheit unseres Landes hörte ihm am Fernsehen aufmerksam zu, als er auf der Kanzel seufzend zugab: "Man kennt erst die Wirkung seiner Handlungen, wenn diese stattgefunden, und ihre Spur hinterlassen haben."

Dies gilt allerdings nicht in seiner Angelegenheit. Bevor er seine homosexuellen Gesandten zum Spott des jüdischen Volkes und als bedauerliche Repräsentation Dänemarks in Israel anbrachte, hätte er wissen müssen, was hier zu tun gewesen wäre. Er hätte nicht darauf zu warten brauchen, dass (wie er es ausdrückte), "man hinterher immer schlauer ist und weiß, was man stattdessen hätte tun sollen". Wenn er imstande ist, die Bibel zu öffnen und auf einer Kanzel zu predigen, dann kann er auch darin lesen, was das Alte und das Neue Testament zum "unnatürlichen Umgang" und "entehrenden Leidenschaften" zu sagen hat. Deshalb ist er in dieser Sache ohne Entschuldigung!

Und genau das ist der Grund, weshalb ich mir erlaube, Ihnen diese Briefe zu schreiben, sehr geehrter Herr Minister. Als Ihr EU-Kollege über die Türschwelle der Kirche in Dänemark trat, wurde er von einer prophetischen Stimme empfangen, die 60 Jahre zuvor an gleicher Stelle zu hören war. Die Erinnerung an Kaj Munks laute, helle Stimme wurde aufs Neue geweckt: "Dazu hast du kein Recht!" lauteten die Worte Johannes des Täufers an den damaligen großmächtigen Herodes. Erlauben Sie mir einige Aussagen von dieser Predigt hervorzuheben, sie sind wie auf den dänischen Außenminister zugeschnitten...!

Kaj Munk gibt einige der Gedanken wieder, die dem Täufer durch den Kopf gegangen sein müssen, ohne dass er diese zum Ausdruck gebracht hat. "Herodes ist augenblicklich ein einflussreicher Mann," warnte ihn eine innere Stimme. "Die Zeit ist noch nicht gekommen, um an ihn heranzukommen, warte, bis er sich beim Volk unbeliebt gemacht hat, oder er durch irgendeine Ungeschicklichkeit den Römern in die Quere kommt. Die Wahrheit leidet nicht darunter, dass sie eine Zeit lang verborgen bleibt, sie verbleibt weiterhin wahr; im gegebenen Augenblick kannst du mit deinem ganzen prophetischen Gewicht auftreten und ‚den schief stehenden Wagen umzukippen'...

Als unser Außenminister die Treppe zur Kirche hochging, geschah aber das, was Kaj Munk mit folgenden Worten beschreibt: " Jetzt ist die Zeit gekommen! Die Stunde der Wahrheit ist angebrochen und verlangt "über die Furt getragen zu werden." Der Wind blies durch die hohen Bäume, als er seine Hand auf die Türklinke der Kirche legte, um - mit der abgestumpften und verräterischen Handlung im Gepäck - das Wort des Herrn in seinen Mund zu nehmen. Da ertönte aus dem Kellerverlies in Jerusalem und den Hügeln in Dänemark die Worte: "Dazu haben Sie kein Recht!"

Die dänischen Christen zweifeln nicht an der Tatsache, dass die Kirchenkanzel hier ausschließlich zu dem Zweck benutzt worden ist, das in der EU-Verfassung niedergelegte Verbot, sich negativ über die Sünde zu äußern, die das Neue Testament als "widernatürliche Unzucht" nennt, zu verteidigen. Ein Umstand, der der Heiligen Schrift zufolge härter bestraft wird als Ehebruch. Die Predigt des Außenministers sollte beweisen, dass er sich ganz auf der Linie des Evangeliums bewegt, wenn er zwei homosexuelle Diplomaten mit "Krone und Siegel" ausstattet und nach Jerusalem schickt. Um diesen wesentlichen Punkt im Hinblick auf die vorliegende EU-Verfassung klar herauszustellen, nehme ich mir die Freiheit, Ihnen bald die letzten fünf Schreiben zu senden. Sie haben folgende Titel:

11 ."GRAUENVOLLER IRRTUM"
... nennt der Gemeindepfarrer die Rede des dänischen Außenministers

12. "UNZUCHT MIT FREMDEN GÖTTERN"
… Worte des dänischen Pfarrers über den Herodes der damaligen Zeit!

13. "NUCKELFLASCHE"
... Kaj Munks Beschreibung einer "seichten" Predigt

14. HANDSCHELLEN
... jede Form von Einspruch ist zu erwarten

15. ENTLARVT
Sie haben keinerlei Einblick auf das Europa der Zukunft!