Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-06-21

Minister Journal Nr. 4

Einleitung: Mit Schmerzen habe ich versucht, sehr verehrter Herr Minister, Ihnen In den vorherigen Briefen klarzumachen, dass mein Vaterland, Dänemark, den Abschnitt 9, Artikel 2:21, Stück 1 der neuen Konstitution über „das Verbot der „Unterschiedsbehandlung“ erfüllt hat, indem er am 1. September 2003 einen homosexuellen Botschafter mit seinem Partner als „Botschafterehepaar“ nach Israel gesandt hat! Kurz darauf wurde der dänische Außenminister, Per Stig Møller, eingeladen, in einer der berühmtesten Kirchen Dänemarks (in der der dänische Nationalheld, Kaj Munk von den Nazis ermordet wurde) eine Festansprache zu halten. Von diesem Predigtstuhl aus konnte der für diese betrübliche und gefährliche Einhaltung der neuen EU-Verfassung Verantwortliche seine Verteidigungsrede halten.

 Morgen werde ich Ihnen den letzten Brief in dieser Serie über die dänische EU-Predigt schreiben, die mehr als alles andere den gottlosen Geist aufdeckt, der hinter der neuen EU-Verfassung steckt. Mein fünfter und letzter Brief trägt die Überschrift: „Die Verderbtheit“. In Kürze werden weitere fünf Briefe veröffentlicht, deren Titel ich Ihnen morgen mitteilen werde.

DER SPIEGEL
... der Ihnen die Wahrheit zeigt, Herr Minister!

Sehr geehrter Herr Minister,

Je länger ich mir hier in der israelischen Wüste die Botschaft Ihres dänischen EU-Ministers von der Kanzel in o.g. dänischer Kirche anhöre, desto skeptischer werde ich. Obwohl er seine Botschaft aus dem Matthäusevangelium gut formuliert und stilgerecht darlegt, vernehme ich, dass sich dahinter eine ganz bestimmte Absicht verbirgt! Von der Kanzel aus hebt der dänische EU-Minister hervor, dass Jesus mit den Worten „sein Kreuz auf sich zu nehmen“ meint, dass „wir die Liebe zum Leben bewahren sollen“. Zu seinen Zuhörern gehören auch die Gläubigen, die zum Ausdruck gebracht haben, dass er eine Schandtat von historischem Ausmaß beging, als er ein homosexuelles Paar als Dänemarks offizielle Repräsentanten in der Botschaft in Tel Aviv einsetzte. Wenn er sich nun auch bemüht, allen verständlich zu machen, dass man – um der „Erfüllung dieser Liebe“ willen, -  „eine Situation nicht zu seinem eigenen Vorteil auszunutzen darf“, so ist dies meiner Auffassung nach gerade durch seine Verkündigung geschehen! Er versucht nämlich, seinen ernsthaften Fehltritt zu rechtfertigen, selbst wenn er sich damit begnügt, allgemeine Redewendungen zu verwenden, um dem Ganzen einen Schein von Objektivität und Unverbindlichkeit zu geben.

Er erklärt u.a., dass, wenn man wenigstens nach seinem eigenen Gewissen handle, „es man sich leisten könne, am nächsten Morgen sein eigenes Gesicht im Spiegel zu sehen“ ...

Mit seinen eigenen Worten bringt er zum Ausdruck, dass er am darauf folgenden Morgen mit sich selbst zufrieden war, nachdem er einen homosexuellen Botschafter und seinen männlichen Partner an eine der empfindsamsten, europäischen Auslandsstellen gesandt hatte! Er konnte sich sein Spiegelbild anschauen und sagen: „Das hast du gut gemacht! Hier habe ich im Willen Christi gehandelt! Was auch die Gläubigen Europas dagegen vorzubringen haben, so habe ich das Richtige getan! Ich kann dazu stehen, dass ich dieses homosexuelle Paar ausgesandt habe, nehme mein Schicksal auf mich und bekenne mich zum christlichen Zeugnis!“

Weil er sich nun dieser Herausforderung stellt, und sogar von einer Kanzel aus diese widergöttliche Handlung gegenüber Jerusalem und dem jüdischen Volk in Worte kleidet, muss er sich damit abfinden, dass seine Handlung an den Worten der Bibel gemessen wird. Hätte er bloß in seiner Eigenschaft als EU-Minister gesprochen, könnte er sich mit seiner eigenen humanistischen Denkweise verteidigen, doch er hat in einer Kirche das Neue Testament als Vorlage für seine Ansprache benutzt. Von daher gibt es für ihn keine Rechtfertigung. Das Maß, mit dem er misst, ist der Maßstab, womit er gemessen wird!

Das Bild, das er im Spiegel sieht, ist leider das unheimliche Bild eines EU-Ministers, der sich erdreistet hat, auf den hebräischen Schriften der Bibel herumzustampfen, und der in seiner unverhohlenen Verachtung für Jerusalem antisemitischer gehandelt hat als sein destruktiver Vorgänger.

Das Neue Testament spricht jedoch von einem Spiegel, der die Eigenschaft besitzt, die Menschen zu verwandeln, wenn sie in ihn hineinsehen! Es ist der Spiegel des Wortes Gottes, in dem der Christ das verherrlichte Bild seiner eigenen Person sehen kann: „Nun aber spiegelt sich bei uns allen die Herrlichkeit des Herrn ... und wir werden verklärt in sein Bild... (2. Kor.3:18) Die Voraussetzung für diese wunderbare Verwandlung ist jedoch, dass unser Angesicht „aufgedeckt“ sein muss, d.h. es darf keinerlei Versuch unternommen werden, die Wirklichkeit zu verdecken. Sollte der dänische EU-Minister weiterhin seine unglückselige Amtshandlung verteidigen wollen, so kann bei ihm keine Lebensverwandlung stattfinden, und somit auch nicht der dazugehörige Prozess der Heiligung. Seine Verteidigungsrede verschlimmert seine Situation nur noch. Der Spiegel Christi zeigt einen EU-Minister, der seine Fehlentscheidung erkennt, und der demzufolge die zwei schamlosen Repräsentanten nach Hause zurückbeordert. Bei einer solchen Verhaltensweise könnte er nach seiner eigenen Aussage: „dazu stehen und sich selbst im Spiegel sehen“ ... sonst nicht!

Nachdem sich die angespannte Situation im Nahen Osten zusehends verschlimmert, möchte ich Sie, sehr geehrter Herr Minister, bitten, nicht dem tragischen Beispiel meines Vaterlandes zu folgen und sich Israel gegenüber verächtlich zu äußern. Während des Zweiten Weltkrieges führten die Dänen eine großartige Rettungsaktion durch, die das Leben der verfolgten Juden vor dem sicheren Tod bewahrte. Seitdem hat unser Land Gottes Segen erfahren. Allerdings fürchte ich, dass aufgrund des mangelnden Verständnisses einiger Minister im Hinblick auf ihre Haltung gegenüber Jerusalem, Gottes Missfallen über Europa bringen werden. Deshalb erlaube ich mir, wie erwähnt, meine Korrespondenz mit Ihnen über dieses wichtige Thema in Kürze fortzusetzen. Morgen werde ich im letzten Abschnitt dieser Serie von Briefen den Unterschied hervorheben zwischen dem Geist, der vom Predigtstuhl des vor 60 Jahren ermordeten Pfarrer ausging, und dem verderblichen Geist, in dem ein EU-Minister von der gleichen Kanzel herab einen Paragraphen der Verfassung verteidigt, zu der die Bürger Europas nun Stellung nehmen sollen.