Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-06-20

Minister Journal Nr. 3

Einleitung: Wie bereits zuvor erwähnt, wurde im Spätsommer 2003 ein homosexuelles Botschafterpaar in der Botschaftsresidentz in Tel Aviv angebracht. Die israelischen Zeitungen beschrieben den peinlichen Augenblick, als die zwei homosexuellen Diplomaten ihr Beglaubigungsschreiben dem israelischen Präsidenten, Moshe Katzav überreichten. Zum Jahreswechsel 2003/2004 wurde der für diese Entsendung verantwortliche Minister, Per Stig Møller aufgefordert, in einer bekannten dänischen Kirche zu predigen (Zwischen dem 3. und 4 Januar 1944 wurde dort der Pfarrer dieser Kirche, Kaj Munk, von den Nazis ermordet.) Ich nehme mir die Freiheit, heute auf einen weiteren Teil dieser Predigt einzugehen, denn sie zeigt eine Haltung auf, die für das neue Europa typisch ist. Ich nenne diesen Brief: "Die Erklärung des Ministers". Ich bitte Sie, morgen den Abschnitt zu lesen, der die Bezeichnung "Der Spiegel" trägt. In dieser EU-Predigt spiegelt sich ein antichristlicher, humanistischer Geist wider. Dieser versucht, sich Anerkennung in Bezug auf gewisse gottlose Paragraphen in der neuen Konstitution zu verschaffen.

DIE ERKLÄRUNG DES EU-MINISTERS
... nimmt er sich seine eigene EU-Predigt zu Herzen?

Sehr geehrter Herr Minister!

Wenn ich im vorhergehenden Brief die Predigt Ihres dänischen Kollegen als schlecht bezeichnet habe, sollten Sie mich nicht missverstehen! Im Grunde genommen war es eine ausgezeichnete Predigt. Sie war so gut, dass man sich die Frage stellen muss, weshalb der dänische Beamte Minister geworden ist! Denn die Kanzel fast aller evangelischen Landeskirchen und einiger Freikirchen stehen ihm zur Verfügung. Predigten dieser Art sind nämlich an jedem Sonntag von Tausenden von Predigtstühlen sowohl in unserem Land als auch über ganz Europa zu hören. Er hätte ein guter Prediger werden können! Die Leute würden ihm sicher gerne zuhören ...

Warum habe ich Ihnen wohl gesagt, dass es "eine schlechte Predigt" war? Aus dem einfachen Grund, dass seine Erklärung im Hinblick auf den Text des Tages nicht mit dem Evangelium übereinstimmt. Der Bischof hätte einschreiten müssen! Seine Botschaft war purer Humanismus! Sie drückte in keiner Weise das aus, was Jesus mit seinen Worten gemeint hatte, und deshalb war sie völlig fehl am Platze. Ja, er hat letztlich die ihm gebotene Gelegenheit genutzt, oder besser gesagt missbraucht, um seine unanständige Handlungsweise zu rechtfertigen, deren er sich durch die Aussendung eines homosexuellen Botschafters und seines Partners nach Israel schuldig gemacht hat. Dies geht zwar nicht direkt aus seiner Verkündigung hervor - doch bei näherem Hinschauen tritt dieses Motiv deutlich in den Vordergrund. Erlauben Sie mir, Ihnen dies zu erklären:

"Was sollen wir tun?" fragt er und gibt darauf eine Antwort, die das wesentlichste Anliegen seiner Botschaft zu sein scheint: "Wir müssen die Liebe zum Leben bewahren!"

Er erklärt in seiner Predigt, dass dadurch aller Wahnsinn letzten Endes doch Sinn ergebe, auch im Bezug auf die letzten Verse im Matthäusevangelium, als Jesus sagt, dass derjenige, der nicht sein Kreuz auf sich nimmt und ihm nachfolgt, seiner nicht wert sei.

Wir sollten gemeinsam den Text untersuchen, um festzustellen, ob "das Bewahren der Liebe zum Leben" standhält. Meint Jesus dies wirklich, wenn er davon spricht, "sein Kreuz auf sich zu nehmen und ihm zu folgen"? Jesus sagt, dass derjenige, der dieses Gebot ernst nimmt, Zwietracht in der Familie säen wird, und dass sein Personal zu seinen Feinden zählt.

Letzteres hat Ihr dänischer Kollege ja am eigenen Leib erfahren. Als oberster Chef eines Ministeriums hat er einige schwierige Entscheidungen treffen müssen. Nicht zuallerletzt im Hinblick auf den homosexuellen Diplomaten, der als Botschafter für Israel vorgeschlagen wurde! "Derjenige, der sein Kreuz aufnehmen will, kann nicht darum herumschleichen, um seine Haut zu retten," erklärt er. (Deshalb hat er "ja" sagen müssen!) "Derjenige, der das Kreuz auf sich nehmen will, muss das dafür Erforderliche tun und die Kosten tragen," lautet es weiter in seiner Predigt. Deshalb musste er in dieser Angelegenheit (um die Liebe zum Leben zu bewahren) das homosexuelle Paar nach Israel aussenden. "Derjenige, der IHM folgt," heißt es weiter in seiner Predigt, "muss mit allerlei Problemen rechnen. Ja, er steht in Gefahr, dass alle sich gegen ihn wenden, doch das muss er auf sich nehmen in dem Bewusstsein, das zu tun, was getan werden muss..." Mit dieser Erklärung können die Christen in Dänemark sagen: "Ach so, deshalb hat der Minister die Homosexuellen nach Jerusalem gesandt. Er wollte nur den Worten Jesu folgen und tun, was getan werden musste..."

"Liebet ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten," sagt Jesus (Johannes 14:15). Er wiederholt: "Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's der mich liebt (v. 21). Das Neue Testament verurteilt Homosexualität - wie ich in mehreren meiner Briefe an den dänischen Minister bereits erwähnt habe - und zwar so klar, dass er in dieser Angelegenheit niemals behaupten kann, er hätte "dem Gebot Jesu gehorcht". Wenn er das täte, was er predigt, müsste er sogleich das ausgesandte "schamlose Paar" nach Dänemark zurückbeordern! Wie der Bibeltext voraussagt, würde sich in solch einem Fall sicherlich sein Personal gegen ihn wenden. Doch dann wäre er würdig eine Kanzel zu besteigen - sonst nicht!

Wie Sie sehen, sehr geehrter Herr Minister, wird die Heilige Schrift verdreht, um sie dem neuen EU-Muster anpassen zu können. Seit Jahren hört man auf den Kanzeln Europas die gleichen Töne. Es wird überall ein "humanistisches Evangelium" gepredigt. Wir bitten Sie, diesem humanistischen Geist keinen Glauben zu schenken, denn den Worten folgt nicht die entsprechende Handlung. Besonders bitten wir Sie darauf zu achten, wie man sich gegenüber Israel und Jerusalem verhält. Sie sollten sich über die Konsequenz des Paragraphen in der neuen Konstitution im Klaren sein, der eine negative Beurteilung des ausgesandten dänischen Botschaftspaares verbietet.