Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-11-06

LETZTER AUFRUF
… so taufte ich ihn in einem Wasserloch in der Wüste!

"Dies erinnert an die Geschichte von der Hochzeit des Königsohns", sagte mein 15-jähriger Sohn Ephraim, als er sah, wie es mit unseren Einladungen zur Wüstenexpedition in Israel im Oktober 2004 aussah. Die Hochzeitsgeschichte, auf die er hinwies, steht u.a. im Matthäusevangelium, wo Jesus von einem König erzählt, der die Hochzeitsvorbereitungen für seinen Sohn traf. Die Einladung wurde landesweit versandt, doch keiner der Eingeladenen folgte der ehrenvollen Aufforderung zu kommen! "…sie gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere an seinen Handel" (Matth. 22:5). Zum Schluss sandte der König seine Diener auf die "Kreuzwege der Landstraßen" … und jene Knechte brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse wie Gute" (Vers 10).

Etwas Ähnliches ist bei der Durchführung dieses besonderen Wüstenprojekts geschehen, und mir kam der Gedanke, ob dies wohl ein prophetischer Hinweis auf das sein könnte, was sich in einem größeren Rahmen abspielt? Auch was das Verhältnis zwischen Europa und Israel anbelangt und die damit verbundene Einladung, aktiv am "Hochzeitsdienst" im Heiligen Land teilzunehmen? Der Aufruf richtet sich heute an viele Verstoßene und "Invalide", die vielleicht in den Augen der Welt "ihre Papiere nicht ganz in Ordnung haben". Es findet nun ein letzter Aufruf statt! Diejenigen, die diese Situation erkennen, sollten sich bei: www.YES-to-GOD.com melden.

(Es werden weiterhin Übersetzer für unsere Tagesjournale gesucht).

Der Auftakt selbst zu unserer Wüstenexpedition war bewegend. Bereits Monate zuvor hatte ich mich mit verschiedenen messianischen Gruppen und Leitern hier in Israel in Verbindung gesetzt. Sie zeigten nur wenig Interesse, und ich merkte, dass das Problem, dem ich hier immer wieder begegnet war (überall, wo ich mich während der letzten 9 Jahre aufgehalten habe) dabei eine Rolle spielte: Wer bist du eigentlich? Ist es nicht etwas seltsam, dass du nun in alten Wohnwagen in der Wüste wohnst? Wir haben so viele, die hierher ins Land kommen, und sich entweder für Johannes den Täufer, für Moses oder einen anderen Wüstenpropheten halten! Du bist doch sicher einer von ihnen, oder? Übrigens haben wir bereits unser Programm, und das können wir nicht einfach ändern! Bitte entschuldige uns…

So schob ich den Gedanken, dass nur gläubige junge Leute an dieser Reise teilnehmen sollten, zur Seite. Gottes guter Heiliger Geist hatte es nicht leicht, mich von diesem Gedanken abzubringen, da ich mich in die Idee verbohrt hatte, dass es - biblisch gesehen - "nur in Christus" möglich sei, junge Juden und Nichtjuden zu vereinen. Doch dann geschah etwas, das mich veranlasste, meine Haltung zu ändern. Nicht dass ich von meiner "Doktrin" Abstand nahm! Nein, ich glaubte weiterhin daran, dass die zukünftige Vereinigung "nur in Christus" geschehen kann, doch sah ich, dass diese eine viel breitere und tiefere Bedeutung hatte, als ich mich vorgestellt hatte.

Ein junger Musiker aus Paris hatte sich zu unserer Wüstenexpedition angemeldet. Als ich fragte, ob er Christ sei, verneinte er, worauf ich ihm sagte, dass er in diesem Fall auf eine andere Gelegenheit warten müsse. Auf einer Reise in Griechenland rief ich ihn jedoch an und sagte, dass er kommen dürfe. Er tauchte bei uns im Camp auf, nachdem er zuvor noch am Strand in Tel Aviv gewesen war, wo er einen jungen Juden über Jesus predigen gehört hatte. Dort wurde er so mit dem Geist Gottes erfüllt, dass er 40 Minuten weinend seine Sünden bekannte. Danach musste er - zum Erstaunen der Umstehenden - vor lauter Freude und Befreiung lachen. Nach einer Morgenandacht in unserem Wüstencamp kam er zu mir und bat darum, getauft zu werden. Ich las ihm aus dem 6. Kapitel des Römerbriefes vor, dass dieser Schritt "Tod über sein altes Leben bringen" und dass er "aus dem Wasser zu einem neuen Leben auferstehen wird". Als er erklärte, dass er von nun ab nur für Jesus leben wolle, taufte ich ihn in dem Wasserloch einer 3 km entfernt liegenden Wüstenoase.

Durch diese Begebenheit wurde meine Ansicht darüber, wer an unserer geplanten 5-tägigen Wüstenexpedition teilnehmen dürfe, geändert. Darüber möchte ich im morgigen Tagesjournal berichten.