Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-12-13

„DAS KÖNIGSJOURNAL"
Nr. 4

EIN BLUTIGES DOKUMENT
… Die EU-Verantwortlichen haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht!

Bevor ich 1995 mit meinem Pilgerkonvoi nach Israel kam, hörte ich bereits unterwegs die traurige Nachricht von der Ermordung des israelischen Premierministers, Rabin. Zuvor hatte er noch an einer Massenkundgebung teilgenommen, auf der u.a. der Text eines Liedes verteilt worden war, in das viele Tausend mit einstimmten. Als die Musik langsam zu Ende ging, steckte Rabin sein Gesangblatt in die Innentasche seiner Jacke. Ein paar Minuten später traf er seinen Mörder, der drei Schüsse auf ihn abfeuerte. Die tödlichen Kugeln durchlöcherten das in seiner Innentasche steckende Gesangblatt, bevor sie sein Herz erreichten. Einige Tage später stellte ein jüdischer Maler in Haifa eine bewegende Replik des vom Blut rot gefärbten Gesangblattes aus. Ich besuchte die Ausstellung und fragte einen Sicherheitsposten, wie der Text an der Stelle lautete, an der das Gesangblatt von Blut durchtränkt war. Er las und zögerte. Ich ließ jedoch nicht nach. So sagte er: „Dort, wo der Text rot gefärbt ist, steht auf Hebräisch: „Dieses Werk müssen wir jetzt durchführen, wir können nicht länger auf Gott warten!" (frei übersetzt, aus dem Gedächtnis zitiert).

Die neue EU-Verfassung steht in der Gefahr, das gleiche Schicksal zu erleiden wie das Gesangblatt vom Königsplatz in Tel Aviv.

Die europäischen Machthaber haben, was den EU-Verfassungsvorschlag anbelangt, die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Sie haben und werden es weiter unterlassen, den Namen Gottes zu erwähnen und den Rat des Allmächtigen zu suchen…

Wie wollen sie auf die Frage Jesu antworten, die er im Haus eines Pharisäers stellte, als er mit einigen jüdischen Leitern zusammen saß und aß: „Wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung habe?" (Lukas 14:28)

Da 25 Staaten gemeinsam eine neue Zukunft aufbauen wollen, ist diese Frage ganz aktuell. Die Situation stellt sich zurzeit so da, als ob die 25 Regierungschefs mit allen ihren Ratgebern und Beamten, fertige Antworten parat haben. Sie können diese sogar schriftlich vorlegen! Alle Berechnungen scheinen in dem kaum zu bewältigenden Werk, das den Titel „Vorschlag einer EU-Verfassung" trägt, angestellt und festgelegt worden zu sein.

Eine schnelle Durchsicht der Einleitung (der so genannten Präambel) zu diesem Werk macht deutlich, dass eine Unterschrift bei den Berechnungen fehlt; die Verantwortlichen haben nämlich die Rechnung ohne den Wirt gemacht! In ihrem unfassbaren Hochmut und ihrer Selbstsicherheit präzisieren sie in der Einleitung, dass sie imstande sind, diesen Turm mit den vorhandenen Mitteln zu bauen! Um dieses Vorhaben auszuführen, brauchen sie weder Gott noch Engel noch den Heiligen Geist. Ja, sie bitten gar darum, dass von dieser Seite keine Einmischung erfolgt! Die einzigen Baumeister, die in diesem EU-Bau eines neuen Europas erwähnt werden, sind sie selbst! Wir haben alle etwaigen, unvorhergesehenen Hindernisse mit berücksichtigt", versichern sie. „Diese Aufgabe können wir gut alleine erledigen! Wir brauchen dazu keinen Gott!"

… in dem Augenblick, als Jesus diese Worte hörte, beendet er seine einleitende Frage. (Nämlich die Notwendigkeit, die Kosten zu berechnen, damit das Werk vollführt werden kann). Er sagt: „damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten, und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden!" (Vers 29-30)…