Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-05-16

Jerusalem Journal Nr. 7

EIN HEIDNISCHER MACHTHABER
... der Jerusalem zur Hilfe eilen soll.

Meiner Behauptung, dass noch ein mächtiger Helfer für Jerusalem in Erscheinung treten muss, wurde mit Skepsis begegnet. Kann es wirklich stimmen, dass noch ein Großfürst (wie damals König Kyros) auftritt, der Gottes Willen "vollendet" (Jesaja 44:228) mit Hinblick auf das geteilte Jerusalem, und der mit dazu beitragen soll, dass der Grundstein für den "Dritten Tempel" gelegt wird?

So weit ich sehen kann: Ja!

Der Herr, der Gott Israels, wird in der abschließenden Zeit einen einflussreichen Herrscher aus den Nationen "salben". Er wird ihn "bei seiner rechten Hand ergreifen", um Bestrebungen dieses Mannes, den Tempelplatz unter seine Kontrolle zu bringen, zu unterstützen und somit den göttlichen Rat zu vollenden". - "Völker werden diesen heidnischen Machthaber unterworfen, Türen werden geöffnet und Tore nicht verschlossen bleiben. Sein Feldzug wird durch "heimliche Schätze und verborgene Kleinode" finanziert werden (45:1-3). Der Betreffende scheint kein Christ zu sein, denn von ihm wird vorausgesagt, dass "er den Herrn nicht kennt" (45:4-5). Der jüdische Historiker Josephus berichtet, dass der erste König Kyros von dieser Prophetie wusste und danach handelte. Vielleicht trifft das gleiche auf den Mann zu, auf den die Welt wartet ...

Es ist eine wesentliche Frage: Ist der Bericht des Propheten Jesaja über König Kyros einzig und allein ein historisches Ereignis, das der Vergangenheit angehört, oder eine Weissagung, eine Voraussage, die sich bis in die Endzeit erstreckt? Ist das 45. Kapitel des Jesaja ausschließlich eine Darstellung eines einstigen heidnischen Königs, der Jerusalem zur Hilfe kam, eine Geschichte, die vor mehr als 2500 Jahren stattgefunden hatte, oder ist sie eine Zukunftsvision, deren Erfüllung wir in unserer Zeit erwarten können? Mit anderen Worten: "Wird es einen mächtigen Führer, einen Regenten, König oder Präsidenten geben - ein heidnisches Staatsoberhaupt - das die Macht und den Willen hat, für Jerusalem und den Bau des Tempels zu streiten?

Meiner Auffassung nach: Ja! Jesaja spricht nicht nur über eine Begebenheit, die für uns in die Geschichte eingegangen ist. Er erklärt, was in der Endzeit geschehen wird, er wiederholt den Inhalt von Daniels Voraussage über einen Gesalbten, einen Fürsten, "der nach Jerusalem kommen muss" (Daniel 9:25). Die Welt kann einen solchen Mann erwarten! Er hat bereits seinen Aufstieg begonnen! Als ein König Kyros wünscht er für Jerusalem das Beste. Und er ist ein Zeichen der Zeit!

Mein Hauptargument in dieser Sache ist, dass das Jesaja-Wort über den König Kyros in seinem Ursprung eine Prophetie ist, denn sie wurde 150 Jahre vor der Thronbesteigung des Königs Kyros (550 v. Chr.) ausgesprochen. Von daher kann sie - nach unserem Schriftverständnis - nicht nur einmal sondern mehrmals in Erfüllung gehen. Ja, die biblische Prophetie in Bezug auf den Antichristen hat sich schon viele Male erfüllt, doch der letzte und eigentliche Antichrist, der Erzfeind der Heiligen, ist noch nicht in Erscheinung getreten (1.Joh.2:18). Ebenso dieser mächtige Helfer Jerusalems: Er, der den Grundriss des Dritten Tempels mit festlegt! Über ihn ruft der Gott Israels aus: "Mein Hirte, er soll meinen Willen vollenden," und im gleichen Atemzug: "ICH sage zu Jerusalem: Werde wieder gebaut! und über den Tempel: Werde gegründet! (Jesaja 44:28).

Der einstige König Kyros war nicht imstande, den Willen Gottes in Bezug auf Jerusalem und den Tempel, der "ein Gebetshaus für alle Nationen sein soll (Jesaja 56:7 + Markus 11:17) zu vollenden. Deshalb ist noch ein König Kyros auf dem Weg. Wer ist er?