Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-06-14

Imperiumsjournal Nr. 5

DER SCHWARZE TOPF
… mit den "ekelhaften Brei" des Fundamentalismus!

Nur wenige sind sich heute darüber im Klaren, dass eine gläubige Frau "die ihre Gottesfurcht bekunden will," (1. Tim. 2:10) "ihren Kopf bedecken sollte, wenn sie betet oder weissagt" (1. Kor.11:5). Es sind also nicht nur die muslimischen Frauen, die aufgrund einer weltlichen Gesetzgebung (wie dies nun in Frankreich der Fall ist) für ein solches "Versehen" zur Verantwortung gezogen werden können. Der Unterschied ist nur der, dass die Christin ihr Haupt nur beim Gebet zu bedecken braucht (oder wenn sie in der Gemeinde mit einer der geistlichen Gaben dient (1. Kor.12:4-10)) während der Islam die Kopfbedeckung im täglichen Leben einer Frau vorschreibt…

Wie dies überall bei der Gesetzgebung in den westlichen Ländern der Fall ist, bahnt die Politisierung der Muslime im Hinblick auf ihre religiösen Sitten den Weg für Bestimmungen, die eine spätere Verfolgung derjenigen christlichen Frauen ermöglicht, die die Erfüllung der biblischen Gebote ernst nehmen. Alle werden in den gleichen schwarzen Topf geworfen, der für die Leute bestimmt ist, die man als Sekte bezeichnet. In diesem Topf befindet sich somit der "ekelhafte Brei des Fundamentalismus"! Der in der EU-Verfassung so hübsch beschriebene "religiöse Pluralismus" oder "Anerkennung der Vielfalt" wird bereits beschnitten und in eine Richtung gebracht. Das Messer nähert sich nun einem Bereich, den - so die allgemeine Auffassung - keiner verteidigen wird. Doch sie täuschen sich!

Es ist allen klar, dass auf dem Gebiet der Bioethik ein heimlicher Kampf um die Gesetzgebung ausgetragen wird. Der Streit um die Berechtigung der Gentechnologie ist im Grunde genommen ein Streit um die Existenz des Schöpfers! Es geht dabei um Gott! Der Kampf der Gesetzgeber um das Phänomen, das in der neuen EU-Verfassung mit den Worten "jede Unterschiedsbehandlung (Diskriminierung) aufgrund von… ist verboten (Abschnitt 3, Artikel 2-21, Stück 1), zum Ausdruck kommt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein Streit um die Autorität der Bibel! Es geht hierbei darum, dass die Heilige Schrift Homosexualität verurteilt. Die Debatte über die Berechtigung der religiösen Kopfbedeckung der Frau, die z.Zt. in Frankreich und Deutschland, sowie anderen europäischen Staaten auf Hochtouren läuft, ist letztlich (den meisten ist dies nicht bewusst) ein Streit um die "Überlieferungen der Apostel", wie sie im Neuen Testament aufgezeichnet sind. Diese Debatte zielt nicht nur auf die institutionelle Trennung von Staat und Kirche ab, sondern auf eine vollständige Verbannung jeglicher Form von Religionsausübung in der Öffentlichkeit. Sie reißt sowohl den muslimischen Frauen als auch den katholischen Nonnen die Kopfbedeckung herunter, und versucht gleichermaßen ein Verbot für das Tragen der jüdischen Kippa durchzusetzen. Außerdem sollen die Kreuze aus allen öffentlichen Räumen entfernt werden. Als letztes wird man gegen die freien protestantischen Gemeinden vorgehen, die an den "Überlieferungen der Apostel" festhalten.

"Ich lobe euch, dass ihr an mich gedenket in allen Stücken und haltet den Brauch, wie ich ihn euch gegeben habe." (1. nd weiter fährt er fort: "Darum soll die Frau eine Macht (Schleier) auf dem Haupte haben um der Engel willen" (V. 10)

Obwohl man im Allgemeinen der Auffassung ist, dass "das mit der Kopfbedeckung" für die Frau in der Gemeinde "nur ein kulturhistorisches Phänomen ist", so stößt die theologische Darlegung immer wieder auf die Autorität des Apostels, der diejenigen lobt, die an diesem Brauch festhalten (V. 1) Von einem Brauch kann man sagen, dass er immer weiter geführt wird, bis man ihn abschafft. Nach Aussage des Apostels ist beim Nichteinhalten des Brauchs kein Grund mehr gegeben, gelobt zu werden. Diesem wunderbaren Zeugnis schenken etliche geistliche Leiter heute keine Aufmerksamkeit mehr. Ebenso wie Millionen christlicher Frauen, die diesen Teil der apostolischen Lehre eher als gering und bedeutungslos einschätzen (Apostelgeschichte 2:42).

Doch die Stunde ist gekommen, dazu Stellung zu nehmen, denn inzwischen ist das "äußere Zeichen" eine Frage der Gottesfurcht. Jetzt geht es nicht mehr darum, dass die Gläubige Angst vor der Meinung anderer Frauen oder ihres Pastors hat, der in dieser Sache anders lehrt. Nun werden Richter und Polizei sich dafür einsetzen, dass das äußere Zeichen der Gottesfurcht von der Bildfläche verschwindet. Alle Zeichen der "Ehrerbietung" oder Anzeichen dafür, dass man "eine andere Autorität akzeptiert als die des Kaisers" (V.10) sollen verbannt werden. Darüber gäbe es noch viel zu sagen …