Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-07-30

Grundgesetzjournal
Nr. 7

Eine bedrohliche Räuberherde
… auf dem Vormarsch in Europa

Falls ein Staat, eine Gesellschaft oder Organisation - oder auch ein einzelner Mensch - gegen die große europäische Union angehen will, so wird man es zu spüren bekommen! Wenn es in dem Verfassungsvorschlag heißt, dass "die Union allen gegenüber offen ist…, die ihre Werte respektiert," so liegt eine versteckte Drohung hinter dieser entgegenkommenden Haltung" (Artikel 1, Stck. 2). Wenn es heißt, dass die Union bereit ist "ihre Werte zu verteidigen", vernimmt man eine unheilvolle Drohung (Artikel 3, Stck.4), und wenn präzisiert wird, dass der Versuch unternommen wird, "diese Werte mit den entsprechenden Mitteln durchzusetzen, so bleibt es der Phantasie eines jeden einzelnen überlassen, sich vorzustellen, um welche Mittel es sich hier handelt (Artikel 3, Stck.5). Alle Unionsmitglieder müssen bei der Annahme der neuen Verfassung unterschreiben, dass sie "keine Maßnahmen ergreifen werden, die der Verwirklichung der in der Verfassung angegebenen Ziele hinderlich sein könnten" (Artikel 5, Stck.2) Mit anderen Worten: Kein organisierter Widerstand! Keine Volkserhebungen oder zielgerichtete Opposition. Keine geistlichen Barrikaden, kein Freiheitskampf! Keine Reformation und keine Protestanten! Die Unterzeichner setzen ihre Namen unter ein Dokument und geloben damit, "auf alles zu verzichten, was…". Tun sie es nicht, werden sie "bekämpft". Die Union weiß, wie sie sich zu verteidigen hat. Sie hat die "passenden Mittel", um gegen Widerspenstige anzugehen. Der Augenblick ist gekommen, einen Schutzwall zu errichten, um sich gegen die Räuberbände zu schützen, die auf dem Kontinent unterwegs ist, um zu stehlen und die Werte zu vernichten, die das väterliche Erbe der Nationen darstellen.

Es ist ein schicksalsträchtiger Irrtum zu glauben, dass ein Nein zur EU-Einheitskirche, die versucht, sich durch die politische Verfassung einen Weg in die Herzen der Menschen zu bahnen, in der unterschiedlichen Auffassung von einer Reihe von Dogmen begründet ist. Obwohl dies von großer Bedeutung ist, so ist jedoch die Freiheitsgrundlage der protestantischen Bevölkerungen das tragende Element. Diese kann sich niemals mit dem Geist aus Rom vereinigen! Die Volksgruppen, die vor 500 Jahren von den Wellen der Reformation erfasst wurden, besitzen heute nur noch geringe Kenntnisse im Hinblick auf den Unterschied der kirchlichen Zeremonien, doch die Kraft und wohltuende Brise, die uns aus den Einleitungsworten der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung entgegen strömt: "We are free men!" leben weiter in der Volkstümlichkeit der Länder. Und es ist dieser protestantische Geist, der immer noch gegen die religiöse "Mutterkirche" protestiert, die nun aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Der Kopf einer giftigen Kobraschlange hat sich erhoben. Sie beißt um sich nach allen Seiten, doch ein erneuerter Widerstand formiert sich. Wird der Schlangenkopf der EU-Einheitskirche zerschmettert werden? Werden sich die Christen gegen die verführerische "Heilung der kirchlichen Trennung" wehren? Wenn nicht, könnte das den Untergang der protestantischen Gemeinden bedeuten.

Die Uneinigkeit im Hinblick auf die verschiedenen Glaubenssatzungen ist nicht und kann niemals von untergeordneter Bedeutung sein. Das Entscheidende dabei ist, ob wir mit der aus dem Glauben kommenden Gerechtigkeit vor den Thron des Allmächtigen treten oder aber mit "guten Werken". Darüber wissen die großen Volksmassen jedoch nur wenig! Der individuelle Freiheitsdrang und die glückliche Selbstständigkeit (die der Grundgedanke des Protestantismus ist und sein innerstes Wesen) sind jedoch noch unter dem Volk lebendig. Diese Kraft wird nun mobilisiert, um "dem Vierten Reich" zu widerstehen (Daniel 2:40).

Dieser "Neuprotestantismus", der eigentlich das begehrteste Ziel der EU-Einheitskirche ist (im Hinblick auf die Verfolgung) bringt durch sein Nein zu einem solchen Europa etwas ungeheuer Positives und Schöpferisches zum Ausdruck. Es schlummert in der Bevölkerung, doch wird es täglich in der Existenz, Arbeit, Kultur und geistlicher Initiative ausgelebt. Die neue Verfassung zielt heimlich darauf ab, diese Wertgrundlagen dadurch zu untergraben, dass man gesetzmäßig andere "Werte" festlegt. In Dänemark wird dies u.a. dadurch zum Ausdruck kommen, dass die im dänischen Grundgesetz verankerten geistlichen Werte zunichte gemacht werden sollen. Eine Bande geistlicher Diebe ist unterwegs. Sie sind in voller Uniform und können Sheriffsterne der Union vorweisen. Sie sind hinter dem Erbsilber her, dem "800er Silber" des Grundgesetzes, das dem Bürger das Recht einräumt, sich gegen jedermann zur Wehr zu setzen, der sich erdreistet, seinen hochheiligen Glauben anzugreifen…