Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-07-25

Grundgesetzjournal
Nr.2

Knechtschaft
… denjenigen, die die Gefahr nicht sehen, sollte gekündigt werden!

Es gibt Leute, die sagen, dass ich zu weit gehe, wenn ich die Warnung des Galaterbriefes mit dem kommenden europäischen Grundgesetz in Verbindung bringe, die wie folgt lautet: "So stehet nun fest und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen!" Sie werden sagen: "In diesem Wort konfrontierte Paulus das Volk mit dem jüdischen Gesetz. Dies kann man nicht in einer derartigen politischen Angelegenheit anwenden wie dem EU-Gesetz"…

Ich will jedoch behaupten, dass der Kampf, der uns bevorsteht, auch mit der geistlichen Freiheit zu tun hat, die ein Großteil Europas durch die Reformation gewonnen hat! Gesetzlichkeit steht nicht nur mit dem von Paulus erwähnten "Sauerteig" (Gal. 5:9) in Verbindung, bei dem er auf die Lehre der Pharisäer hinweist. Nein, Gesetzlichkeit gibt es innerhalb des Islam und der dogmatischen Welt Roms. Sie findet sich bei dem Versuch einiger Bewegungen, durch das Einhalten von Regeln und Gesetzen, Heiligkeit zu erlangen. Sie findet sich überall dort, wo die Botschaft der Reformation über die Rechtfertigung durch den Glauben allein, keinen Eingang in den Herzen der Menschen gefunden hat! Deshalb müssen diejenigen, welche die Paragraphen einer neuen EU-Konstitution festlegen müssen, "in der geistlichen Welt bewandert sein"! Wenn sie jedoch behaupten, dass eine solche Welt überhaupt nicht existiert, sollte ihnen gekündigt werden! Denn dann haben sie keine Ahnung von der Größe der vor ihnen liegenden Aufgabe.

Überall in Europa wird im Augenblick fieberhaft und desperat daran gearbeitet, die letzte Frist (Juni 04) für die Änderungen der nationalen Landesgesetze nicht verstreichen zu lassen. In allen Parlamenten der verschiedenen Länder steht dies jetzt auf der Tagesordnung. Überall stellt sich die Frage, inwieweit die einzelnen Länder sich dem "Euroland" unterordnen wollen. Aus diesem Grunde werden in allen Hauptstädten "Verfassungskommissionen" oder "Grundgesetzkonventionen" ins Leben gerufen, denn das Imperium wartet dringend auf Antwort! Ist man in den verschiedenen Ländern bereit (wie dies ein dänischer Politiker formuliert hat): "die alten Grundgesetze zugunsten von "mondsüchtigen" Theorien und "übernationalen Abstraktionen"" abzuschaffen.

Ich habe in den vorhergehenden und will in den nachfolgenden Journalen Licht auf die gegenwärtige Entwicklung werfen, - insbesondere auf ihre Gefahr und die gähnend tiefen Klüfte - indem ich einige in Vergessenheit geratene Notizen hervorhole, die D.G. Monrad, der dänische Grundgesetzinitiator, niedergeschrieben hat.

In einem von den linksgerichteten, dänischen Parteien vorgelegten Grundgesetzvorschlag heißt es im Paragraph 14: "Jeder hat das Recht, frei zu denken!"

Dazu sagt der verstorbene dänische Grundgesetzurheber, D.G. Monrad: "Hier ist von nichts geringerem die Rede als von der Entwicklung eines volkstümlichen, geistlichen Wesens." Er fährt fort: (und es ist als ob er sich an die gegenwärtigen Staatsführer wendet): "Welch eine unglaubliche Gedankenkraft ist heute doch erforderlich, um die Gedanken eines Volkes zu leiten." Abschließend sagt er: "Um dies tun zu können, muss man sich im geistlichen Reich gut auskennen…"

Und das ist die große Frage, ob man dies von den Leuten sagen kann, die in diesen Stunden daran arbeiten, die gesetzmäßige Grundlage für Millionen von Familien - Männern, Frauen und Kindern - zu schaffen. Das alte Grundgesetz soll in den Schmelztiegel geworfen werden, um zu einem neuen europäischen Grundgesetz umgeformt zu werden. Wird bei den schön formulierten Worten: Jeder hat das Recht, frei zu denken" die Linie im Grundgesetzvorschlag weiter fortgesetzt, so wie das bei den europäischen Grundgesetzinitiatoren der Fall war? Diese sahen sich als "Richtungsweisende" für die Gedanken des Volkes. Sie sprachen davon, von der politischen Oberflächlichkeit abzusehen und provozierten mit dem Satz: "Welch eine unglaubliche Gedankenkraft doch vonnöten sei…? Ja, sie erklärten, dass solche Männer "im geistlichen Bereich sehr bewandert sein müssten".