Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-07-24

Grundgesetzjournal
Nr.1

Der Alptraum, irregeführt zu werden
… wenn die nationalen Grundgesetze über Bord geworfen werden!

Der erhabene Europäische Gerichtshof sieht das neue EU-Grundgesetz, das dem europäischen Volk nun vorgelegt werden soll, als eine Verfassung an, die den eigenen Verfassungen der Mitgliedsstaaten vorzuziehen ist! Darum geht es bei der Formulierung und Fertigstellung des neuen EU-Grundgesetzes, das bis spätestens Juni ds. Jahres bereitliegen soll.

Gerade in dieser für Europa so entscheidenden Stunde wird sich das Wort des weisen Königs Salomon bewähren: "Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet!" (Sprüche 29:18)

Wenn das europäische Volk sich nicht vom evangelischen Verständnis leiten lässt, das ihm vor 500 Jahren geschenkt wurde, wird die Irreführung (im religiösen sowie politischen Bereich) weiter fortschreiten, und in einem Alptraum enden. Doch wenn es auf Gottes Weisung und Sein Wort achtet, und der Lehre der Apostel über die Gerechtigkeit aus dem Glauben Gehör schenkt, wird es unter Gottes Segen kommen.

Einem der eigentümlichsten Staatsmänner in der Geschichte Europas, dem dänischen Schöpfer des Grundgesetzes und Bannerführer für die Freiheit des Volkes, dem Bischof D:G. Monrad, soll nun nicht mehr gedacht werden. Der Name dieses Mannes, der in dem dramatischen, revolutionären Jahr 1848 hinter der Ausarbeitung des ursprünglichen Textes für eines der markantesten und meist gewagten europäischen Grundgesetze stand, soll nun ausradiert werden, um der neuen EU-Verfassung Platz zu machen. Er ist einer von mehreren seines Geschlechts, von einem kleinen nordischen Land stammend, der tief in die spätere Entwicklung Europas eingegriffen hat. Er wird jetzt zur Seite gestoßen, damit den Millionen Europäern ein neues Grundgesetz gegeben werden kann. Die Formulierung des dänischen Grundgesetzes, das in Bezug auf Vornehmheit der Sprache und Ausdrucksstärke durchaus neben den Werken des zeitgenössischen Philosophen Søren Kierkegaard stehen kann, wird nun von den nationalen Politikern als "veraltet" und "irrelevant" abgetan. Man muss sich wirklich die Frage stellen: Steckt hier etwas anderes dahinter? Soll das neue EU-Grundgesetz etwas ganz Bestimmtes bezwecken, und von daher auf Biegen und Brechen durchgesetzt werden, auch wenn es längere Zeit in Anspruch nehmen sollte?

Die Antwort finde ich in einem bemerkenswerten Briefwechsel, der in dem politisch angeheizten Sommer des Jahres 1848 zwischen zwei Bischöfen stattfand. Hierbei schreibt der eine: "Wir können uns nicht auf die Regierung verlassen! Wir haben es mit Ministern zu tun, die heute im Parlament sitzen und morgen "in den Ofen geworfen werden". Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere sind sie doch Sklaven einer wilden Volksmenge. Dennoch bin ich der Auffassung, dass D.G. Monrad die Vorrangstellung der evangelisch-lutherischen Kirche beibehalten möchte, und die meisten Minister stimmen mit ihm darin überein."

Jetzt stellt sich die Frage: Wie steht es heute damit? Dabei denke ich nicht in erster Linie an die Bewahrung einer besonderen Kirchenrichtung, denn leider kann nicht übersehen werden, dass ein unheimlicher Umbruch und Glaubensverfall in den Staatskirchen Europas stattgefunden hat, sondern an das Evangelium, d.h. an das "evangelische, protestantische Prinzip"! Der Angriff der EU wird mit Sicherheit an diesem Punkt ansetzen. Wenn den Christen Europas die Zukunftsvision fehlt, so wird eine verfinsterte, von Rom inspirierte Einheitskirche bald ihre Schatten über den ganzen Kontinent werfen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns für einen Augenblick mit den Gedanken befassen, die der Däne D.G.Monrad sich im Hinblick auf das Grundgesetz gemacht hat…