Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-09-03

Journal: "Frieden stiftend"
Nr.8

Der Mauerdurchbruch
… der bereits stattgefunden hat!

Den meisten scheint es unverständlich, dass der Apostel die Vergangenheitsform verwendet, wenn er über "den abgebrochenen Zaun" spricht, der die Juden von den Heiden trennt. Die Scheidewand ist mehr denn je Gegenwart! Der Zaun, der die streitenden Parteien voneinander scheidet, steht heute vor den Augen der ganzen Welt sichtbar da! Die Verantwortlichen Europas arbeiten Tag und Nacht energisch daran, eine Öffnung in der gegenwärtigen, hohen Trennwand zwischen dem Gaza Streifen, der so genannten "Westbank" und Israel zu erwirken. Wie kann also der Epheserbrief den Ausdruck "Er hat den Zaun abgebrochen" (2:14) gebrauchen? Wäre die Rede von einem erneuerten Einsatz, der unternommen werden müsse, um die Trennwand abzubrechen bzw. zu durchlöchern, wären die Worte verständlich, doch darüber zu sprechen, dass der Zaun bereits "abgebrochen ist" (die Umzäunung, die jetzt aus Zement und Stahl errichtet wurde, ist ein zwischen Juden und Heiden stehendes unüberwindliches Hindernis) erscheint vielen unbegreiflich…

In diesem Zusammenhang spricht der Apostel jedoch von "den Werken, die Gott zuvor bereitet hat (in Christus)" (Epheser 2:10. Diejenigen, die in dem Dienst stehen, den "Gott vor Grundlegung der Welt in Christus vorbereitet hat," werden zu ihrer eigenen Überraschung erleben, dass wenn sie die Jahrhunderte alte Feindschaftsmauer zwischen Juden und Heiden erreichen, so ist sie weg! Sie ist bereits aus dem Weg geräumt worden. Ein Ereignis in der Geschichte hat bewirkt, dass sie entfernt wurde. Von daher können die Ausgesandten des Herrn mit vollkommener Ruhe durch die durchbrochene Mauer gehen…

Dieses Geheimnis müsste in weit größerem Maße den Politikern mitgeteilt werden, deren Aufgabe es ist, die Mauer der Feindschaft zu durchbrechen.

Es gibt Menschen, die sich vor Gottes Vorherbestimmung fürchten. Sie stehen unter dem Einfluss des finsteren, teuflischen Gedankens, dass "Vorherbestimmung" nur Unglück, Begrenzung und letzten Endes Verlorensein mit sich bringen kann. Ja, es gibt sogar einzelne, die meinen, dass sie dazu "vorherbestimmt" sind, ‚zerbrochene Gefäße' zu sein, die eines Tages in der Hölle landen werden. Welch ein falsches Bild vom Vater! Welch eine teuflische Verdrehung und Lüge in Bezug auf Gottes Vorherbestimmung. Nein, der Apostel erklärt mit Autorität, dass "Gott uns in Liebe vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst" (Epheser 1:5). Was Gott in Liebe ausführt, kann niemals böse und finster sein, und was ER in Liebe vorausbestimmt und zurechtgelegt hat, kann nur das Allerbeste für uns sein und das größte Privileg, das seinen Kindern widerfahren kann. Dies gilt nicht zuletzt für den Dienst, der mit dem "Mauerdurchbruch" zu tun hat.

Wenn es deshalb im nachfolgenden Kapitel des Epheserbriefes heißt: "Denn wir sind sein Gebilde in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen" (2:10) - so ist hier ganz klar die Rede von dem Begriff, den wir "die vorbereiteten Werke" nennen. Das heißt ein Wirken, das vorbereitet worden ist, und das deshalb (bereits vor Grundlegung der Welt) alle Hindernisse und heimtückischen Angriffe mit einkalkuliert hat, durch die der Feind Gottes Plan zu verhindern sucht. Ebenso wie Gott alle Einzelheiten in dem Endzeitwerk vorbereitet hat, das mit "der Vereinigung der zwei Parteien in Christus" zu tun hat, so hat ER zu diesem Zweck auch einige Menschen geschaffen und geformt, die diesen Dienst ausführen sollen. Sie sollen "in den zuvor bereiteten Werken wandeln (2:10). Es geht hier also um eine langsame Entfaltung des göttlichen Plans, der abschließend zu der überraschenden Erkenntnis führt, dass "der Mauerdurchbruch" zwischen Juden und Heiden stattgefunden hat!

Auf diesem Hintergrund sind die Worte des Apostels über "den Frieden Gottes" zu verstehen. "ER (Jesus) ist unser Friede," heißt es im Epheserbrief, "der aus beiden eines hat gemacht und hat abgebrochen den Zaun, der dazwischen war" (2:14). Diejenigen, die außerhalb der vorbereiteten Werke wandeln, geraten in einen Wirbelwind von Stress und Hektik. Rastlos und verzweifelt suchen sie nach Ruhe in ihrem Dienst für Gott, doch unaufhörlich - Tag und Nacht - werden sie von Gedanken der Unvollkommenheit und des Unerreichten geplagt. Vor ihnen erheben sich unüberwindliche Mauern! Diejenigen dagegen, die in dem Werk zur Ruhe kommen, das Gott nicht nur mit der größten Sorgfalt und Voraussicht geplant, sondern auch genau zurechtgelegt hat, finden Frieden! "ER ist unser Friede"…

Jedes Vorhaben, das darauf hinzielt, diese zwei einander verhassten, durch eine große Scheidewand voneinander getrennten Parteien zu vereinen, werden auf Wege und Pfade stoßen, auf der Steine, Schlangen, umgehauene Baumstämme und andere Hindernisse bereits entfernt worden sind. Auf dieser Wanderung werden sie einen Frieden erleben, den die Welt nicht geben kann. Jubelnd werden sie durch die durchbrochene Mauer schreiten…