Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-09-02

Journal: "Frieden stiftend"
Nr.7

Wo die Dunkelheit am größten ist
… schwebt der Geist Gottes über dem Wasser!

Bereits bei den ersten Vorbereitungen zur Durchführung unserer Wüstenexpedition in der Arava Senke in Israel vernahmen wir einen unsichtbaren, drohenden Widerstand. Im Hinblick auf die Art der uns gestellten Aufgabe war es, als ob wir uns voller Verwirrung und Angst in eine vom Krieg verwüsteten Gegend befanden. Es ging ja auch nicht darum, ganz einfach irgendwelche jungen Leute zusammenzubringen, sondern junge Juden und Nichtjuden zu sammeln, ja, junge Leute aus den abgeriegelten palästinensisch-arabischen Gebieten. Also eine Vereinigung der miteinander im Streit liegenden ethnischen Gruppen aus den Gegenden, wo die Dunkelheit am größten ist…

In diesem Zusammenhang erklärt der Apostel: "Gott sagt: Aus Finsternis soll Licht leuchten" (2. Kor. 4:6). Es kam uns wie ein göttliches Prinzip vor, dass der Herr die tiefste, undurchdringlichste Finsternis erwählt, um darin seine Herrlichkeit aufleuchten zu lassen. "Die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe", heißt es auf der ersten Seite der Bibel, "und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht!" (1. Mose 1:2-3).

Gott ruft die von IHM für diesen Dienst gesalbten Diener auf, in diese Offenbarung hineinzukommen. Die europäischen Magnaten sind hier machtlos! Politiker werden nichts ausrichten können. Apostel und Propheten müssen heute wieder "auf die Bühne treten"!

Die "Scheidewand", die zwischen Heiden und Juden besteht, wird vom Neuen Testament als "Feindschaft" bezeichnet. Das heißt, dass es in erster Linie nicht darum geht, einen irdischen, sichtbaren Zaun zu entfernen. Nein, die seit Jahrtausenden existierende, finstere, geistliche Mauer muss zerschlagen werden. Eine bittere, grausame Erinnerung muss geheilt werden. Die Herzen müssen aus den blutigen Fängen eines hässlichen Dämons befreit werden…

Zu diesem Zweck können nur die besten und schärfsten Waffen gebraucht werden. Die besonders dazu ausersehenen Dienste innerhalb der Gemeinde Jesu werden von nun an in diesen furchtbaren Tumult mit hineingezogen, der durch jahrhundertelangen Hass, Ungehorsam und Rebellion gegenüber Gott entstanden ist.

Auf diesem Hintergrund ist der Vers im Epheserbrief zu verstehen, in dem Paulus erklärt: "ER hat aus beiden eins gemacht und die Zwischenwand der Umzäunung abgebrochen…" (2:14).

In der Einleitung stellt sich der Verfasser vor, und bereits in diesen Anfangszeilen scheint das Licht hindurch, das Inhalt und Absicht des ganzen Briefes ist. Paulus nennt in den ersten Zeilen die mächtige Kraft, die ihn treibt, und die seinem Schreiben Stärke verleiht; er spricht von "Gottes Willen". Selbst der größte und machtvollste politische Wille wird nichts gegen den göttlichen Willen ausrichten können. Europas Staatsmänner werden dies bald einsehen müssen.

Die Einleitung des Epheserbrief lautet wie folgt: "Paulus, Apostel Christi Jesu durch Gottes Willen". Dies soll natürlich in erster Linie heißen, dass der Briefverfasser sich nicht selbst gewählt oder eingesetzt hat, um "ein Apostel Jesu Christi" zu sein. Nein, die empfangene Berufung liegt in einem Entschluss und einem Willen begründet, der vor Grundlegung der Welt gefasst worden ist. Und darin liegt die treibende Kraft und Dynamik in jeder Existenz und jedem Leben…

Wenn wir diesen einleitenden Worten die spätere Erklärung des Apostels zur Seite stellen, welche besagt, dass "Er uns das Geheimnis seines Willens kundgetan hat" (Vers 9), so ahnen wir den tieferen Zusammenhang! Da darüber hinaus im gleichen Atemzug betont wird, dass er sich "nach seinen Ratschluss vorgesetzt hatte", so erkennen wir, dass der Aposteldienst insbesondere mit der Aufgabe in Verbindung zu stehen scheint, die mit der Offenbarung über die "zwei Teile" zu tun hat, d.h. mit dem Verhältnis zwischen Juden und Heiden in Bezug auf das geheimnisvolle Gotteswerk und auf die Erlösung: "für die Verwaltung bei der Erfüllung der Zeiten: alles zusammenzufassen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist - in ihm … (Vers 10)

Der Aposteldienst wurde nicht mit den ersten zwölf Aposteln, die Jesu Christi engste Nachfolger waren, beendet. Dieser Dienst muss aufs Neue "in der Zeit der Erfüllung" voll zum Einsatz kommen. Ganz besonders in Gebieten, in denen ungeheure Spannungen bestehen, die mit viel Unheil und Leid "vertraut" sind. Dort, wo die Feindschaft am größten und der Zaun am höchsten ist. Ja, dort, wo der Zaun sichtbar gemacht worden ist, und alles so unmöglich aussieht, - ja, dort, wo die Dunkelheit am dichtesten ist… dort sagt Gott: "Es werde Licht!" … Dorthin wird ER Männer senden, die für diese Aufgabe zugerüstet sind!