Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-09-01

Journal: "Frieden stiftend"
Nr.6

Die niedergerissene Trennwand
… das hohe Ziel erfordert Lebensverwandlung

Eine kleine Schar junger Leute ist in diesen Tagen bei uns in der "Wüstenfestung" in der "schrecklichen Wüste Zin" versammelt, um die bevorstehende Expedition entlang des uralten Karawanenweges von Jordanien bis Gaza vorzubereiten. Ich kann in ihnen allen sehen, dass sie erst am Anfang ihres Christenlebens stehen, und es ist mir klar, dass eine Lebensverwandlung stattfinden muss, wenn sie zukünftig als Mitarbeiter in diesem Versöhnungswerk tätig sein wollen.

Allerdings weiß ich auch, dass Gesetze und Regeln niemals diese Verwandlung zustande bringen können! Auch keine fromme Verkündigung darüber, dass sie "sich bessern" sollen. Die Heiligung und Reinheit, die gerade für diese große Aufgabe erforderlich ist, kann nur durch ein Werk des Heiligen Geistes vorangetrieben werden. Um das edle Ziel der Expedition (feindlich gesinnte Gruppen zu sammeln) erreichen zu können, und durch unser Leben und unsere Handlungen beweisen zu können, dass die "Scheidewand" zwischen Juden und Heiden niedergerissen ist, gibt es für die jungen Leute nur einen Weg, nämlich dass ihnen "das Geheimnis Seines Willens" offenbart wird. Darüber könnte noch viel gesagt werden; das Thema an sich ist nicht leicht zu erklären. Doch ich möchte trotzdem - im Ansatz - versuchen zu erklären, was ich Tag für Tag unseren jungen Leuten, die hier in der Wüste eine erste Expedition dieser Art vorbereiten, klarmachen möchte.

Diejenigen der Kinder Gottes, die die Bedeutung der reformatorischen Botschaft über die Rechtfertigung durch den Glauben erfasst haben, sollen mit dazu beitragen, Licht in eines der endzeitlichen Hauptanliegen des Evangeliums zu bringen, nämlich dass "die Scheidewand zwischen Juden und Heiden niedergerissen ist". Dieser Dienst kann nicht von einer Schar "Säuglingschristen" wahrgenommen werden, die nur mit den Vergnügungen dieser Welt beschäftigt zu sein scheinen, und die rastlos nach mehr Unterhaltung und spektakulären Manifestationen Ausschau halten. Die Offenbarung darüber, dass die Trennwand zwischen den Juden, Gottes irdischem Eigentumsvolk, und "den Heiligen und Gläubigen in Christus" in den Nationen (Epheser 1:1) "niedergerissen ist", wird den Religiösen wie "ein Buch mit sieben Siegeln" verborgen bleiben, denn sie begnügen sich damit, einen Platz auf der Kirchenbank einzunehmen. Am Schicksal Jerusalems sind sie kaum interessiert…

Der Apostel Paulus schreibt folgendes über die Bedeutung der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt: "ER (Gott) hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens (Epheser 1:4-5).

Das Ziel der Auserwählung steht hier im Granitfelsen eingemeißelt. Kein Regenschauer oder Sturmwind kann dieses deutliche Zeichen auswischen. Keine Beschwörung oder gemeine Verführung vom Abgrund kann das Ewige und Göttliche, das hier sichtbar wird, zunichte machen. Keine Religion dieser Welt, keine Zauberei oder Hexenkunst, keine Tradition oder feierliche Liturgie, keine Prozession oder geldgieriger Fernsehprediger vermochten diese großartige Vision der Gemeinde zu rauben, denn "vor Grundlegung der Welt" hat der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde, der Aufrechterhalter aller Dinge, der Vater Jesu Christi, "uns vorherbestimmt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien" (Vers 4).

Was wir als erstes festhalten müssen, ist die göttliche Vorherbestimmung "vor seinem Angesicht" zu sein, d.h. täglich in seiner Gegenwart zu sein!

Dies ist jedoch nicht möglich, es sei denn, dass wir "heilig und tadellos" sind. Mit anderen Worten: Nur wer rein, ausgesondert und fehlerfrei ist, hat Zutritt zum Thron des Allmächtigen. Das heißt, solche, die mit ganzem Herzen "die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade" angenommen haben. Nur sie können in diesem besonderen Endzeitdienst fruchtbringend wirken! Diejenigen, die sich weigern "dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein" (Römer 8:29) haben dabei keine Chance! Vielleicht können sie auf andere Weise und an anderen Orten im Reich Gottes ihren Dienst verrichten, denn wenn sie sich fortwährend weigern, die aus dem Glauben kommende Gerechtigkeit anzunehmen, kann die damit verbundene Lebensverwandlung nicht stattfinden. Von daher werden sie für die in Jerusalem durchzuführende, endzeitliche Aufgabe untauglich sein. In diesem Fall wird es schwer für sie sein, in Gottes ewigen Auserwählungsplan mit ihrem Leben zu kommen. Sie laufen Gefahr, in eine andere als die ihnen von Gott vorherbestimmte Richtung abzudriften.