Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-08-27

Journal: "Frieden stiftend"
Nr.1

Versöhnung
… der geistliche Hintergrund dieses praktischen Versuchs

Nach einer langen und beschwerlichen Reise erreichten Gisèle und ich unsere entfernt liegende Station in der Negev Wüste. Hier möchten wir gerne, soweit möglich, einen praktischen Einsatz in Bezug auf die uns am Herzen liegende Vision leisten. Diese besteht in der Verantwortung Europas gegenüber Israel und dem jüdischen Volk. Wir sind deshalb gleich damit angefangen, eine besondere Wüstenexpedition in der "schrecklichen Wüste Zin" vorzubereiten. Gemäß Plan sollen 10 jüdische und 10 israelisch-arabische sowie palästinensisch-arabische Studenten zusammen mit einer Gruppe europäischer Studenten an dieser Wüstenexpedition entlang der uralten "Spice Route" von Jordanien bis Gaza teilnehmen. Im nächsten Jahr hoffen wir 60 Studenten sammeln zu können! Wir haben ein derartiges Projekt bereits zweimal durchgeführt. Dabei haben wir erlebt, wie junge Herzen berührt wurden und dauerhafte Freundschaften entstanden. Europas große Aufgabe besteht heute in einem Versöhnungsdienst im Nahen Osten. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen die geistlichen sowie politischen Leiter der Nationen die Dimensionen des Friedensplanes begreifen, die uns das Neue Testament im Hinblick auf die Endzeit vorlegt. Die Überschrift dazu lautet: Frieden stiftend (Epheser 2:15). Sie beinhaltet, dass die verschiedenen (einander feindlich gesinnten) ethnischen Gruppen in einer Atmosphäre von Harmonie, Freundschaft und gegenseitigem Respekt zusammenkommen.

Der neutestamentliche Hintergrund dazu ist folgender:

Das Friedensmanifest, das den Gläubigen im Hinblick auf den Versöhnungstitel: "Frieden stiftend"" anvertraut wurde, durchdringt den ganzen Brief des Apostels Paulus an die Epheser. Er zeigt klar auf, dass dies keine Sache ist, die innerhalb kurzer Zeit erledigt werden kann. Es geht nämlich um eine auf lange Sicht geplante "Verwaltung" (Epheser 1:10+3:2) und nicht um ein einfaches Vorhaben. Nicht alle verstehen, worum es geht, denn der Inhalt dieses göttlichen Plans ist heimlich, und kann nur durch Offenbarung erkannt werden. Deshalb wird das Manifest "das Geheimnis seines Willens" genannt (1:9).

Es stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen Europas (sowohl diejenigen, die auf politischer Ebene tätig sind als auch die, die im geistlichen Bereich ein Wort zur gesamten nahöstlichen Situation zu sagen haben) die besondere Strategie erfassen, die sich hinter den Worten: "Frieden stiftend" verbirgt. Der Apostel erklärt nämlich, dass eine Offenbarung über die niedergerissene Trennwand nur unter bestimmten Umständen gegeben und verkündigt werden kann, und zwar nur dann, wenn Gott einen eigenen Zweck damit verfolgt und ER nach seinem Wohlgefallen einen besonderen Entschluss gefasst hat! Die Offenbarung dieses Geheimnisses, dessen Erfüllung allein dem Nahen Osten Frieden zu bringen vermag, wird nämlich von einem derartig überwältigenden Segen begleitet, dass dadurch Gottes Gericht zurückgehalten werden kann. Daher wird nicht einem jeden diese Offenbarung zuteil. Der Apostel drückt dies so aus: "nach dem Reichtum seiner Gnade, die er auf uns hat überströmen lassen in aller Weisheit und Einsicht. Er hat uns ja das Geheimnis seines Willens kundgetan nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgenommen hat in sich selbst" (Epheser 1:8-9).

Wenn Gott also in dieser entscheidenden Stunde einige seiner Diener auf dem alten christlichen europäischen Kontinent in den Nahen Osten entsendet, damit sie Anteil haben an dem Werk, das mit der "abgebrochenen Trennwand" zwischen Juden und Nicht-Juden zu tun hat, so ist dies ein Beweis für Gottes Gnade und stimmt mit dem Entschluss überein, den er "in sich selbst" gefasst hat. Es ist außerdem ein Zeichen dafür, dass der Allmächtige - mitten in der politischen Verwirrung und militärischen Unstabilität - den Nationen Offenbarung schenkt im Hinblick auf den Friedensprozess der Versöhnung, der "Frieden stiftend" genannt wird! Wenn der Apostel betont, dass "er auf uns hat überströmen lassen alle Weisheit und Einsicht" so wird deutlich, dass es von himmlischer Seite keinerlei Einschränkungen gibt! Wenn also in Europa diesbezüglich ein Mangel an Verständnis über "die niedergerissene Scheidewand" herrscht, so ist dies eine Unheil verkündende Warnung darüber, dass gerade die Offenbarungsquelle, die das kommende Gericht zu verhindern vermag, verstopft ist! Allein durch Umkehr und Gebet kann sie wieder geöffnet werden …