Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-04-28

Europa Journal Nr. 13

PROTESTANTISCHE MONARCHEN
... ein Problem für die EU-Verfassung

Die Mitglieder der königlichen Familie haben die Pflicht, ihrem protestantischen Glauben treu zu bleiben. Im umgekehrten Falle hat die Monarchie keinen Bestand, d.h. wollen die Regierenden anderer Auffassung sein und zu einem anderen Glauben übertreten (und diesen offen bekennen), müssen sie abdanken und ihren königlichen Besitz aufgeben. Europas protestantisches Erbe ist somit auf enge Weise an die Person des Monarchen geknüpft. Aus diesem Grunde kann die bevorstehende EU-Verfassung dem Volk nicht vorgelegt werden ohne sich darüber im Klaren zu sein, wie sehr sich diese Länder ihrem protestantischen Glauben gegenüber verpflichtet fühlen. Tiefe Gewissenskonflikte wären die Folge einer diesbezüglichen Gesetzesänderung, nicht nur für die europäischen Königshäuser sondern auch für viele Gläubige in diesen Ländern. Doch die Europäische Union stellt Forderungen! Sollen die Gläubigen Europas darauf eingehen? Die Christen werden aufgerufen, sich zu versammeln und gegen diese neue EU-Verfassung anzugehen.

Soweit ich sehen kann, wird die Streichung der gesetzmäßigen Rechte, die den protestantischen Christen in einigen Ländern den Vorrang einräumen,, Einfluss auf deren Konstitution haben, denn bisher war es so, dass in gewissen Fällen "ihre Monarchen Mitglied der landeskirchlichen, evangelischen Kirche sein mussten." Obwohl Landeskirchen nicht immer in den Kurzfassungen dieser Paragraphen genannt werden, so besteht dennoch kein Zweifel daran, dass man die reformatorische Anschauung bewahren möchte! Für einige europäische Königshäuser ist das Unterschreiben der neuen EU-Verfassung deshalb in gewisser Weise eine Herausforderung, denn es macht eine Änderung des Gesetzes erforderlich. Die Majestäten werden zwar nicht immer - wie das in England der Fall ist - als Verteidiger und Oberhaupt der offiziellen Kirche angesehen, doch liegt eine gewisse Verantwortung darin, wenn sie dem protestantischen Glauben angehören.

Da es als etwas Selbstverständliches angesehen wird, dass die erste Pflicht der Parlamentsmitglieder darin besteht, die Landesgesetze zu verteidigen, kann erwartet werden, dass das Ja und das Gelöbnis dem protestantischen Glauben zu folgen, (dem sich verschiedene Länder Europas verpflichtet haben) nicht in Stunden der Not geändert oder gebrochen werden ...

Da den Königshäusern die Vorschrift gemacht wird, dem protestantischen Erbe die Treue zu halten, ist dieses in gewisser Weise mit dem Thron verbunden. Die Wächter der Landesgesetze haben eine Glaubenssituation geschaffen, bei der es ausschließlich um eine Frage des Gewissens geht. Den Gesetzesverwaltern wird nun die Aufgabe übertragen, Europas Monarchen von dieser an den Thron geknüpften Bedingung zu lösen. Wie das vor sich gehen soll, weiß keiner, doch die EU-Verfassung ist in dieser Angelegenheit schonungslos ...

Im übrigen: Die Entsendung eines dänischen homosexuellen Botschafters und seines Partners nach Israel ist nicht nur eine Schande für das dänische Königreich, sie ist gleichermaßen Ausdruck europäischer Handlungsweise!