Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-04-22

Europa Journal Nr. 7

DER KETZERSTEMPEL
... folgt auf die Ratifizierung der neuen europäischen Verfassung

"Während ich dies schreibe," so heißt es am Ende des 16. Jahrhunderts, "tötet und entkleidet man sie, schleppt sie durch die Straßen, plündert ihre Häuser. Dies geschieht in allen Häusern, in denen Hugenotten wohnen. Sie ermorden alle, ohne die Kinder zu verschonen. Sie erschießen sie auf den Straßen. Bis zur Mittagszeit haben sie 3000 getötet und in den Fluss geworfen; unter ihnen 50 Reiter. In diesem Augenblick wird der Befehl erteilt, dass dies im ganzen Lande zu geschehen habe."

Dies ist ein Augenzeugenbericht der Bartholomäusnacht (24. August 1572) in Paris. Diese Begebenheit darf niemals vergessen werden; sie sollte uns bei der Vorlage einer neuen EU-Verfassung wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Weil Europa zum einen für das Verbleiben des protestantischen Glaubens kämpfen sollte, dem in der Gesetzgebung einiger Länder die Priorität eingeräumt wird, und zum anderen weil neue Zeiten der Verfolgung vor der Tür stehen! Und nicht zu aller letzt weil es den Anschein hat, dass die einzigsten Freunde Israels in Europa aus den Reihen der evangelischen Christen stammen, die ihre Wurzeln in der Reformation haben. Mit diesem Ziel vor Augen sollten sich die Christen überall zum Widerstand vereinen.

Katharina von Medici, die Witwe Heinrichs des II, regierte zu dem Zeitpunkt anstelle ihrer zwei regierungs-untauglichen Söhne. Sie war eine hochbegabte, machtbegierige Frau und Gegnerin der reformierten Gläubigen Frankreichs, der Hugenotten. Sie waren gezwungen, sich nachtsüber zu versammeln; während dieser Zeit - so glaubte man - zöge der alte König Hugo als Gespenst durch die Gegend. Dies nahm die offizielle Kirche zum Anlass, - wie das in Verfolgungszeiten so üblich ist -, die schändlichsten und lächerlichsten Gerüchte über angebliche Verbrechen in die Welt zu setzten, die diese Christen angeblich während ihrer Gottesdienste verübten. Damit geschah genau dass, was sich heute wieder abspielt. Die Universität und das Parlament in Paris bezogen Stellung gegen die Hugenotten und schlossen sich somit der offiziellen Kirche und dem römischen Priestertum an. Damit stellten sie sich an die Seite eines Königs namens Franz, der der "Allerchristlichste" genannt wurde, und der die Protestanten hasste, weil diese das unmoralische und perverse Leben am Hof verurteilten.

Die Schriften Luthers wurden öffentlich verbrannt! Das klare Verständnis der Protestanten, dass ein Mensch nur alleine durch den Glauben an Jesus Gottes Wohlgefallen erlangen und gerechtfertigt vor Gott stehen kann (Römer 3:26-27), konnte nicht geduldet werden. Ein blutiger Krieg war die Folge; er endete 1570. Die Religionsfreiheit, für die wir uns heute einsetzen sollten, wurde damals eingeschränkt. Um noch deutlicher aufzuzeigen, wie ernst man es damals damit meinte, wurde beschlossen, dass der junge protestantische Thronerbe, Prinz Henry von Bourbon die Tochter der katholischen Katharina heiraten sollte. Im August 1572 wurde die Hochzeit in Paris gefeiert. Adelige aus beiden Parteien waren als Gäste gekommen. Auf ein verabredetes Zeichen hin stürzten sich die Katholiken auf die Protestanten und schlugen sie nieder. Danach fanden überall im Land weitere Morde statt.

Mit der Einführung der neuen EU-Konstitution soll das souveräne Recht einiger Länder bzgl. ihres protestantischen Glaubens untergraben werden. Die Martyrer der Reformation starben für dieses Recht, welches nun an ein Europa verkauft werden soll, dessen offizielle Organe der katholischen, orthodoxen und abgefallenen reformierten Kirchen bereit sind, den aufrichtig gläubigen evangelischen Christen den Sektenstempel (Ketzerstempel) aufzudrücken.

Im übrigen: Die Entsendung eines dänischen homosexuellen Botschafters und seines Partners nach Israel ist nicht nur eine Schande für das dänische Königreich, sie ist gleichermaßen Ausdruck europäischer Handlungsweise!