Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-04-20

Europa Journal Nr. 5

DER ANGRIFF AUF DAS PROTESTANTISCHE PRINZIP
Der Versuch unseren Lebenswandel anzugreifen!

Als die ersten Christen den Beschluss gefasst hatten, Gott mehr gehorchen zu wollen als dem Kaiser, verliehen sie der gleichen, einfachen und persönlichen Überzeugung Ausdruck, wie heute die Gläubigen, wenn sie sich gegen das bösartige Regime auflehnen, das sie letztendlich verfolgen wird! So wie Martin Luther im Jahre 1517 seine 95 Thesen an die Kirchentür in Wittenberg heftete, und damit die Bibel zur höchsten Autorität der Christen erklärte, genauso sollen die Christen ihr protestantisches Recht verteidigen, wenn durch eine neue EU-Verfassung die gesetzlichen Rechte verschiedener Länder untergraben werden. Oder wie z.Zt. William Tyndales, der 1525 das Neue Testament veröffentlichte, doch 1536 ermordet wurde (ehe er das Alte Testament fertiggestellt hatte), so muss heute eine Arbeit zu Ende geführt werden, bevor es zu spät ist. "Das protestantische Prinzip" ist das Banner, unter dem sich Europas wahre Christen versammeln sollten.

So weit ich sehen kann, gibt es innerhalb der traditionellen Staatskirchen nicht viel zu verteidigen, denn das Gesetz, welches besagt, dass "nichts unternommen werden darf, was gegen die Sittlichkeit verstößt" wird übertreten. Bis jetzt haben etliche dieser Kirchen mich nicht dazu veranlassen können, meine Hand zu ihrer Verteidigung zu erheben. Ich bin nämlich der Auffassung, dass das "lutherische Element" verwässert und das "Evangelische" nicht genau abgegrenzt ist. Ich gehe dennoch davon aus, dass diese Begriffe Rechte beinhalten, die wir als europäisches Volk durch die Revolution und die historischen Umwälzungen des 16. Jahrhundert mit seiner Reformation erworben haben, und dass uns diese Grundrechte nun durch die EU-Verfassung entrissen werden sollen.

Ich denke hier an die Freiheit in Rede und Schrift, die unser Kontinent durch Guttenbergs Erfindung des "gedruckten Wortes" erhalten hat; ich denke an die Entdeckung Amerikas, an Heinrich den 8. von England, der an sein Volk appellierte, sich dem fremden Einfluss des Papststuhls zu widersetzen.

Es scheint mir, als ob im heutigen Europa eine ähnlich niedrige Moral unter den Kirchenmännern herrscht wie zur Zeit des Mittelalters, als das Licht der Reformation in die tiefe Finsternis eindrang und diese aufhalten konnte.

Ein plötzlich auftretender, gewaltiger Aufbruch prophetischen, biblischen Glaubens hielt die Ströme des Abgrundes zurück und schuf das Phänomen, das Paul Tillich (1886-1965) das "protestantische Prinzip" nannte. Hiermit meinte er, dass alles Menschliche und Geschaffene sich vor Gott bewähren muss. Davon leitet er ab, dass kein Mensch oder irgendeine Macht oder Kraft aus eigener Initiative Gottes Wohlgefallen erlangen kann. Eine solche Erlösung kann nur als Gabe empfangen, d.h. durch Gottes Gnade geschenkt werden. Sie kann nicht durch Einsatz oder Werk gewonnen werden, sondern nur durch demütigen Glauben. Dies sei ""das protestantische Prinzip".

Dieses Prinzip ist auf vielfältige Weise in unserer europäischen Gesetzgebung verankert, und dieses protestantische Vorzeichen soll nun ‚fremdem Einfluss' aus Rom weichen. Ohne "Schwertstreich" wird dies jedoch nicht geschehen. Unser reiches Erbe und Gottes Segen für unsere Länder stehen auf dem Spiel!

Übrigens: Die Entsendung eines dänischen homosexuellen Botschafters und seines Partners nach Israel ist nicht nur eine Schande für das dänische Königreich, sie ist gleichermaßen Ausdruck europäischer Handlungsweise!