Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-07-16

Drama-Journal, Abschnitt 7

VERURTEILT WEGEN MORDES
… die rasenden Hunde stehen direkt vor der Tür!

Zusammenfassung: Der Weinbergbauer Nabot ist hingerichtet worden, und die Frage, wer die Schuld an diesem Todesurteil trägt, geht aus dem Bericht hervor, den die Ratsherren in Nabots Stadt - nicht an den König - sondern an seine Frau, die Königin Isebel, gesandt haben (Die sechs vorherigen Journale erklären den weiteren Handlungsverlauf). Der biblische Bericht geht wie folgt weiter: "Und es geschah, als Isebel hörte, dass Nabot gesteinigt worden und tot war, sagte Isebel zu Ahab: Mache dich auf, nimm in Besitz den Weinberg des Jesreeliters Nabot, der sich geweigert hat, ihn dir für Geld zu geben! Denn Nabot lebt nicht mehr, er ist tot!" Und es geschah, als Ahab hörte, dass Nabot tot war, da machte sich Ahab auf um in den Weinberg des Jesreeliters Nabot hinab zu gehen und ihn in Besitz zu nehmen (1. Könige 21:15-16).

"Da geschah das Wort des HERRN zu Elia, dem Tischbiter. ‚Mache dich auf, geh hinab Ahab, dem König von Israel, entgegen, der in Samaria wohnt. Siehe, er ist im Weinberg Nabots, wohin er hinabgegangen ist, um ihn in Besitz zu nehmen. Und rede zu ihm und sage: So spricht der Herr: Hast du gemordet und auch fremdes Gut in Besitz genommen? Und rede zu ihm: So spricht der HERR: An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, sollen die Hunde dein Blut, ja deines, lecken."

"Holt mir eine Schale mit Wasser," ruft die Königin. "Ihr seht doch, dass das Lacksiegel des Stadtrates auf dem Pergament ausgelaufen ist und meine Hände beschmutzt hat! Der König erwartet mich, um Nachrichten aus Nabots Stadt zu erhalten. Er ist um das Schicksal dieses Bauern besorgt, und ich kann der Majestät nicht in diesem Zustand entgegentreten. Seht, das schlechte, rote Siegel der Ratsherren ist auf meine Hände getropft. Holt mir eine Schale Wasser!"

Ein paar Kammerjungfrauen kommen mit Wasser und Leinentüchern herbeigeeilt. Die Königin wäscht sich die Hände. Die Mädchen weichen entsetzt zurück. "Natürlich wird das Wasser rot," erklärt die Königin. "das kommt vom roten Siegel des Stadtrats!" Die Mädchen flüchten, während die Königin ruft: "Es ist kein Blut! Es ist nicht Nabots Blut!"

Der König tritt ein in das Gemach der Königin. Überrascht stiert er auf die Mädchen, die entsetzt zur Tür hinausflüchten. Die Königin steht wie versteinert, mit der Wasserschale und dem blutroten Tuch in der Hand.

"Darf ich fragen, was die Königin da tut?" fragt Ahab.
"Sie wäscht ihre Hände, königliche Majestät.
"Die Königin wäscht sich die Hände? Aus welchem Grund muss die Königin sich ihre Hände waschen, sodass das Wasser rot wird wie Blut?"
"Es ist das Lacksiegel des Stadtrates aus Nabots Stadt. Die Ältesten senden dem König Bescheid, dass der Weinbauer Nabot tot ist!"

"… dass der Weinbauer Nabot tot ist". Der König scheint überrascht zu sein. "Also der Nabot, dessen Grund neben meinem Palast liegt? Unser nächster Nachbar?"

"Der König erinnert sich sicherlich, dass Nabot sich weigerte, das phantastische Angebot über einen Besitzerwechsel anzunehmen. Der Bauer lehnte das Angebot des Königs Ahab ab!"

"Und nun ist er tot!" Die Stimme des Königs erscheint aufgebracht.
"Ja, seine Majestät. Gemäß Abschnitt drei, Artikel zehn, Stück eins!"
"Na so was: Gemäß Abschnitt drei, Artikel zehn, Stück eins?"

Der König geht in Gedanken versunken auf und ab. Dann richtet er sich auf. "Nun ja, so ist das Gesetz vollkommen erfüllt," sagt er. Er geht zur Tür, dann dreht er sich zur Königin um: "Sollte jemand nach mir fragen, so bin ich in Nabots Weinberg… um ihn in Besitz zu nehmen!"

Die Königin: "Selbstverständlich, seine Majestät. Das Wort des Königs hat Vorrang. Gemäß Abschnitt drei, Artikel zehn, Stück eins…"

Als der König in den Weinberg tritt, steht dort ein Mann mit einem ledernen Umhang und wartet auf ihn. "Hast du gemordet?" fragt der Fremde Ahab, der erschrocken einen Schritt zurückgeht. "Bist du gekommen, um das Erbe einzunehmen, das du in Besitz genommen hast? Hörst du das Heulen der Hunde, Ahab? Sie haben sich gesammelt, um dein Blut auf dem gleichen Feld zu lecken, auf dem du Nabot gesteinigt hast!"

"Ich war es nicht," ruft der König aus. "Es ist das Werk Isebels!"
"Hörst du das Heulen und Bellen der Hunde, Ahab? Sie sind hier, um Isebel auf dem Feld des Jisreeliten zu fressen!"

"Aber das Gesetz fordert…"
"Sprich nicht vom Gesetz, König Ahab. Indem du dich an die Verfassung gehalten hast, hast du dich verkauft, um zu tun, was böse ist in den Augen des HERRN (Vers 20)
"Wie denn?" König Ahab ist entsetzt. "Was mit Abschnitt drei, Artikel zehn, Stück eins?"

"…der besagt," unterbricht ihn der Prophet, "dass das Wort des Königs Vorrang hat. Deshalb ist der König auch als erster verantwortlich, zusammen mit seiner Frau Isebel, die ihn zur Sünde verführte."

Der König fällt auf die Knie, flehend …

Elia streckt seine Hand mit dem Prophetenstab über ihn. Das Bellen und Heulen der Hunde kommt immer näher.

Elia: "Artikel zehn, Stück eins gewährt einen solch großen Vorrang! Artikel zehn, Stück eins hat dich nun zum Tode verurteilt!

Die rasenden Hunde stehen nun direkt vor der Tür…