Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-12-28

"DORNRÖSCHEN"- JOURNAL
Nr.4

"DAS OFFENE BEKENNTNIS"
das große Schweigen ist gebrochen!

Es war auf einer Reise in Deutschland, genauer gesagt auf einer Israelkonferenz in Bad Nauheim, als ich zum ersten Mal von dem jüdischen Rabbiner Isaak da Costa hörte. Ich hatte den Eindruck, dass diese Konferenz, an der u.a. die messianischen Verkünder Jakob Damkani, Tel Aviv, Avner Boske, Beerscheva und Arthur Katz, New York, teilnahmen, wie der Beginn eines "neuen Tages" in Bezug auf den Dienst des Neuen Bundes in Europa als auch in Israel und der übrigen Welt war. Wenn man sich dies vor Augen hält, ist es ermutigend zu sehen, wie sich unser auferstandener Herr Jesu in allen Zeiten immer wieder jüdischen Rabbinern offenbart hat. Dadurch können die Gläubigen Europas u.a. erkennen, dass das Jahrhunderte lange Schweigen gebrochen ist. Es ist das Zeugnis des Heiligen Geistes, dass an diesem "neuen Tag" offen über Jesus von Nazareth als dem Messias der Juden gesprochen wird.

Isaak da Costa war einer der großen Männer Israels! Er wurde 1798 in Amsterdam als Sohn eines reichen Kaufmanns geboren. Der Wunsch der Eltern, sich vom Leben in der Stadt abzusondern, ließ auch den Sohn ein zurückgezogenes Leben führen. Dies füllte ihn jedoch mit reichen geistlichen Lebensansichten und einer innerlichen Sehnsucht nach Gott. Bereits im Alter von 11 Jahren las er lateinische Gedichte laut vor, und aufgrund einer schwachen Gesundheit war er von Kind auf an geistlichen Dingen interessiert. Die Vorlesungen des Professors van Lenneps über die biblische Schöpfungslehre hinterließen in ihm einen tiefen Eindruck. Wie sich herausstellte, war dieser gelehrte Mann ein überzeugter Nachfolger Jesu. Isaak da Costa kämpfte jedoch gegen die Auffassung, der Messias könne "ein Mann des Schmerzes" sein, der für den Sünder leiden und sterben musste. Er hielt an dem Bild des Messias voller Majestät und königlicher Macht fest. 1821 heiratete er die hübsche und Geisterfüllte junge Frau namens Hanna Belmonte, die ihm später anvertraute, dass auch sie eine heimliche Nachfolgerin Jesu sei. Costas Cousin, Capadose (auf den ich später noch näher eingehen werde) führte diese beiden jungen Leute zu einem öffentlichen Bekenntnis ihres Glaubens, sodass sie sich am 20. Oktober 1822 taufen ließen. Ein Jahr darauf veröffentlichte Costa eine 100 Seiten umfassende feurige Schrift, in der er offen seinen Glauben bekannte! 1846 war er der Mitbegründer eines Vereins, dessen einziges Ziel es war, Rechenschaft über "die Hoffnung Israels" abzulegen. An seinem Totenbett fanden viele Trost; seine letzten Worte bekamen Flügel: "Es steht noch eine Sabbatsruhe aus für das Volk Gottes!"

In den Armen seines treuen Freundes, Capadose, und von seiner sich über ihn gebeugten Ehefrau Hanna, nahm er am 28. April 1860 Abschied von dieser Welt, um in die ewige Heimat aufgenommen zu werden.