Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-08-23

Journal: Die Bestie
Nr. 6

Der wütende Bär
… der seinem eigenen Tötungsinstinkt folgt.

Hat es in der Geschichte Europas ein Unwesen gegeben, das - getrieben durch einen brutalen und blutrünstigen Geist - den Tod von Millionen Menschen verursacht hat? Können wir die Namen der Machthaber nennen, die zu den größten Umstürzen der Weltgeschichte beigetragen haben, und dessen treibende ideologische Kraft immer noch wirksam ist? Steht das neue Europa gegenüber der Herausforderung, ein Bündnis mit diesem gefallenen Raubtier-Imperium einzugehen, und wird dies schließlich zu einer gemeinsamen, großen Invasion in Israel führen?

Triff dies zu, könnte sich die Voraussage des Propheten Daniels über "das andere Tier" erfüllen. Darüber sagt er: "Und siehe, ein anderes, ein zweites Tier, war einem Bären gleich. Und es war auf der einen Seite aufgerichtet und hatte in seinem Maul drei Rippen zwischen seinen Zähnen. Und man sprach zu ihm so: Steh auf, friss viel Fleisch!" (7:5).

Während bunte Ballons in die Luft stiegen, und Zeitungen mit entzückenden Bildern über den Freudenrausch eines neuen Großeuropas gefüllt waren, wird ein wütender Bär aus der Abenddämmerung heraus getrieben! Aus seinem blutigen Rachen ertönt ein unheimliches Knurren; er riecht Blut! Das Untier hat schwere eiserne Haken in seinen Kinnbacken (Hesekiel 38:4). Er ist auf dem Weg, um sich selbst und seine Alliierten - auf den Bergen Israels - ins Verderben zu stürzen! Ist dies ein Bild des tragischen Geschicks, das Europa bevorsteht?

Nicht umsonst erhielt die schwer bewaffnete Militärmacht nördlich des Kaukasus die Bezeichnung "der Bär". Über dieses Tier sprach man im Hinblick auf das nun gefallene Sowjetimperium als "der russische Bär". Napoleon marschierte mit einem Millionenheer ein, musste aber mit einer handvoll geschlagenen und verfrorenen Grenadieren zurückkehren; er war dem Eisbären des Nordens nicht gewachsen! Hitler sandte sommerlich gekleidete Soldaten in Richtung Moskau; sie sollten in einem schnellen Frühlingsfeldzug dem Riesen die Handschellen anlegen. In Stalingrad begegnete ihnen das weiße Ungeheuer, und sie wurden zurückgeschlagen. Es ist etwas Bezeichnendes bei der Voraussage des Propheten Hesekiels über den Dritten Weltkrieg. Er spricht über eine Bestie, die, vom Norden her kommend, in den Konflikt mit einbezogen wird: "Ich lenke dich herum und lege Haken in deine Kinnbacken," ruft Hesekiel aus, "und ich führe dich heraus und dein ganzes Heer" (38:4). Das hört sich an, als ob er über einen Bären spricht…

…" Und siehe, setzt Daniel seine Beschreibung über die vier Tiere fort, die in den letzten Tagen diese Erde verwüsten werden, "ein anderes, ein zweites Tier, war einem Bären gleich" (7:5).

Dass das drohende Riesenbiest "drei Rippen zwischen seinen Zähnen hat" spricht eine deutliche Sprache! Es schildert eine blutige Vergangenheit, in der Menschenleben nichts wert waren. Man sagt, dass Joseph Stalin, der grausame kommunistische Sowjetherrscher, 60 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat. Da das Tier noch Reste dieser Erschlagenen "zwischen den Zähnen" hält (Vers 5), deutet mit wenigen Worten darauf hin, dass es sich dabei um vor nicht langer Zeit Ermordete handelt. Der Bär zerfleischt immer noch seine Beute. Seine Ideologie hat nichts an Dynamik eingebüsst, und ist deshalb noch voll wirksam. Sein Judenhass zeigt sich ganz offen!

Das prophetische Bild bringt die Tatsache in Fokus, dass der Riesenbär "auf der einen Seite aufgerichtet wurde" (7:5). Es findet sich kaum etwas Derartiges in der Geschichte! Das Kreml-Ungeheuer ist auf sonderbare Weise in die Knie gezwungen worden; sein gefürchtetes Politik- und Militärsystem stürzte auf einmal zusammen. Wenn es durch eine finstere Geistesmacht wieder "aufgerichtet wird", so geschieht dies nicht (wie beim ersten Tier), dass er "auf beide Füße gestellt wird" (7:4). Nein, Daniels Zukunftsvision betont, dass der Bär "nur auf der einen Seite aufgerichtet wird (Vers 5). Das heißt, dass das Untier erstens nicht wieder ganz auf die Beine kommt, und zweitens, dass es sich wohl kaum selber aussuchen kann, auf welchem Bein es stehen will. Durch seinen Tötungsinstinkt wird es in eine bestimmte Richtung gedrängt. Man könnte glauben, dass der halb erhobene Bär versuchen wird, sich mit dem ihm verwandten roten System in China zu verbünden, doch dem Bären wird gesagt: "Steh auf, friss viel Fleisch!" (7:5) Diese Aussage beunruhigt, denn sie deutet klar darauf hin, dass der Bär mit der sich nun formierenden westlichen Streitmacht eine Allianz eingehen wird, um gemeinsam dem Ruf zu einem Einsatz auf den Bergen Israels zu folgen. "Versammelt euch und kommt," heißt es in der göttlichen Einladung, und dann wird hinzugefügt: "fresst Fleisch … (Hesekiel 39:17-20). Die zehn Länder des Ostens, die sich vor nicht allzu langer Zeit darüber gefreut haben, der Bärenklaue entkommen zu sein, haben sich zu früh gefreut. Sie haben sich nun der EU angeschlossen, d.h. der Seite, die die blutdurstige Bestie umklammern wird, wenn sie sich erhebt, um "Fleisch auf den Bergen Israels zu fressen"…