Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-08-21

Journal: Die Bestie
Nr. 4

Forschen und Prüfen
… die heutigen Gläubigen müssen das Gleiche tun.

Zeugt es von Tollkühnheit, wenn wir versuchen, die gegenwärtige Zeit des Umbruchs zu verstehen? Liegt der Versuch zu verstehen, was sich innerhalb des letzten Menschenalters auf dem europäischen Kontinent abgespielt hat, außerhalb des Aufgabenbereichs und Dienstes der Gläubigen? Ist es fehl am Platze, sich im Hinblick auf das neue Europa mit den Zukunftsvisionen der alten, jüdischen Propheten zu beschäftigen?

Der Apostel Petrus gibt eine Antwort auf diese Fragen. "Die Propheten suchten und forschten", berichtet er (1. Petrus 1:10). Und fährt fort: "Sie forschten auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete…" (Vers 11).

Wenn dies beim prophetischen Dienst im Hinblick auf die vergangene Zeit der Fall war, sollte es da bei den unsere Zeit betreffenden Voraussagen anders sein? Der Geist Christi deutete "in den Herzen und Gedanken der Propheten" auf bestimmte Zeitperioden hin. Es wurde ihnen nicht alles auf einem Silbertablett serviert, d.h. als spontane Inspiration offenbart. Sie mussten in den Schriften "forschen und prüfen". "Da wurde es ihnen offenbart" (1. Petrus 1:12).

Bevor ich mit einiger Berechtigung Europa als den zentralen, geographischen Ort für die Erfüllung der Ereignisse nennen kann, sollte ich (mit dem erwähnten Bibeltext als Hintergrund) darauf hinweisen, wodurch eine solche Ansichtsweise gerechtfertigt ist. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass Daniel (in seiner Erklärung über die vier Meeresungeheuer, auf die ich in meinen Darlegungen hinweise) einen Mann erwähnt, "der mit seinem Mund große Worte redete" (7:8+20). Aus dem Text geht hervor, dass dieser Mann Krieg gegen die Heiligen führte und sie besiegte (Vers 21). Als Daniel danach (in den nachfolgenden Kapiteln) hervorhebt, "dass ein frecher und verschlagener König aufkommen wird"(8:23-25) und im Vorhergehenden gesagt wurde, "dass er große Worte redet und ihm gelingt, was er tut", so fällt es mir schwer, diese zwei Personen auseinander zu halten. Beide reden große Worte und beiden gelingt, was sie tun. Ja, beide führen Krieg gegen die Heiligen. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Daniel hier ein und dieselbe Person meint. Ist letzteres der Fall, so können wir sicher davon ausgehen, dass dieser bösartige König aus Griechenland kommt, oder mit anderen Worten: aus Europa! (8:21)

Deshalb ist es unsere Aufgabe zu untersuchen, ob es im Zusammenhang mit der auf dem europäischen Kontinent vor sich gehenden Entwicklung vier Machthaber gibt, die den Bildern entsprechen, die Daniel in einer nächtlichen Vision hatte (7:2). Die beste Methode bei der Auslegung von Endzeitereignissen ist wohl die, dass sie als Vorschlag weitergegeben wird. Das beinhaltet, dass Korrekturen stattfinden können, denn - wie der Apostel schreibt - "erkennen wir nur stückweise" (1. Korinther 13:12).
Gleichzeitig aber wird dadurch die Möglichkeit eingeräumt, sich im Rahmen der Heiligen Schrift zu äußern und gewisse Sichtweisen darzulegen.

Diese sind äußerst begrenzt; für wilde Phantasien und zügellose Spekulationen ist kein Platz. Daniels Bilder sind messerscharf. Die vier "Könige" müssen innerhalb des gleichen Zeitraums auftreten, und die drei müssen noch leben, während der vierte "getötet, und sein Leib ins Feuer geworfen wird" (7:11 In der Zeit dieser vier Machthaber werden ganz gewaltige Ereignisse stattfinden; gewaltige Stürme werden das Menschenmeer in Wallung bringen. "Die vier Winde" werden es in Wallung bringen, d.h. die Enden der Erden sind mit einbezogen, doch hat der europäische Kontinent seinen ganz besonderen Platz (8:21). Das Heilige Land und Jerusalem sind das geheime Ziel dieses abschließenden Werkes, und die Gläubigen müssen sich auf die letzte Trübsal und Verfolgung einstellen.

Wenn Gott mir Gnade dazu schenkt, werde ich nachfolgend versuchen, weiter darauf einzugehen, wer diese vier Könige sein können.