Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-08-18

Journal: Die Bestie
Nr. 1

Eiserne Zähne und eherne Klauen
…. ist dies das Bild des neuen Europas?

Nicht selten haben uns die vornehmen Bibelkommentatoren hinters Licht geführt! Im Hinblick auf die bedeutungsvollsten Aussagen in Verbindung mit dem heutigen Europa, haben sie einen Nebelschleier über die Offenbarungen des Propheten Daniels gelegt, so dass wir der Auffassung waren, dass seine Erklärungen einer vergangenen Zeit angehörten …

Im Hinblick auf die Prophetie über die "vier großen Tiere", die schnaubend aus dem Meer heraus steigen, (7:3) haben uns die theologischen Professoren erklärt, dass es sich bei diesen Bildern um längst verschwundene Weltreiche handle! Darüber hinaus haben sie sogar das Jahr angegeben, in dem sie aufgehört haben zu existieren. Obwohl Daniel unterstreicht, dass die Entstehung dieser Reiche in die Zeit vor "dem Kommen des Menschensohnes" fällt (7:13).

Deshalb sehnen wir uns danach die Bedeutung dieser "vier großen Tiere" wieder zu entdecken. Wenn diese nämlich fast gleichzeitig aus der Tiefe kommend auftauchen, und die ersten drei sich noch immer an der Oberfläche befinden, während das vierte und letzte Tier "getötet wird" (Vers 11), so kann unsere Aufmerksamkeit vielleicht auf das neue Europa gelenkt werden. Ist dieser gewaltige Staatszusammenschluss etwa ein Sinnbild für "das Ungeheuer mit den großen eisernen Zähnen und den ehernen Klauen", das langsam näher kommt? Wie Daniel, bitten wir "um einen genaueren Bericht" (Vers 16).

Ich achtete in der Schrift auf …
Ich darf wohl wagen, zu Anfang meiner Überlegungen diesen Ausdruck zu verwenden, denn er ist bekannt. Daniel beginnt nämlich sein neuntes Kapitel mit folgenden Worten: Ich, Daniel, achtete in den Büchern auf …"(9:2). Dadurch war er imstande einige Ereignisse vorauszusagen, die Gott durch Sein Heiliges Wort offenbaren wollte. Ist die Zeit für eine derartige Offenbarung gekommen?

Beim Lesen der Auslegung über die "vier Weltreiche" hat mich die offensichtliche Tatsache, dass diese Reiche gleichzeitig existieren, sehr verwundert. Früher war ich der Auffassung gewesen, dass die vier Tiere (der Löwe, Bär, Panther und das Monster mit den eisernen Zähnen) Weltreiche waren, die nacheinander auftraten, und von daher zu verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte entstanden. Demnach würden sie Jahrhunderte voneinander entfernt sein. Doch wenn ich die Darstellung Daniels über das Ende der Imperien genauer lese, scheint mir, dass diese vier Reiche im Weltverlauf zeitgleich aufhören zu existieren. Dabei gehe ich insbesondere von dem Bericht über den Tod "des vierten Tiers" aus. Das Tier wurde getötet," heißt es, "und sein Leib zerstört und dem Brand des Feuers übergeben". Danach steht geschrieben: "Und den übrigen Tieren wurde ihre Herrschaft weggenommen, und Lebensdauer wurde ihnen gegeben bis auf Zeit und Stunde…" (7:11-12).

Vielleicht kannst du mir sagen, was das bedeuten soll? Bedeutet die Erklärung Daniels, dass nach dem dramatischen Tod des vierten Tieres auch den anderen Tieren (dem Löwen, Bären und Panther) ihre Macht genommen wird? Diese drei Raubtiere werden nicht einmal zusammen mit dem "Biest mit den eisernen Zähnen" "getötet und zerstört", nein, es wird ihnen noch eine begrenzte Lebenszeit gegeben, denn es heißt: "Und den übrigen Tieren wurde ihre Herrschaft weggenommen, und Lebensdauer wurde ihnen gegeben bis auf Zeit und Stunde" (Vers 12).

Stimme diese Darstellung, so sollten wir unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf ein Reich bzw. Tier (das vierte) sondern auf alle vier richten. Wie wir erkannt haben, treten sie zum gleichen Zeitpunkt in der Geschichte auf. Die drei ersten überleben (der Erklärung Daniels zufolge) ihren vierten brutalen Nachfolger…

Mit anderen Worten: Wir können einen großen Sprung machen und die langwierigen geschichtlichen Verläufe der Vorzeit hinter uns lassen, um uns der aktuellen Situation zu widmen. Die Prophetie über die vier Tiere erfüllt sich nämlich in der allerletzten Zeit, und findet seinen Abschluss durch "das Kommen des Menschensohnes in den Wolken des Himmels" (Vers 15). Es gibt also ausreichend Grund, in der Heiligen Schrift diesen vier merkwürdigen Bestien auf die Spur zu kommen. Dadurch werden wir auch das letzte Tier aufspüren können, nämlich "dem Wildtier mit den eisernen Zähnen". Dieses vierte Tier wird uns vielleicht wichtige Informationen über das Europa-Ungeheuer vermitteln, das langsam aus dem Meer emporsteigt.