Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-11-27

"DAS GESPENST DER 30ER JAHRE"
Nr.7

RELIGIÖSE OBSKURANTEN
… Nein, die EU sucht positive Christen!

Obwohl aus dem deutschen Reichskonkordat, Artikel 1, mit aller Deutlichkeit hervorgeht, dass "das Deutsche Reich Bekenntnisfreiheit und öffentliche Religionsausübung gestattet", so änderte sich dieser Ton rasch. Wie im neuen Europa sprach man auch damals über "die positiven Christen". Das waren diejenigen, die gehorsam den ihnen gemachten Vorschriften Folge leisteten. Die übrigen waren negativ! Eine Art Sekte, die wie Läuse, Flöhe und Ratten, ausgerottet werden sollte…

Aus diesem Grunde ist es von außerordentlicher Bedeutung, dass die europäischen Gläubigen genau auf die Vorgehensweise ihrer irdischen Machthaber achten! Was auf dem Papier steht ist eine Sache, doch die politische Wirklichkeit bzw. das politische Handeln eine andere…

In Frankreich muss das christliche Kreuz aus allen öffentlichen Schulen entfernt werden. In Deutschland wird gegen die so genannten Sekten gehetzt. In Dänemark hat man alles drangesetzt, christliche Schulen zu schließen. In Schweden sitzt der erste Pfarrer wegen seiner Einstellung zur Homosexualität im Gefängnis. Die europäischen Medien füllen die Bildschirme mit Gotteslästerungen, und Europas Haltung gegenüber Israel erinnert in beängstigendem Maße an die deutsche Haltung gegenüber den Juden in den 30er Jahren. Ein Heer böser Geister hausiert im "Luftbereich" (damit ist im Griechischen der der Erde am nächsten liegende Luftkreis gemeint: Epheser 2:2). Es wirkt in den "Kindern des Ungehorsams". Diese waren im Deutschland der 30er Jahre gegenwärtig und sind es auch im heutigen Europa. Diejenigen, die diese Gefahr erkennen, sollten sich bei: www.YES-to-GOD.com melden.

(Es werden Übersetzer dieser Journalserien in alle europäischen Sprachen gesucht.)

In der Zeitschrift: "Wille und Macht" vom 15. April 1935 steht folgender Passus unter der Überschrift: "Positives Christentum": "Die herrschende Partei sagt ja zum Christentum, ganz gleich in welcher Form es sich präsentiert, so sagt die Partei ja. Dieses Ja gilt der Kirche sowie dem persönlichen Glauben, ob er sich nun im politischen oder religiösem Leben entfaltet… Allerdings bedeutet dies kein ja unter allen Umständen! Die Obrigkeit sagt nur dann ja, wenn es sich um positives Christentum handelt! Das soll heißen, dass die Christen sich gegenüber der politischen Macht so zu verhalten haben, wie es ihnen vorgeschrieben wird…"

Ich wage zu behaupten, dass die gleiche Einstellung in der neuen EU-Verfassung aufgespürt werden kann. Sie wird auch durch die Handlungen, die durch den politischen Willen ausgeführt werden, offenbar. Dass die Christen z.B. den vorgelegten Text der EU-Konstitution verurteilen, wird als ein negatives Element angesehen. "Diese verurteilende Haltung stimmt nicht mit positivem Christentum überein" wird man sagen. "Die Verfassung ist gut genug, auch wenn sie keine religiösen Hinweise enthält".

Jegliche Form von "Fundamentalismus" ist mit der Auffassung der EU-Regierung in Bezug auf "positives Christentum" unvereinbar. Ja, man wird so weit gehen und sagen: "EU sagt ja zum Christentum, doch kein uneingeschränktes ja; danach wird man klarstellen, dass "Fundamentalisten gefährlich sind", und dass sie "negativ und verurteilend" sind.

Die christliche Krankenschwester oder der gläubige Arzt, der sich weigert, eine Abtreibung (aufgrund einer sozialen Indikation) vorzunehmen, wird entlassen. Denn sie sind keine positiven Christen. Die christlichen Schulen, die weiterhin betonen, dass die Beweise der Evolutionstheorie auf wackeligen Füssen Fuß stehen, und die aufgrund dessen auf den biblischen Schöpfungsbericht hinweisen, werden geschlossen. Man wird behaupten, dass der Unterricht mit negativem, unfachlichen Material vor sich geht. "Dies sind keine positiven, zukunftsorientierten Christen".

Leute, die das uneingeschränkte Recht des Feminismus nicht anerkennen, und die vielleicht darüber hinaus die Einsetzung von Pfarrerinnen und Pastorinnen ablehnen, sind negativ! Sie sind keine positiven Christen. Sie verhalten sich im Hinblick auf die herrschende Elite nicht vorschriftsgemäss…"

Diejenigen, die eine heilige Lebensweise u.a. in Bezug auf Art der Kleidung und des Aussehens erwähnen, sowie eine bestimmte Haltung gegenüber dieser Welt einnehmen, gehören in die gleiche negative Kategorie. Diejenigen, die erklären, dass Sex vor der Ehe Sünde ist, werden als verurteilend und negativ abgestempelt. Diejenigen, die nicht blind der Parole über Scheidung und Wiederheirat folgen, sind aufrührerisch, deprimierend und negativ; sie sind keine positiven Christen! Diejenigen, die ungläubige Pfarrer als für ihr Amt ungeeignet erklären und behaupten, dass diese entlassen werden sollten, weil sie im Dienste des Teufels stehen, sind intolerant und verdienen die Bezeichnung: religiöse Obskuranten! Sie sind keine positiven Christen! Diejenigen, die für die Sache Israels eintreten, und die behaupten, dass das Land den Juden gehört, und dass Jerusalem "die Stadt des großen Königs" ist, haben den Verstand verloren; sie können nicht den positiven Christen zugerechnet werden…