Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-10-16

TAGESJOURNAL
Thema: Darwin
Nr.3

LÜGE ODER WAHRHEIT
… eine zweitrangige Frage, sagt der Wegbereiter des Humanismus

Das Bild steht immer noch vor meinem inneren Auge: Zwei Athleten, wie sie ihre eine Hand erheben während sie mit der anderen einen Zipfel der olympischen Fahne halten und dabei einen rituellen Eid vor dem griechischen Gott Zeus ablegen! Dies geschah im Namen der 22.000 Athleten als Einleitung der Olympischen Spiele im August 2004.

Einige Tage später zeigte mir mein Sohn Ephraim einen Abschnitt des Buches "Olympia", in dem über Zeus berichtet wird. Darin ist zu lesen, dass sein Vater Cronus sich fürchtete, seine Söhne würden ihm den Thron streitig machen. Jedes Mal, wenn ihm seine Frau Rhea einen Jungen gebar, verschlang er das Baby. Um ihren letzten Sohn, Zeus, vor dem Vater zu retten, wickelte Rhea einen Stein in ein Tuch und Cronus verschlang den Stein.

Als Zeus erwachsen war, zwang er seinen Vater, zwei der verschlungenen Brüder, Hades und Poseidon, auszuspeien. Mit deren Hilfe kam er an die Macht. Danach kämpfte er neun Jahre lang gegen die Titanen, wonach er zum Herrn und Schöpfer des Himmels und der Erde erhoben wurde.

Dies ist der Inhalt des Mythos aus der griechischen Vorzeit, auf die in der EU-Verfassung bewundernd hingewiesen wird. "Weil sie keine Liebe zur Wahrheit hatten", erklärt der Apostel im NT, "so sendet er ihnen einen verführerischen Geist, so dass sie der Lüge glauben". Die Perspektiven in dieser Verwechslung von Lüge und Wahrheit sind jedoch größer als die meisten ahnen. Dies will ich im Folgenden erklären. Den Gläubigen Europas, die erkennen, wohin all dies führt, sollten sich bei www.YES-to-GOD.com melden. (Helft mit Übersetzer für diese Tagesjournale zu finden).

Über dieses Thema habe ich noch weiteres hinzuzufügen:

Der Naturforscher, Philosoph und Biologe, Sir Julian Huxley schrieb folgendes: "Die Religion befindet sich heute in einem theistischen Gedankenlabyrinth, in dem sie in einer unwirklichen Welt tätig ist. Der allumfassende Humanismus besitzt jedoch eine Weltanschauung, die neue Sicht und Freiheit erfordern. Er bietet die Möglichkeit, der religiösen Sackgasse zu entgehen, und kann damit seine Aufgabe in der wirklichen Welt erfüllen, weil diese sich ausschließlich auf eine biologische Existenz gründet (aus "The Humanist Frame", S.42). In diesem Zusammenhang gibt Sir Julian Huxley einen Rat, den die humanistischen Verfasser der EU-Verfassung meiner Ansicht nach folgen werden. Er macht darauf aufmerksam, dass die Leute im Allgemeinen ein besseres Verhältnis zueinander haben, wenn sie an Gott glauben. "Der Glaube gibt ihnen größere gegenseitige Achtung und Respekt", sagt er. "Deshalb", fügt er hinzu, "sollen sie doch nur an irgendeinen Gott innerhalb der natürlichen Welt glauben, obwohl wir - die Erleuchteten - natürlich wissen, dass ein solcher Glaube nicht mit den wissenschaftlichen Tatsachen in Einklang zu bringen ist".

Ich bin der Meinung, dass ein neuer Text zum europäischen Grundgesetz in allerletzter Instanz den Namen des Allmächtigen Schöpfers nennen wird; in der Verfassung wird es einen Hinweis auf Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde geben, doch die humanistische Präambel des Grundgesetzes wird unantastbar bleiben. Die Besserwissenden werden (wie Sir Julian Huxley) einander zulächeln und sagen: "Mit unseren freien Ansichten können wir den Gläubigen größere Freiheiten einräumen! Wenn wir ihnen mit einem solchen "Gottesbekenntnis" in der Verfassung entgegenkommen können, so sollen sie es bekommen! Lasst sie nur an Gott glauben, obwohl wir - die Aufgeklärten - wissen, dass sie an eine Lüge glauben".

Darauf wird der britische Verfasser Francis Schaeffer antworten: "In solch einem Fall wirkt der optimistische Humanismus unvernünftig… wenn er nämlich die Menschheit dazu verleitet, an eine Lüge zu glauben, nur weil "die Lüge" im sozialen Leben gut funktioniert (aus dem Buch: "The God, who is there", S. 26-27).

"Dies macht jeglichen vernünftigen Gedankengang zunichte", erklärt der Professor der Biologie Dr. Wilder-Smith in seinem Buch: "Ist das ein Gott der Liebe, S.13) und fährt fort: "Früher war es eine grundlegende Regel, dass nur die wirkliche Wahrheit Ausgangspunkt für jeglichen Gedanken, Glauben und Handeln sein sollte. Wenn dies heute als "naiv" angesehen wird, und man eine Methode anwendet, weil sie einem nützlich erscheint, dann steht der Untergang bevor".

Gerade dies scheint die Absicht der humanistischen EU-Verfassung zu sein. Ob es sich dabei um Lüge oder Wahrheit handelt, ist von untergeordneter Bedeutung; sollte ein Gotteshinweis im neuen europäischen Grundgesetz politisch von Vorteil sein, so leidet die humanistische Elite dadurch keinen Schaden. Aus diesem Grunde ist es von Bedeutung, dass Männer vom Typ des Sir Julian Huxley entfernt werden, und wirkliche Glaubensmänner und -frauen ihre Plätze einnehmen…