Tagesjournal - von Johny Noer
www.noer.info
2004-05-30

Babylon Journal Nr. 3

DIE ENDZEITSICHT
mit Hinblick auf das bürokratische Europa

Die Darlegung des Propheten Daniels über die historische Entwicklung der Weltreiche ist für uns von großem Interesse. Wenn wir sehen, dass mit immer geringerem Metall (Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Ton, Dan. 2:32) verwendet wurde, so verstehen wir, dass die souveräne Macht einer immer stärkeren Beamtenherrschaft übertragen wird. Dies sehen wir bereits im Nebukadnezars Regierung, in der die Beamten des Landes (3:3) den alleinherrschenden Monarchen zur Einhaltung eines festgelegten, gültigen Gesetzes zwingen konnten (3:8-11) In dem Bericht über Darius, Kapitel 6, ist dies noch deutlicher zu sehen. Der König erhält folgenden Bescheid: Es haben die Fürsten des Königreiches, die Würdenträger, die Statthalter, die Räte und Befehlshaber alle gedacht, es solle ein königlicher Befehl gegeben werden ...


Der König versucht später Daniels Leben zu retten - doch er konnte ihm nicht helfen. Das heißt, dass die Gesetze und Gesetzesvorschläge der Beamten die Macht übernommen haben. Sie sind in Wirklichkeit die damaligen Weltmachthaber, und bis hier ist der Verringerungsprozess gelangt. Das europäische Volk wird nun neuen Verordnungen und konstitutionellen Bindungen unterworfen. Es entsteht ein Schreckensbild, denn keiner wird imstande sein die Unschuldigen aus den Klauen der Kommissäre zu befreien. Die Stunde der Christen ist gekommen, um ihre Landsleute zu warnen.

Der Prophet Daniel hat mit Sicherheit eine Traumvision gehabt, die noch nicht in Erfüllung gegangen ist! Es ist die Vision über Babylon und Europa sowie der westlichen Welt im Hinblick auf Jerusalem. Das dies der Fall ist geht deutlich aus dem Hinweis des Erzengels Gabriels hervor; Daniel selbst berichtet, dass er diesbezüglich eine menschliche Stimme hörte, die über Ulaj rief: "Gabriel, lege diesem das Gesicht aus!" (8:16)

Dass das nachfolgende nicht nur auf menschlichen Ideen oder Gedanken beruht, die sich an diese Offenbarung anknüpfen, verstehen wir durch Daniels eigene Erklärung. Er sagt: "Und Gabriel trat nahe zu mir. Ich erschrak aber, als er kam, und fiel auf mein Angesicht. Er aber sprach zu mir: Merk auf, du Menschenkind! Denn dies Gesicht geht auf die Zeit des Endes." (Vers 17)

Wenn also der Erzengel Gabriel erklärt, dass sich die Ereignisse rund um Babylon, Europa und "der letzten Tage Jerusalems" in der Endzeit abspielen, so müssen die gelehrten Bibelkommentatoren vorsichtig damit umgehen, damit sie nicht etwas anderes aussagen. Diejenigen, die Gabriels Worte lesen oder hören, sollen sich bewusst werden, dass sie diese im Glauben annehmen, denn gerade der Erzengel Gabriel lässt da nicht mit sich spaßen ...

Als er nämlich 500 Jahre später plötzlich im Tempel des Herrn in Jerusalem steht und der Priester Zacharias ihn sieht, erschrak dieser und fürchtete sich (Lukas 1:12). Gabriel überbringt ihm seine Botschaft, und als Zacharias an diesen Worten zweifelt, ruft der mächtige Engelfürst aus: "Ich bin Gabriel, der vor Gott steht und bin gesandt mit dir zu reden ... und siehe, du wirst verstummen, ... darum dass du meinen Worten nicht geglaubt hast" (Lukas 1:19).

Wenn also Gabriel im Hinblick auf die Situation in Europa, Babylon und Jerusalem erklärt: "Siehe, ich will dir kundtun, wie es gehen wird zur letzten Zeit des Zorns; denn auf die Zeit des Endes geht das Gesicht" so handelt es sich um Ereignisse, die noch in der Zukunft liegen.

Das geographische Gebiet, von dem infolge des Erzengels Erklärung die Rede ist, nämlich Persien und Griechenland (Vers 20-21), d.h. die Gebiete in und um Irak, in denen dramatische Veränderungen stattgefunden haben, sowie Europa, das biblisch gesehen besonders durch Griechenland und Rom repräsentiert wird.

Nachdem wir nun die prophetischen Gebiete geografisch aufgezeigt haben und uns klar geworden ist, dass die erwähnten Aussagen noch nicht erfüllt sind und deshalb dem Teil der Zukunft angehören, die als "bestimmte Zeit des Endes" bezeichnet wird, können wir versuchen herauszufinden, um welche Art von Ereignissen es sich handelt.