Johny Noer - Lebensbericht


Johny Noer, der 1968, im Jahr der Jugendrebellion, einer der Hauptfiguren in der Bewegung "Junge Christen" war, wurde am 27. Februar 1936 in Kopenhagen geboren, Er wuchs während des Krieges als einer der "Straßenjungen" (Großstadtjungen) in einem nicht ungefährlichen Stadtviertel auf. Seine Eltern waren zu dem Zeitpunkt Inhaber eines Milchgeschäfts. Wie Johny Noer selbst erzählt, "war die Gegend gefüllt mit Steinwerfern, Bandenkriegen, Kollaborateuren und deutschen Soldaten auf Urlaub ..."

"Unter den vielen fast vergessenen Gestalten während der Besatzungsjahre, in denen die Luftalarmsirenen ertönten, und die Familie unter dem soliden Esstisch Schutz fand, sehe ich noch einen jungen, mageren Studenten vor mir stehen," erzählt Johny Noer. " Er sammelte ein paar Mal in der Woche "die Straßenjungen" in seiner kleinen Bude in einem Studentenwohnblock. Dort gab er uns "geriebene Mohrrüben mit Zucker" und erzählte uns von Jesus! Ich wusste nicht, dass das, was dieser unbekannte Student (dessen Name mir entfallen ist) in mein Jungenherz gepflanzt hatte, den Rest meines Lebens entscheidend beeinflussen würde ..."

Die Familie zog in den östlichen Teil der Stadt, in dem Johny Noer seine ersten Schuljahre zusammen mit Johannes Facius verbrachte. Er war einer der Mitbegründer der "Jungen Christen" und Co-Autor des aufsichterregenden Buches "Das kleine weiße Buch. Johannes Facius wurde der "Prediger Sohn" genannt (da sein Vater Gemeindeleiter war) und die beiden Jungen wurden von ganz außergewöhnlichen Lehrern unterrichtet. Unter ihnen waren die Klassenlehrer Larsen und Hansen, denen die Jungen die Spitznamen "der verrückte Lars und "die Ratte" gaben. Es wurde ihnen jedoch ein gutes Grundwissen vermittelt, so dass die beiden Jungen später etliche Jahre lang die "Aufruhrszeitschrift" ‚Junger Glaube' und ‚Junger Wein' redigieren und herausgeben konnten.



 

"DAS GEFÄLLT MIR!" SAGTE DER WOLF"

Bei der Abiturfeier schaute die Lehrerin Johny Noer lange eindringlich an, bevor sie ihm den weißen Hut auf den Kopf setzte und sagte: "Das hättest Du viel besser machen können!" Als Johny Noer kurz danach eine Stelle als auszubildender Journalist bei dem Koldinger Volksblatt angeboten wurde, überraschte er den Zeitungsredakteur, der unter dem Spitznamen "der alte Wolf" bekannt war, damit, dass er sogleich den Nachtzug von Kopenhagen genommen hatte, um sich ‚frisch und ausgeruht' bei ihm vorzustellen. "Das gefällt mir," sagte der Wolf und lud ihn zum Frühstück ein. Johny erzählt, dass der Redakteur ihn beobachtet hatte und plötzlich ausrief: "Du hast das Zeug zu einem guten Journalisten ... vorausgesetzt, dass du Dich kurz fasst!" Er schenkte ihm noch eine Tasse Kaffee ein und fügte hinzu: "Ein Bild sagt mehr aus als tausend Worte; ein Gedicht kann eine Nation erschüttern!"

Mit dieser Einführungsrede begann Johny Noer die damals 4-jährige Ausbildung, in deren Verlauf er im November 1958 vom Redaktionschef zu einem Interview mit dem französisch-jüdischen Schriftsteller in der Apostolischen Hochschule gesandt wurde. Während dieses Gesprächs rief der Pariser Jude plötzlich aus: "Ich muss Dir etwas sagen; es ist nicht für die Zeitung, sondern für Dich persönlich!" Johny Noer hörte erstaunt zu, als der französische Schriftsteller fortfuhr: "Jesus lebt heute!" ..."Er sagte dies so als ob er gerade mit Jesus gesprochen hätte," erzählt Johny N. "Ich schaute ihn mir genau an, während er weitere Erklärungen abgab. Ich beobachtete seine Frau Martha und die Übersetzerin aus der Schweiz, und ich wusste, dass er die Wahrheit sagte! Eine Welle der Hoffnung durchströmte mich. Ich erinnerte mich daran, dass der Kopenhagener Student das Gleiche gesagt hatte. ‚Wenn es wahr ist, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und lebt, dann gibt es Hoffnung!' dachte ich."

Seit dieser Zeit hat Johny Noer immer wieder betont, dass er es keinem Zufall zu verdanken hat, dass ihn ein messianischer Jude zu Christus geführt hat.
 

DIE BEWEGUNG "JUNGE CHRISTEN"

Nachdem er einige Zeit im Christlichen Pressebüro gearbeitet hatte, in dem er die Kirchennachrichten fünf großer Regionalzeitungen redigiert hatte, begann er seinen Reisedienst als Übersetzer englischsprachiger Prediger. Zusammen mit dem zwischenzeitlich verstorbenen Evangelisten, Dennis Clerk, führte er umfassende ‚Jugend für Christus'- Erweckungsversammlungen durch. Ende der 60iger wurde die Bewegung "Junge Christen" ins Leben gerufen. Johny Noer war zu dem Zeitpunkt Pastor der Apostolischen Kirche in Lyngby und Mitglied des Landeskirchenrates. Aufgrund seiner Arbeit unter Drogenabhängigen wurde er von seinem Dienst suspendiert. Die Bewegung kaufte das Haus "Solo Deo Gloria" (Allein Gott die Ehre) und konnte sich so noch intensiver um gestrandete junge Leute kümmern. Durch diese Arbeit entstanden neue Gemeinden. Johny Noer war Mitbegründer der christlichen Wochenzeitung "die Herausforderung". Er gab zusammen mit anderen jungen Christen in einem Buch mit dem Titel "Diese Christen und ihre Heuchelei" Antwort auf die Angriffe, denen sie von Seiten der Tagespresse ausgesetzt waren.

Der Unmut der Presse kann insbesondere auf die "berühmte Nacht" zurückgeführt werden, in der 120 junge Männer sämtliche Fenster der Pornogeschäfte zugeklebt und verdeckt hatten. Hinter der Aktion, die den frühen Morgennachrichten zufolge als eine mit Präzision durchgeführte Aktion bezeichnet wurde, und der gegenüber sogar der Papst seine Anerkennung aussprach, standen eine Reihe bekannter Leiter der Jungen Christen.
 

DIE LANGE REISE

Johny heiratete am 23. Mai 1975 seine Gisèle. Die vier Ältesten, John, Charlotte, Phillip und Thomas hatten ein Jahr zuvor ihre Mutter verloren. Ein kleiner Bruder namens Peter, starb 1968 mit 2 Jahren. Florence, die älteste der nachfolgenden 12 Kinder, wurde in Dänemark geboren. Danach begann die lange Reise in Richtung Jerusalem! Am 15. März 1977 rollten die ersten Wohnwagen des Konvois, der später den Namen "PILGRIM CONVOY" erhielt, über die dänisch-deutsche Grenze - auf dem Weg nach Israel!



 

Gisèle, die zu dem Zeitpunkt 23-jährige junge Frau aus dem kleinen französischen Dorf, Quéré, (Bretagne), hat in dem in dänischer Sprache erschienenen Buch "Der Pilgerkonvoi" ihre Ansicht in Bezug auf das "Kindergebären" (wie dies im 1. Timotheus 2 Vers 9-15 beschrieben steht) zu Papier gebracht. "Als Ehepaar haben wir daran geglaubt," erklärte sie, "dass wir dankbar die Kinder annehmen sollten, die uns Gott in seiner Gnade schenken würde! Man kann im Grunde genommen die Reiseroute des Pilgerkonvois durch West- und Osteuropa mitverfolgen, wenn man sich die Geburtsurkunden der 12 Kinder näher ansieht. Vor ihrer Abreise wurde Florence geboren, danach Michael, Benjamin, Daniel, Jonathan, Nathanael, Natacha, Naphtali, Jemima, Ephraim, Susanne und Stephanie.

Der Pilgerkonvoi erstand ein Viermasterzelt; es wurde zum ersten Mal in Kopenhagen aufgestellt. Als sich der Konvoi im Dezember 1980 nach einigen Jahren des Evangelisationseinsatzes in Frankreich wieder in Bewegung setzte, wurde das Zelt mit auf die Reise genommen. Die Wohnwagen des Konvois belegten 200 m2 auf der Fähre "Dana Regina", die den Hafen von Esbjerg in Richtung England verließ.
 

Eine klare Botschaft

Das "Sternenzelt" wurde in einer Stadt nach der anderen aufgestellt und auf der 25 Jahre andauernden Reise in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden zur Verkündigung des Evangeliums genutzt. Mit den Worten Johny Noers wird "erst die Ewigkeit das Ausmaß der Früchte zeigen, die diese Einsätze hervorgebracht haben." Bei der Ankunft in Nürnberg trat die prophetische Botschaft Johny Noers über die Endzeit klar hervor. Ein Jahr lang reiste der Konvoi um die Stadt, in der Adolf Hitler 50 Jahre zuvor die berüchtigte "Nürnberger Gesetze" durchgeführt hatte. Diese hatten den Weg für den Holocaust geebnet. Anlässlich des 50. Jahrestag dieser judenfeindlichen Gesetze veranstaltete Johny N. zusammen mit der ev.-luth. Kirche und den Freikirchen aus der Umgebung von Hersbruck (wo es während des Krieges ein Konzentrationslager gegeben hatte) eine siebentägige Konferenz auf dem "Tempelplatz" Hitlers.

Am 9. April 1989 stand Johny Noer auf dem Dach einer evangelischen Kirche auf dem Lenin Boulevard Nr. 117 in der Stadt Varna am Schwarzen Meer. Hier predigte er vor Tausenden von bulgarischen Gläubigen über das Wort aus dem 1. Buch Mose: Lass mein Volk ziehen! Nach der Freiluftversammlung wurde er in Gewahrsam genommen. Er kam erst wieder durch den persönlichen Einsatz des damaligen Staatsministers Poul Schlüter frei. Der Konvoi wurde aus dem kommunistischen Bulgarien verbannt. Genau sieben Monate später (auf den Tag genau) am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin - und "die Worte Moses, die an den Pharao gerichtet waren, gingen in Erfüllung!

Der dänische Pilgerkonvoi wurde in Odessa eingeschifft und kam im September 1995, am jüdischen Neujahrstag, dem "Rosh Hashana" in Israel an. Kurz zuvor erhielten Johny und Gisèle die traurige Nachricht, dass ihr ältester Sohn John in die Ewigkeit abberufen worden war. Zusammen mit ihrer Tochter Charlotte und dem Ehemann Johannes Møller Petersen hatte er die Gemeindegründungsarbeit in der Ukraine und in Moldawien weiter fortgesetzt.



 

Ein Jahr lang hatte ein Filmteam des internationalen Fernsehkanals "National Geographic" einen 52-minütigen Dokumentarfilm unter dem Titel "Journey to Jerusalem" gedreht, der bis jetzt in 61 Ländern ausgestrahlt und von 150 Millionen Menschen gesehen werden konnte. In Israel war er über 25 Mal während aller Sendezeiten auf dem Bildschirm zu sehen.

In diesem Film ist auch eine Szene aus dem Musical "The Temple shall be built again", zu sehen. Es wurde von Johny N. geschrieben mit der Musik von Signe Walsøe und in Dänemark, Deutschland, Frankreich und Israel aufgeführt.

In dem in Dänemark erschienenen Buch "Wenn Frauen das Brot brechen" geht Johny N. auf die Frage des Pastorinnendienstes ein, den er als Erfüllung neutestamentlicher Prophetie im Hinblick auf "den großen Abfall" ansieht (2. Thessaloniker 2, Vers 1-8).

Der Konvoi hat nun sein geographisches Endziel erreicht: den südlichsten Punkt des "neuen Israels" (Hesekiel 47, v19 und 48v28). Johny Noer hat auf dem Herzen, dort bei der alten Wüstenfestung des Königs Salomons und der biblischen Stadt Tamar eine "Zeltstadt" zu errichten. Sein größtes Anliegen ist es jedoch, die Christen aus den Nationen auf ihre Verantwortung Israel gegenüber aufmerksam zu machen. "Es gibt nur einen Weg, der im Nahen Osten zum Frieden führt: Die Erfüllung des Apostelwortes aus dem zweiten Kapitel des Epheserbriefes: "Frieden zu stiften" (Vers 14-18).