DIE BLUTIGE NOTIZ
© Johny Noer - www.noer.info


Kapitel 30

Die Leute kannten ihn als ‚den schwarzen Kardinal’… Eigenartig, denn er war meistens in Rot gekleidet. Er trug nicht – wie die anderen Kardinäle – große Ringe an seinen Fingern; er war ein bescheidener und zurückhaltender Mann, der seine weiße Angorakatze liebte; während er mit den Leuten redete, saß sie meistens auf seinem Schoß…

‚Die schwarze Farbe’ hatte mit seiner konservativen Einstellung zu tun. Als Junge hatte er einige Jahre in einer Klosterschule verbracht. Diese lag auf einem Hügel in der Nähe von Lyon und wurde von Jesuiten geleitet. Hier hatte er sich Gedanken über die Kirche und ihre Zukunft gemacht…und sie in einer kleinen Serie unansehnlicher Hefte niedergeschrieben und vervielfältigt; sie waren zum damaligen Zeitpunkt ohne jegliche Bedeutung. Ja, seine Mitstudenten hatten sich über seinen Eifer, die Welt ‚erretten zu wollen’, lustig gemacht. Nun waren diese verschmutzten und zerknitterten Hefte jedoch plötzlich wieder aufgetaucht. Was der junge Jürg Ratgeber beim Kerzenschein in einer feuchten Klosterzelle bei Lyon, hoch über der Rhone Brücke, niedergeschrieben hatte, war nun weltweit Gesprächsthema Nummer eins! Nach seiner Weihe als Priester war er als Gemeindepfarrer in Binic/Bretagne tätig gewesen. Man hatte ihn dort sehr geliebt. Zu einem späteren Zeitpunkt war er als anerkannter, umherreisender Lehrer und Professor in Systematischer Theologie unterwegs; in diesem Amt hatte man ihn jahrelang sehr als Ratgeber bei der Konzilarbeit in Rom geschätzt. Schließlich wurde er Erzbischof in Berlin berufen, danach wurde er als Präfekt der Glaubenskongregation nach Rom berufen. Nun war er als der nächste mögliche Papst im Gespräch…

Jürg Ratgebers Jugendschriften erweckten plötzlich die Aufmerksamkeit der Weltpresse.

„Für mich besteht kein Zweifel, dass dieser Mann imstande sein wird, den ‚Namen Gottes’ dem neuen, globalen Grundgesetzentwurf hinzuzufügen", rief der Chefredakteur des Tagesblattes ‚Die Welt’ aus. Er saß mit den Jugendschriften des katholischen Kardinals in der Hand: einige halb zerrissene, zusammengeklebte Hefte eines vergangenen Jahrhunderts. „Jürg Ratgeber erklärt hier u.a., dass der ‚babylonische’ Verfassungsentwurf durch die bewusste Leugnung von Gottes Existenz verworfen worden ist! Wenn der kommende Papst dieser Überzeugung ist, dann wird er die Politiker in die Knie zwingen! Hören Sie her, was der Kardinal als junger Theologiestudent schreibt: „An dem Tag, an dem die Botschaft Nietzsches: Gott ist tot’ die Menschenherzen erreicht, wird diese Welt anders aussehen. Noch ist dies nicht geschehen, sollte aber das kommende, globale Grundgesetz weiter an seiner Gottesleugnung festhalten, wird es zum Sprachrohr seines eigenen Untergangs…"

Die Mitarbeiter der Redaktion hatten sich um ihren Chef versammelt. Sie blätterten vorsichtig in dem abgenutzten Heft. Einer der Journalisten rief aus: „Hört her!" Er las laut vor: „Wenn wir an den Punkt in unserer Weltanschauung gelangt sind, an dem wir Wissenschaft und Technik dazu missbrauchen, aus den zartesten Embryos geeignetes Forschungsmaterial herzustellen, und einen Vorrat an menschlichen Organen anhäufen und lagern, weil sie anderen Menschen von Nutzen sein können, dann nähern wir uns einem Abgrund, der so tief und erschreckend ist, dass wir ihn uns nicht im Entferntesten vorstellen können!"

Der Chefredakteur unterbrach ihn: „Finden Sie nicht, dass diese Jugendschriften von einer ethischen Haltung zeugen? Ich sage Ihnen: Wenn dieser Mann Papst wird, dann wird er bei der Ausarbeitung des neuen Grundgesetztes ein entscheidendes Wort mitzureden haben. Die Zeiten sind vorbei, in der Politiker die Kirche zur Seite schieben kann, weil sie meinen, dass sie in der politischen Welt nicht funktionstüchtig ist."

Die Hauptredaktion des globalen Fernsehsenders BBC in London hatte ebenfalls die Schriften von Jürg Ratgeber erhalten. Sie waren an alle großen Zeitungen und Medienkonzernen versandt worden; aus beiliegendem Schreiben ging hervor, dass der Pressesekretär des Vatikans in Rom diesen Versand veranlasst hatte!

Der Redaktionssekretär las seinem Journalistenstab laut vor: ‚Das Böse hat viele Köpfe, ganz gleich wie viele zerschmettert werden, so tauchen immer wieder neue auf!’

Ist das nicht eine phantastische Aussage für einen Papst?"

„Hat das der Papst gesagt?"

„Nein, ein junger Jesuitenmönch, der diesen Satz vor vielen Jahren niedergeschrieben hat; dieser junge Mann ist heute Kardinal… und vielleicht morgen der zukünftige Papst…"

„Was meint er mit dem vielköpfigen Bösen?"

„Alles… vom zynischen Menschenhandel zur Drogenekstase, zum Lärm der gehämmerten Rhythmen, sowie Krieg, Prostitution, einer ungerechten Gesellschaftsordnung bis hin zur offenen, militanten Gottlosigkeit. Dieser Mann wird meines Erachtens imstande sein, die ganze Christenheit mit den übrigen Religionen zu vereinen, um danach Gottes Namen im globalen Grundgesetz einzuflechten!"

„Ja, aber ist denn das nicht gut? Viele Menschen haben doch seit langem darauf gehofft und dafür gekämpft, oder nicht?"

Der alte BBC-Redaktionssekretär betrachtete einen Augenblick die verblichenen Schriften. Dann nahm er eine davon in die Hand und sagte: „Da bin ich mir nicht so sicher! Ich habe hier die Glaubenslehre dieses jungen Mannes in der Hand! Auf diesen Seiten geht er Punkt für Punkt durch das ganze christliche Glaubensbekenntnis! Das heißt, meine Damen und Herren, dass wir hier in einer verkürzten Form das offene Bekenntnis des eventuellen neuen Papstes in Bezug auf seine eigene persönliche Auffassung von der Wahrheit haben. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob er wirklich meint, was er sagt, oder ob er versucht, die übrige Christenheit zu betören! Die von ihm geführte Sprache ist so evangelistisch und ‚protestantisch’, dass sie von den besten Männern der Reformation stammen könnte. Seine ethische Einstellung ist so edel, dass sich selbst die größten Gegner des Papsttums beugen müssen. Seine Argumente sind so treffend, dass selbst Roms größte Feinde kapitulieren müssen. Wie steht es jedoch mit seinen Handlungen und seiner Haltung, wenn es zu den Punkten in der Katholischen Lehre kommt, die mit dem Zeugnis der Bibel unvereinbar sind? Darum geht es letzten Endes, und das müssen wir herausfinden."

„Aber wie?"

„Ich habe einen Vorschlag! Ich kenne einen TV-Reporter mit Namen Jeff Straw. Er hat früher bei der CNN gearbeitet, wurde aber entlassen, weil er einige Wahrheiten aufgedeckt hat, die dem System zuwider waren. Ich glaube, er könnte herausfinden, was den Vatikan dazu bewegt, uns die Jugendschriften des ‚schwarzen Kardinals’ und … des Kandidaten für die nächste Papstwahl zu senden!"

*

Niemand konnte mit Sicherheit sagen, welche Verbindung zwischen dem Vizepräsidenten, Bischof V. und den finsteren Gestalten bestand, die am gleichen Abend im strömenden Regen die Regierungsbüros in Brüssel verließen. Vielleicht gab es da gar keinen Zusammenhang? Drei Männer und eine Frau verließen an diesem späten Oktoberabend als eine ‚selbständige’ Gruppe das Gebäude; man möchte sagen: fast wie Familienmitglieder! Sie waren alle ernst, konzentriert und zielbewusst; sie schienen nicht von jemand gesandt worden zu sein oder Befehle erhalten zu haben. Die Vier handelten ganz auf eigene Faust, getrieben durch ein gemeinsames, inneres Motiv. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie etwas ‚Geschäftsmäßiges’ erledigen mussten. Sie hatten eine Aufgabe, die gelöst werden musste! Eine heimliche Angelegenheit, die keinen Aufschub duldete. Die Sache hatte Eile. Niemand hätte sich träumen lassen, dass diese Vier Mörder waren. Mörder per Auftrag…

Kam hier die Person des Bischofs ins Bild? Wenn die Vier einen Auftrag zur Verübung einer Mordtat erhalten hatten, mussten sie ja von irgendjemanden angeheuert worden sein. Wer war ihr Auftraggeber? Wer hatte ihnen die letzten Anweisungen erteilt? Wer hatte ihnen die Anweisung gegeben, den EU-Präsidenten umzubringen?

Als ob Mr. Clark nicht schon genügend Mordanschlägen ausgesetzt worden sei. Allem voraus die Geiselnahme, die von Anfang an danach aussah, dass sie ihm das Leben kosten würde, danach die unglaubliche Rettung vor rachsüchtigen Banditen in Saudi Arabien, und nun dieses geplante Attentat. Die vier Totschläger, die nun durch die regnerischen Straßen von Brüssel fuhren, waren professionelle Killer. Dieses Mal schien das Schicksal des Präsidenten besiegelt zu sein…

Doch die unbekannten Hintermänner schienen nicht von der gleichen Handlungskraft und zielstrebigem Motiv durchdrungen zu sein, wie dieses vierköpfige Mörderteam. Bereits bevor die nächsten, genau geplanten Schritte ausgeführt werden konnten, kam ein neuer Befehl über die interne Sprechanlage: „Plan A abgesagt! Warten Sie auf neue Instruktionen!" Als einige Stunden später neue Anweisungen erfolgten, hieß es: „Plan B abgesagt, neue Befehle folgen!" Schließlich wurde die ganze Aktion abgeblasen und alle früheren Mitteilungen und Codes gelöscht. Ein kleiner Handkoffer mit gebundenen Eurozetteln wurde abgeliefert. „Alle Pläne gestrichen! hieß es. „Der neue Auftrag wird nicht die Liquidierung einer, sondern zweier Personen umfassen."

Die Killer reagierten kaltblütig. Sie wurden bezahlt und waren nicht von ihren anonymen Arbeitgebern abhängig. Sie hatten Zeit zu warten… Sie würden imstande sein, zu gegebener Zeit zuzuschlagen…

*

„Das Entscheidende in dieser Sache", erklärte Mr. Ibrahim, der ägyptische Soziologieprofessor in einem Gespräch mit dem Bischof in Brüssel, „ist die Gefahr, in der sich unsere globale Vision befindet, wenn die verworfene Verfassung wieder belebt werden soll! Bisher war das Weltgrundgesetz in einer Sprache verfasst, die die wenigsten verstanden. Keiner kannte seinen Inhalt. Wenn es jedoch zu einer neuen Abstimmung darüber kommt, muss mit offenen Karten gespielt werden. Dann sind die Tage der Verschleierung vorbei! Wir müssen imstande sein, unsere Ansichten so formulieren, dass alle verstehen, worum es geht…"

„Ist das nicht ausgezeichnet?" fragte der Bischof.

„Kaum!" antwortete der Ägypter. „Damit legen wir den Gegnern unsere Waffen in die Hände. Sie werden uns mit unseren eigenen Worten und eigenhändig niedergeschriebenen Paragraphen bekämpfen können. Wenn nun die vollkommene Unwissenheit ein Vorteil für uns war, dann wird eine zunehmende Einsicht uns Schaden zufügen! Ein globales Grundgesetz, das dem Volk Satz für Satz darlegt, wozu es ja sagen soll, kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass es nein sagt…"

Der Bischof schien verunsichert. „Ich kann nicht verstehen, warum alle Erdenbürger nein sagen sollten zum Inhalt des großen Verfassungswerks, das doch so in allen Einzelheiten durchgearbeitet worden ist! Meiner Meinung nach wird es nicht schwer sein, die Massen zur Einsicht zu bewegen, wenn sie begreifen, dass eine globale Gemeinschaft nur von Vorteil sein kann. Wenn ihnen die Konstitution bessere Lebensverhältnisse, mehr Wohlstand und größere Friedensmöglichkeiten verschafft, werden sie die Verfassung willkommen heißen!"

„Brot und Schauspiel!" unterbrach ihn der Soziologieprofessor ironisch.

„Nicht zu verachten!" fuhr der Bischof ernst fort. „Wenn die Leute gute, sichere Verhältnisse haben, Brot auf dem Tisch, Zukunftsaussichten für ihre Familien, gute Jobs, und ihnen dies auf spannende und unterhaltsame Weise schmackhaft gemacht werden kann, dann werden sie die Verfassung mit Freuden annehmen."

„Sie irren sich, wenn Sie glauben, dass die zukünftige Weltkonstitution auf ein paar goldene Verheißungen über mehr Wohlstand reduziert werden kann: Bei der kommenden Debatte geht es um die Werte der Union…"

„Was meinen Sie damit?" Die Frage klang scharf… und aggressiv.

„Sie brauchen dies nicht als eine Anspielung aufzufassen…"

„Werte? Von welchen Werten ist denn die Rede?"

Nasser I. erhob sich und wanderte unruhig im Raum auf und ab. „Wir werden eine Erklärung abgeben müssen", antwortete er. „Wir müssen darlegen können, was wir meinen, wenn wir z.B. sagen, dass das neue globale Grundgesetz fortwährend auf einer humanistischen Grundlage basiert."

„Warum nicht? Das ist eine ausgezeichnete Grundlage!"

„Das sagen Sie als Bischof der christlichen Kirche?"

„Ja!"

Der islamische Gelehrte fuhr fort: „Wir müssen nun Rechenschaft darüber ablegen, warum wir im vorherigen Grundgesetzentwurf Gottes Namen nicht erwähnen wollten. Unsere Gegner werden behaupten, dass genau aus diesem Grund unser voriger Verfassungsvorschlag verworfen wurde…"

„Unsinn!" Der Bischof schüttelte entrüstet den Kopf.

„Nein, sie werden sagen: „Gott hat eingegriffen …"

Der Bischof lachte laut. „Unsinn!" wiederholte er.

„Außerdem müssen wir unsere Haltung gegenüber Israel begründen können!"

„Vielleicht!" Das Lachen des Bischofs verstummte.

„… und warum die Deutschen die Formulierung: ‚Keine unterschiedliche Behandlung in Bezug auf. sexuelle Orientierung dahingehend geändert haben, dass es nun heißt: keine Diskriminierung der sexuellen Identität!"

„Ist das von Bedeutung?" Der Bischof war erbittert.

Der Professor beugte sich nach vorn, während er mit der flachen Hand auf den Tisch schlug, um seinen Worten Geltung zu verschaffen. „Das heißt, dass dadurch der Weg für Pädophile offen steht. Von nun an können sie behaupten, dass dies ihre sexuelle Identität sei, weil sie damit geboren sind, und dass deshalb niemand es wagen dürfe, sie anzutasten …"

Als er diese Worte vernahm, erhob sich der Bischof und verließ wortlos den Raum…

I. Nasser saß still und starrte vor sich hin. Er hatte den Bischof aufgesucht, um über verschiedene Probleme mit ihm zu sprechen. Doch sobald er den wunden Punkt berührte, der mit dem persönlichen Lebensstil des Vizepräsidenten zu tun hatte, endete ihr Gespräch in der Sackgasse. Es war, als ob ein eiskalter Wind durch den Raum fegte. Dies war jedes Mal das Gleiche. Deshalb kümmerte es den Professor nicht besonders, dass die Kälte irgendwie in der Luft hängen blieb. Das war vorher geschehen und geschah nun wieder. Erst als ihn ein eisiger Hauch von hinten streifte, bemerkte er die eisige Kälte im Raum. Als eine frostige Hand sich ihm auf die Schulter legte, war ihm klar, dass sich der Fremde wieder eingefunden hatte. Er wollte sich umdrehen, um zu sehen, wie ‚die Stimme’ aussah, doch er vermochte sich nicht zu wenden. Der Ägypter war wie gelähmt. Plötzlich hörte er die Stimme hinter sich.

„Guten Abend!"

Ibrahim N. antwortete nicht.

„Sehr unhöflich, den Gruß nicht zu erwidern…"

Professor Nasser saß immer noch wie versteinert.

„Du wirst nun ein paar Jahre Zeit zum Nachdenken haben! Gebrauche sie, um dir alles gut zu überlegen! Wenn du mir heute dein Jawort gibst, dann ist deine Zukunft gesichert. Ich werde dir einen Posten verschaffen, von dem aus du große Macht ausüben kannst, doch du sollst sie gebrauchen, um mir den Weg vorzubereiten…"

„Und was soll das heißen?" Der Ägypter wollte sich wieder umdrehen, doch die eisige Hand hielt ihn fest.

„Du sollst das Grundgesetz auf ein paar Sätze reduzieren. Einige Slogans, die von den Massen verstanden werden."

Der Professor nickte.

„Du sollst ihnen Supermärkte, Ferien und Jobs versprechen."

I. Nasser nickte zustimmend.

„Du sollst ihnen ein irdisches Paradies vor Augen malen, in dem Frieden, Wohlstand und Glück herrschen."

Ein weiteres Kopfnicken folgte.

„Du musst ihnen einimpfen, dass Israel ihr Feind ist, und dass du erst Frieden schaffen kannst, wenn Jerusalem unter internationaler Kontrolle steht!"

Der Ägypter lächelte. Er nickte, während sich ein Hauch von Zufriedenheit über sein Gesicht ausbreitete.

„Du sollst einen freien Bereich für alle Arten von Sex schaffen. Die Leute sollen machen dürfen, was sie wollen. Alles soll gesetzlich sein: Männer mit Männern und Frauen mit Frauen… und diejenigen, die Lust auf Kinder haben, sollen nicht daran gehindert werden!"

Ibrahim N. schielte auf die knochige Hand, die wie Blei auf seiner Schulter ruhte, und erbleichte.

„Du sollst den Namen Gottes in der kommenden Konstitution erwähnen, jedoch nicht den Gott Israels…"

Wieder lächelte der Ägypter.

„Nicht der Gott, der einen Sohn hat!"

Der Professor hob den Kopf.

„Nicht den Gott, der drei ist!"

Das Gesicht des Professors erhellte sich. Die Bleiche wich aus seinem Gesicht. Er nickte zustimmend!

„Der zukünftige Papst wird dir dabei helfen. Er ist mein Diener. Doch gib Acht; jemand will ihn ermorden!"

Die frostige Hand entfernte sich von I. Nassers Schultern. Er hörte Schritte, die sich entfernten. Die Lähmung verließ ihn; er beugte sich und sammelte kleine, weiße Eiskugeln vom Boden auf. Vorsichtig legte er sie in seine offene Hand und beobachtete nachdenklich, wie sie zerschmolzen…